BUND-Projekt zur Wiederherstellung von Flussauen gestartet

19. Mai 2026

Bild von Feldern an der Modde. Foto: Andreas Krüger / Bioplan  (Andreas Krüger / Bioplan)

Auf einer Pressekonferenz stellte der BUND Niedersachsen heute zusammen mit seinen Partnern das neue Verbundprojekt „OberweserAuen“ zur Renaturierung von Flussauen entlang der Oberweser vor. Im Rahmen des fünfjährigen Projekts sollen Teile der Weserauen wieder an die Weser angebunden werden – etwa durch den Bau von Flutrinnen, die Fluss und Uferlandschaft miteinander verbinden. So können auentypische Lebensräume für Pflanzen und Tiere wiederhergestellt werden und neue Auwälder und Stillgewässer in der Aue entstehen. Der BUND Niedersachsen übernimmt die Gesamtkoordination umfangreicher Maßnahmen zur Wiederbelebung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen in Kooperation mit den Naturschutzbehörden vor Ort.

Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen, betont: „An der Oberweser sind viele natürliche Überschwemmungsflächen, Auwälder und Feuchtwiesen verloren gegangen. Gemeinsam mit unseren Partnern entlang der Oberweser wollen wir dem Fluss Teile seines natürlichen Überflutungsraumes zurückgeben. Damit sorgen wir auch für einen natürlichen Hochwasser- und Klimaschutz. Geeignete Flächen hat der BUND im Vorgängerprojekt identifiziert. Nun kommen wir ins Handeln und schaffen wertvolle Natur an unseren Flüssen. Wir danken allen Kooperationspartnern für die bisherige Zusammenarbeit und freuen uns auf gemeinsame Erfolge!“

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt im Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“. Dr. Alfred Herberg, Leiter des Fachbereichs Schutz, Entwicklung und nachhaltige Nutzung von Natur und Landschaft im BfN, sagt zum Projektstart: „Intakte Fluss- und Auenlandschaften sind von zentraler Bedeutung für Natur, Klima und Gesellschaft. Ihre Renaturierung stärkt den Hochwasserschutz, bindet Treibhausgase, erhält die biologische Vielfalt und schafft lebenswerte Räume für Mensch und Natur. Mit dem Verbundprojekt ‚OberweserAuen‘ im Bundesprogramm ‚Blaues Band‘ zeigen Bund, Länder und regionale Partner gemeinsam, wie ein integrativer Ansatz für nachhaltige Gewässer- und Auenentwicklung erfolgreich umgesetzt werden kann.“

Der BUND Niedersachsen führt das Projekt „OberweserAuen“ mit zwei weiteren Projektträgern durch: dem Landkreis Holzminden in Niedersachsen sowie dem Landkreis Minden-Lübbecke in Nordrhein-Westfalen. Es besteht aus drei Teilprojekten, in denen unterschiedliche Naturschutzmaßnahmen umgesetzt werden.

Das erste Teilprojekt „Herrengraben“ liegt in der Gemeinde Kalletal im Kreis Lippe und wird durch den BUND Niedersachsen realisiert. Ziel ist die naturnahe Entwicklung des gleichnamigen Weser-Zuflusses. 

Im Teilprojekt „Uferteiche Dölme“ in der Samtgemeinde Bevern im Landkreis Holzminden wird eine Flutrinne gestaltet, die an die Weser angebunden wird. Michael Buschmann von der Naturschutzbehörde des Landkreises Holzminden hebt hervor: „Die Zusammenarbeit aller Akteure an der Oberweser, etwa aus der Landwirtschaft und der Schifffahrtsverwaltung, ist uns wichtig. Naturschutz an der Oberweser benötigt auch die Akzeptanz der Bürger*innen. Um die Maßnahmen sichtbar zu machen, werden wir auf einem Naturerlebnis-Platz am Weser-Radweg Informationsangebote bereitstellen.“

Im Mittelpunkt des dritten Projekts „Modde“ in Porta Westfalica im Kreis Minden-Lübbecke steht die Reaktivierung einer Flutrinne und die Schaffung auentypischer Kleingewässer. Joachim Schneider von der Unteren Naturschutzbehörde im Kreis Minden-Lübbecke erklärt:„Wir freuen uns, am ersten Verbundprojekt im Blauen Band Deutschland beteiligt zu sein. Die Umsetzung auf mehrere Schultern zu verteilen, kann ein Modell zur Realisierung anderer großer Naturschutzprojekte in der Zukunft sein und dazu ermutigen, solche Vorhaben zu wagen.“

Der BUND kooperiert im Verbundprojekt mit weiteren Partnern, insbesondere dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser. Nicola Brandorff, Fachgebietsleitung Schifffahrt, Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser, sagt: „Die Kooperationen zwischen den Maßnahmen der WSV und dem Auenförderprogramm sind entscheidend für die Vernetzung von Flüssen und ihren Auen. Wir freuen uns daher sehr, gemeinsam mit den Verbundpartnern die Oberweser und ihre Auen in den Teilprojekten „Uferteiche Dölme“ und „Modde“ ökologisch aufzuwerten. Wir hoffen, dass diesem erfolgreichen Beispiel noch viele weitere Kooperationen folgen werden.“

Hintergrund: 

Nur knapp neun Prozent der Flussauen in Deutschland sind ökologisch intakt, im Wesereinzugsgebiet sogar nur zwei Prozent. Gesunde Ökosysteme rund um Flüsse binden in großem Umfang Treibhausgase. Außerdem verbessern sie die Qualität von Wasser und Luft und schützen vor den Folgen extremer Wetterereignisse wie Hochwasser. 

Die Förderung des Projekts „OberweserAuen“ erfolgt im Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ (Förderprogramm Auen) durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. Zudem werden weitere Drittmittel zur Verfügung gestellt, im Projekt „Herrengraben“ durch den Kreis Lippe und im Projekt „Uferteiche Dölme“ durch das Land Niedersachsen.

Weitere Infos unter: https://www.bund-niedersachsen.de/oberweserauen 

Kontakt:

Manuel Nerhoff, Projektleitung im Bereich Gewässer beim BUND Niedersachsen, Verbundkoordinator des Projekts „OberweserAuen“, Manuel.Nerhoff(at)nds.bund.net , Tel. 0511 96569-75

Pressekontakt:

Marie Schächtele, Tel. 0511 96569 82, marie.schaechtele(at)nds.bund.net sowie presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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