BUND Landesverband Niedersachsen

BUND erwartet positives Abschluss-Votum vom Dialogforum Schiene Nord

04. November 2015 | Klimawandel, Mobilität, Mobilität, Umweltpolitik

Am 5. November 2015 soll in Celle das Ergebnis des Dialogforums Schiene Nord präsentiert und das Abschlussdokument unterzeichnet werden. Nach monatelanger Prüf- und Detailarbeit der Beteiligten scheint nun erstmalig eine weitgehende Konsenslösung für ein seit Jahrzehnten umstrittenes großes Infrastrukturprojekt möglich: Statt einer unnötig Natur und Landschaft neu verbrauchenden und neu verlärmenden Neubautrasse hat sich die „Alpha E-Variante“ mit  Ausbaumaßnahmen im Bestand als ausreichend, praktikabel und wirtschaftlich erwiesen.

Einer von Hamburg nach wie vor geforderten Neubaustrecke erteilt der BUND eine entschiedene Absage. „Eine im Dialogforum mit geprüfte Neubautrasse entlang der A 7  schneidet insbesondere aufgrund ihres Flächenverbrauchs umweltmäßig wesentlich schlechter ab als die Alpha-Variante und wäre wegen einer zu erwartenden erheblichen Beeinträchtigung von Natura-2000-Gebieten auch nach europäischem Naturschutzrecht unzulässig“, sagt Hans-Werner Mohrmann, Vertreter des BUND beim Dialogforum. Diese und weitere Gründe, die gegen den Hamburger Vorschlag sprechen, hat der BUND in seiner aktuellen Analyse „Zukunft des Seehafenhinterlandverkehrs. Hamburger Vorschlag einer Neubaustrecke ist weder notwendig noch realistisch“ zusammengestellt. (Die BUND-Analyse können Sie hier herunterladen).

An die Verantwortlichen in der Politik und bei der Deutschen Bahn appelliert der BUND, das Ergebnis des Dialogforums vollständig umzusetzen, um dem Willen der Bevölkerung zu entsprechen. Zugeständnisse sind hier insbesondere noch bei der Bedingung eines umfassenden Lärmschutzes notwendig, weil zusätzliche Güterverkehre der heute schon stark belasteten Region sonst nicht mehr zugemutet werden können und erneut zu Widerstand führen würden.


HINTERGRUND

Im Dialogforum Schiene Nord kamen zwischen Februar und November 2015 über 90 VertreterInnen von Landkreisen, Kommunen, Bürgerinitiativen, Umwelt- und Verkehrsverbänden, zusammen, um in insgesamt acht ganztägigen Foren und zahlreichen Arbeitskreissitzungen mit Vertretern der Bahn, Bundes- und Landesministerien sowie hinzugezogenen Sachverständigen an einer tragfähigen Lösung insbesondere des Seehafenhinterlandverkehrs – aber auch des Schienenpersonennahverkehrs – zu arbeiten.

In der Abschlusserklärung empfiehlt das Forum die sogenannte „Alpha E-Variante“. Sie umfasst die folgenden Maßnahmen:

  • 2-gleisiger Ausbau Rotenburg – Verden
  • 1-gleisige Ertüchtigung und Elektrifizierung der „Amerikalinie“ im Abschnitt Langwedel - Uelzen
  • Blockverdichtung Nienburg - Wunstorf  (neue Überholgleise, Wendegleis Nienburg)
  • Blockverdichtung Verden – Nienburg, Celle – Lehrte
  • geringfügiger Ausbau Nienburg – Minden
  • 3-gleisiger Ausbau Lüneburg – Uelzen
  • Ausbau Uelzen-Halle (teilweise bereits im Bau)

Wie ebenfalls im Abschlussdokument vermerkt ist, kann die Alpha-Variante zusätzliche Kapazität liefern, wenn auf der Strecke Hamburg - Wittenberge Überholungsbahnhöfe errichtet und im Raum Rotenburg EVB- und DB-Netz verknüpft werden.

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