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BUND Landesverband Niedersachsen

8 Jahre Fukushima, 33 Jahre Tschernobyl - BUND fordert: AKW Grohnde jetzt abschalten, Atomfabrik Lingen schließen

07. März 2019 | Atomkraft, Energie, Energiewende, Umweltpolitik

Vor acht Jahren ereignete sich in Fukushima-Daichi der Super-GAU mit Kernschmelze in mehreren Reaktoren. Die Atomkatastrophe in Fukushima dauert an: Immer noch befinden sich auf dem Gelände geschmolzene Brennstäbe mit extrem hoher Radioaktivität, 1,2 Millionen Kubikmeter kontaminiertes Grund- und Kühlwasser und 880 Tonnen radioaktiv verseuchte Erde und nuklearer Schrott. In Japan war ein Atomausstieg nicht einmal nach einem solchen Super-GAU durchzusetzen: Es laufen bereits wieder 9 Atomkraftwerke, zwei sind im Bau. In Deutschland wurde hingegen nach der Katastrophe in Fukushima der Atomausstieg beschlossen.

„8 Jahre nach dem Entschluss zum Atomausstieg wollen Energiekonzerne das Ende dieser hoch gefährlichen Technologie scheinbar immer noch nicht hinnehmen und es über das Jahr 2022 hinausschieben“, kritisiert BUND-Landesvorsitzender Heiner Baumgarten. Die Laufzeit des niedersächsischen Atomkraftwerkes Grohnde soll beispielsweise mit Reststrommengen bereits abgeschalteter Reaktoren verlängert werden. Derzeit versucht E.on, per Klage gegen Vattenfall Stromproduktionsrechte aus den AKW Krümmel und Brunsbüttel auf andere Reaktoren zu übertragen. „Der BUND fordert, das AKW Grohnde umgehend abzuschalten, anstatt die Laufzeiten mit Tricks zu verlängern“, so Baumgarten.

Die in Japan geschmolzenen Brennelemente kamen aus Deutschland. Tepco gehörte zu den Kunden der Urananreicherungsanlage (von Urenco) in Gronau und der Areva-Brennelemente-Fabrik in  Lingen. „Dort werden noch heute trotz des Atomausstiegs weiterhin atomarer Brennstoff produziert und Pannenreaktoren wie Tihange2 und Doel in Belgien versorgt – ebenso wie das störanfällige AKW Cattenom an der deutsch-französischen Grenze“, ergänzt Baumgarten. „Das muss ein Ende haben – und zwar umgehend. Die Bundesregierung muss den Exportstopp und Schließung der Atomfabriken in Gronau und Lingen als Bestandteil des Atomausstiegsbeschlusses verfügen.“
Der BUND ruft Bürger*innen auf, am 9. März in Ahaus oder Berlin gegen Atomkraft und Castortransporte zu demonstrieren.


Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt, Pressesprecherin, BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 – 31, presse(at)nds.bund.net  

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