BUND Landesverband Niedersachsen

Pestizidfreie Kommune: Auch niedersächsische Kommunen praktizieren Insektenschutz

18. September 2020 | Artenschutz, Chemie, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Mitmachen, Naturschutz in der Stadt

Werbung für den Artenschutz am Beispiel der Stadt Eupen

Deutschlandweit verzichten bereits rund 550 Städte und Gemeinden weitgehend auf chemisch-synthetische Pestizide bei der Pflege ihrer Grün- und Freiflächen und tragen somit zum Schutz von Bienen und anderen Insekten und zum Erhalt der Artenvielfalt bei. In Niedersachsen sind es über 35 Kommunen und Städte, die auf den Einsatz von Pestiziden verzichtet. So hat beispielsweise die Stadt Göttingen nach einem Stadtratsbeschluss bereits seit 1988 im gesamten Stadtgebiet den Einsatz von Pestiziden und Bioziden untersagt. Einzige Ausnahmen sind Mittel gegen Blattläuse und Mehltau im Rosengarten sowie für die Bekämpfung der Herkulesstau. Auch Celle ist seit 20 Jahren pestizidfreie Kommune und auch in den letzten Jahren kamen noch wieder weitere niedersächsische Städte wie Hannover, Peine, Lüneburg oder Rotenburg hinzu.

„Viele Kommunalpolitikerinnen und Kommunalpolitiker wollen etwas gegen das Insektensterben tun. Sie nehmen ihre große Verantwortung für Mensch und Umwelt ernst und verzichten ganz oder teilweise auf den Einsatz von Pestiziden auf ihren Flächen“, erklärt Corinna Hölzel, BUND-Pestizidexpertin und Leiterin des Projekts Pestizidfreie Kommune. „Gleichzeitig werden insektenfreundliche Projekte gestartet. Beispielsweise werden Rasenflächen in mehrjährige Blühwiesen mit heimischem Saatgut umgewandelt. Und besonders erfreulich: Auch auf den landwirtschaftlichen Flächen, die in kommunalem Eigentum sind, tut sich etwas in Richtung Insektenschutz. Immer häufiger nehmen die Kommunen Klauseln in die Pachtverträge auf, die den Einsatz von Pestiziden verbieten oder reduzieren. Viele Kommunen sind also auf dem richtigen Weg.“ 

Pestizide werden eingesetzt, um Beikräuter oder ungewünschte Insekten zu vernichten. Sie töten und schädigen jedoch nicht nur diese Zielorganismen, sondern auch Nützlinge wie Bienen und Schmetterlinge sowie wertvolle Wildkräuter. Insekten sind die Nahrungsgrundlage für viele Tierarten wie zum Beispiel Vögel, Fledermäuse und Fische. Bestäubende Insekten sind auch für uns Menschen unverzichtbar, denn rund zwei Drittel der Kulturpflanzen sind auf Bestäuber angewiesen. 

Seit drei Jahren dokumentiert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) diese Kommunen in einer interaktiven Karte.

Eine Karte mit allen dem BUND gemeldeten Kommunen, die auf Pestizide verzichten, finden Sie hier: https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/pestizidfreie-kommune/

Zudem hat der BUND eine Broschüre mit Impulsen, Anregungen und Tipps für Kommunen auf dem Weg zur pestizidfreien Stadt entwickelt.

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