Lenzen. Wo früher regelmäßig überschwemmte Flächen und zeitweise wasserführende Senken wichtige Laichplätze boten, fehlen Amphibien heute zunehmend geeignete Lebensräume. Besonders gefährdet sind seltene Arten wie die Rotbauchunke. Umso wichtiger ist es, verbliebene Kleingewässer zu erhalten und ökologisch zu entwickeln. Anfang November haben deshalb an der Amtstorbrücke in Lenzen die Arbeiten zur Instandsetzung eines Kleingewässers begonnen.
„Das vor rund 18 Jahren angelegte Gewässer war einst ein wichtiger Lebensraum für verschiedene Amphibienarten. Bei einer Kartierung im Jahr 2013 wurden dort unter anderem Laubfrosch, Knoblauchkröte und Moorfrosch nachgewiesen“ erläutert Alina Kruschinski, Mitarbeiterin des BUND-Auenzentrums. Inzwischen hat sich der Zustand jedoch stark verändert. Junge Bäume am Ufer beschatten große Teile der Wasserfläche und es haben sich dichte Schilfbestände ausgebreitet. Dadurch fehlt es an Licht und ausreichender Erwärmung –wichtige Voraussetzungen für geeignete Laichgewässer.
„Gerade angesichts des Verlusts natürlicher Auengewässer müssen wir die verbliebenen Lebensräume gezielt stärken. Mit überschaubaren Pflegemaßnahmen können wir hier wichtige Voraussetzungen schaffen, damit sich seltene Amphibienarten wie die Rotbauchunke wieder erfolgreich fortpflanzen können“, erklärt Kruschinski.
Den Auftakt der Arbeiten bilden die Fällungen von jungen Erlen am Südufer. Anschließend sollen Teile des Schilfbestandes ausgehoben und entfernt werden. Das anfallende Gehölz- und Schnittmaterial wird in der angrenzenden Baumgruppe als Totholz und Unterschlupf für Tiere wiederverwendet.
Die Arbeiten sind Teil eines größeren Vorhabens: Insgesamt werden im Raum Lenzen drei Kleingewässer ökologisch entwickelt. Ziel ist es, wertvolle Lebensräume für heimische Amphibien zu sichern und die biologische Vielfalt in der Brandenburgischen Elbtalaue langfristig zu stärken. Das Vorhaben wird mit Mitteln der BBBank eG umgesetzt.
