Fischereifreie Zonen: Wattenmeer braucht deutlich mehr Schutz

12. Oktober 2026 | Artenschutz (NI), Lebensräume, Meere

Fischerei  (Peggy Marco / Pixabay.com / Pixabay-Lizenz)

Das Ergebnis des Niedersächsischen Fischereidialogs und das vom Land vorgelegte Flächenkonzept für fischereifreie Schutzgebiete im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer kommentieren die Landesverbände von BUND und NABU folgendermaßen: 

„Wir begrüßen den vom Land angestoßenen Fischereidialog und die Ausweisung fischereifreier Zonen im Nationalpark Wattenmeer. Das nun vorgelegte Flächenkonzept halten wir jedoch für völlig unzureichend. Mit lediglich 16 Prozent fischereifreier Gebiete im Nationalpark werden die gesetzlichen Anforderungen an das Schutzgebiet deutlich verfehlt. 

Aus unserer Sicht sind Lage und Zuschnitt der Gebiete nicht geeignet, um eine Regeneration der stark geschädigten Lebensgemeinschaften des Meeresbodens zu ermöglichen. Der ökologische Zustand des Küstenmeers ist besorgniserregend. Deshalb kann das heute vorgestellte Konzept nur ein erster Schritt sein. Der Fischereidialog muss fortgesetzt werden. Ziel muss es sein, mittelfristig mehr als die Hälfte des Nationalparks nutzungsfrei zu entwickeln. Nur mit ausreichend großen und ökologisch geeigneten Rückzugsräumen wird es gelingen, die Artenvielfalt zu stärken und das Ökosystem gegenüber den Folgen des Klimawandels zu wappnen. 

Eine zukunftsfähige Fischerei im Wattenmeer wird es nur geben, wenn sich der ökologische Zustand unseres Küstenmeeres wirksam verbessert. Gleichzeitig benötigen die betroffenen Fischereibetriebe Unterstützung bei der Transformation. Bund und Land müssen die betroffenen Betriebe und Regionen gezielt unterstützen, z. B. durch Förderung umweltverträglicher Fanggeräte und der Direktvermarktung, durch Hilfen bei Diversifizierung und Umschulung sowie durch Abwrackprogramme.“

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