BUND fordert bundesweites Nachtmähverbot – Mähroboter Gefahr für Igel und andere Kleintiere

03. März 2026 | Artenschutz (NI), Mitmachen (NI), Umweltpolitik (NI)

Igel. Foto: Tadeusz Lakota, Unsplash Igel.  (Tadeusz Lakota / tadekl / unsplash.com)

Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen bringen am Donnerstag (5. März 2026) im März-Plenum einen Antrag zum Schutz von Igeln und anderen Kleintieren vor Mährobotern (Drs. 19/9910) in den Niedersächsischen Landtag ein. Der BUND Niedersachsen begrüßt den Antrag, kritisiert diesen jedoch als zu lasch. Es müssten nicht nur technische Verbesserungen von Mährobotern und anderen motorisierten Gartengeräten vorangetrieben werden. Der BUND Niedersachsen fordert vielmehr ein generelles und bundesweites Nachtmähverbot für Mähroboter – 30 Minuten vor und nach Sonnenaufgang – um Kleintiere nachhaltig zu schützen.

Tonja Mannstedt, Landesgeschäftsführerin des BUND Niedersachsen, erklärt: „Studien zeigen deutlich, dass Mähroboter insbesondere in den Nachtstunden für Igel, aber auch Amphibien, Frösche und andere Kleintiere oft eine tödliche Gefahr darstellen. Arten wie der Europäische Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) stehen bereits auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) und sind nach dem Bundesnaturschutzgesetz besonders zu schützen. Ein Nachtfahrverbot ist deshalb eine wirksame, notwendige und verhältnismäßige Schutzmaßnahme!“

Der Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen appelliert vor allem an die Hersteller, verstärkt technische Verbesserungen in der Produktion von igel- und kleintiersicheren Mährobotern und anderen motorisierten Gartengeräten voranzutreiben. Bislang hat jedoch kein Mähroboter in Tests – etwa bei der Stiftung Warentest (Ausgabe 04/2024) – alle Sicherheitsprüfungen zum Schutz von Tieren bestanden. Verbraucher*innen sollen durch Informationskampagnen, Warnhinweise auf den Geräten und ein „wildtierfreundliches“ Produktlabel besser aufgeklärt werden. Zudem wird die Landesregierung gebeten, sich für eine bundesweite Regelung zum Betrieb von Mährobotern einzusetzen, einschließlich zeitlicher Vorgaben. Aus Sicht des BUND greift dies zu kurz: Statt unverbindlicher Prüfaufträge braucht es ein klares bundesweites Nachtfahrverbot. Niemand ist darauf angewiesen, seinen Mähroboter nachts fahren zu lassen.

Um Igel zu schützen, verhängen immer mehr Kommunen und Landkreise ein Nachtfahrverbot für Mähroboter – in Niedersachsen unter anderem Göttingen, Hildesheim, Lüchow-Danneberg und Helmstedt. Doch statt einem verwirrenden Flickenteppich braucht es ein bundesweit einheitliches Verbot im Tierschutzgesetz, wie es aktuell das Bundesumweltschutzministerium anstrebt. Das Bundeslandwirtschaftsministerium lehnt diesen Vorschlag jedoch ab. Dabei gibt es keine sachlichen Argumente gegen ein Nachtfahrverbot für Mähroboter. 

Mannstedt weiter: „Es ist schwer vermittelbar, wenn Städte praktische Lösungen umsetzen, während auf Bundesebene ausgerechnet beim Schutz einer besonders geschützten Art blockiert wird. Artenschutz als Druckmittel für politische Debatten zu nutzen, ist keine verantwortungsvolle Politik.“

Der BUND Niedersachsen fordert die Niedersächsische Landesregierung daher auf, sich im Bundesrat klar zum Schutz nachtaktiver Wildtiere zu bekennen und wirksame bundesweite Regelungen zu unterstützen.
 

Hintergrund:
Mähroboter sind besonders gefährlich für Igel. Denn Igel sind keine Fluchttiere, sondern rollen sich bei Gefahr zusammen und werden so von den scharfen Messern der Mähroboter erfasst und oftmals schwer verletzt. Diese Verletzungen sind oft tödlich für die Igel. Igel sind überwiegend in der Dämmerung unterwegs, so dass ein Fahrverbot für Mähroboter in diesem Zeitraum das Problem deutlich reduzieren würde. 

Auch insgesamt schaden Mähroboter der Biodiversität: Sie rasieren den Rasen viel zu häufig und viel zu kurz, vernichten damit Lebensräume für viele Kleinstlebewesen und verhindern die Blüte vieler verschiedener Arten, die ein naturnaher Rasen sonst beinhalten könnte. 

Dem Antrag von SPD und Bündnis 90/Die Grünen war eine Online-Petition für ein Nachtfahrverbot für Mähroboter in Niedersachen mit über 6.000 Stimmen vorangegangen. 
 

Mehr Informationen:
Warum Mähroboter für Igel eine Todesfalle sind 


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