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BUND Landesverband Niedersachsen

Die Speer-Azurjungfer ist Libelle des Jahres 2020 - In Niedersachsen weist die Art bereits deutliche Lücken im Bestand auf

11. Dezember 2019 | Artenschutz, Libellen, Lebensräume

Coenagrion hastulatum im Kiehnmoor. Foto: Maike Sprengel-Krause

Der BUND und die Gesellschaft der deutschsprachigen Odonatologen (GdO) haben die Speer-Azurjungfer (Coenagrion hastulatum) zur Libelle des Jahres 2020 gekürt. „Die Speer-Azurjungfer ist eine in ganz Deutschland seltene Kleinlibelle, deren Bestände in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen sind und die in vielen Landesteilen auszusterben droht“, begründen BUND und GdO ihre Auswahlentscheidung. „Durch die Effekte der Klimakrise ist die ohnehin seltene Art noch stärker vom Aussterben bedroht. Einstige Lebensräume gehen durch die menschengemachten Klimaveränderungen verloren.“ So ist der Rückgang von Mooren einerseits als auch der hohe Eintrag von Nährstoffen in Gewässer infolge von Überdüngung andererseits hierfür verantwortlich.

Notwendig zum Schutz und zum Erhalt dieser nicht direkt durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geschützten Art sind eine konsequente Erfassung und ein Monitoring der noch vorhandenen Vorkommen. Klaus-Jürgen Conze, Biologe und Libellenkundler bei der GdO, erklärt: „Die bestehenden Populationen müssen wachsen, um so ein Aussterben der Art zu verhindern. Um die Libellenart langfristig zu schützen, ist eine extensive Bewirtschaftung besiedelter Teiche, die Neuanlage nährstoffarmer Flachgewässer und der Schutz der noch erhaltenen Moore vor Nährstoffeintrag von großer Priorität.“

In Niedersachsen war die Speer-Azurjungfer einst weit verbreitet. In den Mittelgebirgen wie Harz und Solling kommt sie immer noch vor, auch im Tiefland östlich der Weser. Im Nordwesten Niedersachsens nehmen ihre Bestände jedoch seit einigen Jahren deutlich ab. „Zuhause ist die Speer-Azurjungfer in Hoch-, Übergangs- und Flachmooren sowie nährstoffarmen Gewässern“, erklärt Maike Sprengel-Krause, Libellenexpertin des BUND Niedersachsen. „Sie lebt dabei jedoch nicht - wie manch andere Moorlibelle - in Moorschlenken, sondern benötigt geflutete Torfstiche. Darum profitiert sie von Moorrenaturierungen mit großflächiger Wiedervernässung.“ Die BUND-Fachfrau entdeckte diese Libelle beispielsweise in großer Zahl im Großen Moor bei Becklingen im Landkreis Celle.

Das blau-schwarz gemusterte Männchen und das grün-schwarz gemusterte Weibchen der Speer-Azurjungfer sind nicht einfach zu bestimmen, vor allem das grüngefärbte Weibchen kann mit verwandten Kleinlibellenarten verwechselt werden. Arttypisch sind die grün gefärbten Augenunterseiten und ein namensgebendes speerförmiges Abzeichen auf der Oberseite des zweiten Hinterleibsegmentes beim Männchen beziehungsweise die typische Form des Vorderbrust-Hinterrandes beim Weibchen.

Der Lebenszyklus der Speer-Azurjungfer, die wie alle einheimischen Libellenarten einen beachtlichen Teil ihres Lebens als Larve im Wasser verbringt, beträgt ein Jahr. In Niedersachsen lassen sich die erwachsenen Tiere von Mai bis Juli beobachten. Wo Vorkommen bestehen, sollten die besiedelten lückigen Flachwasserzonen besonders geschützt und erhalten und im Umfeld weitere Gewässer mit solchen Uferbereichen entwickelt werden.

Mehr Informationen zu Libellen unter: www.libellula.org



Rückfragen zum Thema an:
Maike Sprengel-Krause, Libellenexpertin BUND Niedersachsen, maike.sprengel(at)bund.net

Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt, Pressesprecherin, BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 – 31, tonja.mannstedt(at)nds.bund.net
 

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