BUND klagt gegen die geplante Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau

19. Juni 2026 | Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Mobilität, Mobilität (NI), Umweltpolitik (NI)

Burg Lenzen - Flusslandschaft Elbe. Foto: Anke Hofmeister

Der BUND Niedersachsen hat am 18. Juni 2026 Klage gegen den Planfeststellungsbeschluss vom 11. Mai für den Neubau der Elbbrücke zwischen Darchau und Neu Darchau sowie die Ortsumfahrung Neu Darchau beim Verwaltungsgericht Lüneburg eingereicht. Anlass zur Klage sind erhebliche naturschutzrechtliche Bedenken, insbesondere Verstöße gegen das europäische Habitatschutzrecht.

Dr. Tonja Mannstedt, Geschäftsführerin des BUND Niedersachsen, unterstreicht: „Durch den Neubau der Brücke und die Ortsumgehung würde es zum Verlust wertvoller Lebensräume kommen. Unter Anderem sind Flächen mit mageren Flachlandmähwiesen betroffen, aufgrund deren mangelnden Schutzes Deutschland bereits von der EU-Kommission verurteilt worden ist. Aus unserer Sicht ist das Vorhaben mit den Vorgaben des europäischen Naturschutzrechts unvereinbar.“

Der Bau der geplanten Elbbrücke würde zu erheblichen Beeinträchtigungen des FFH-Gebiets „Elbeniederung zwischen Schnackenburg und Geesthacht“ führen. Die Natura-2000-Abweichungsprüfung – also die Prüfung, ob der Eingriff in das Schutzgebiet mit einer Ausnahme zulässig ist – weist darüber hinaus Mängel auf. So sei der tatsächliche Zustand des betroffenen Naturraums nicht ausreichend bewertet worden, Alternativen zum Brückenneubau wurden nicht umfassend geprüft.

Unterstützt wird der BUND-Landesverband von der Bürgerinitiative „Ja zur Fähre – Nein zur Brücke“. Ihr Vorsitzender, Thomas Böhlen, betont: „Ein Bedarf für die Brücke ist an dieser Stelle nicht erkennbar, denn mit der geplanten Lösung einer Niedrigwasserfähre gibt es bereits eine gute Alternative. Das entspräche auch der letzten Fassung des Entwurfs zum fortzuschreibenden Niedersächsischen Landesraumordnungsprogramm.“

Bereits im Beteiligungsverfahren hatten der BUND und die Bürgerinitiative umfangreiche Einwände gegen das Projekt vorgebracht und auf die erheblichen Auswirkungen auf Umwelt und Natur hingewiesen.

Dazu Bernhard Stilke vom BUND-Regionalverband Elbe-Heide: „Der Schutz des Biosphärenreservats Elbtalaue sowie der im Planungsraum vorhandenen Natura 2000-Gebiete ist nicht ausreichend stark gewichtet worden. Das Gebiet dient unter anderem dem Schutz von Weichholzauen, die durch das Vorhaben zerschnitten und zerstört werden. Außerdem werden vorhandene Brutplätze des Wachtelkönigs verlärmt. Eine Brücke mit so geringem Nutzen, so hohen Kosten und so schwerwiegenden Auswirkungen auf die Elbtalaue ist nicht gerechtfertigt."
 

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