BUND Landesverband Niedersachsen

Gemeinsamer Schutz für Ortolan, Feuersalamander und Vogelazurjungfer - Umweltminister Lies überreicht Bescheid für Ökologische Station im Wendland

23. September 2022 | Artenschutz, Einrichtungen, Lebensräume, Landwirtschaft, Flüsse & Gewässer

In Bergen an der Dumme überreicht Umweltminister Olaf Lies heute dem BUND Niedersachsen den Bescheid für die neue Kooperative Naturschutzstation Wendland-Drawehn. Zusammen mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) erweitert der Umweltverband zukünftig die bestehende Ökologische Station in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Uelzen. Ziel ist es, die naturschutzfachliche Vor-Ort-Betreuung in den Natura 2000-Gebieten und weiteren Gebieten von besonderer Bedeutung für den Naturschutz zusammen mit den Landkreisen weiter auszubauen und zu stärken. Dabei arbeiten BUND und NLWKN im Sinne des Niedersächsischen Weges mit der Landwirtschaftskammer und ihrer Biodiversitätsberatung in der Pilotregion Lüchow-Dannenberg unter einem Dach.

Olaf Lies, niedersächsischer Umweltminister: „Der Niedersächsische Weg hat aufgezeigt, wie Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsame Lösungen finden. Insgesamt stehen so jährlich ca. 100 Millionen Euro zusätzlich für Umwelt-, Natur-, Arten- und Gewässerschutz zur Verfügung. Passgenauer Naturschutz braucht aber auch Kompetenz vor Ort – und die haben und schaffen wir ganz maßgeblich durch Einrichtungen zur Vor-Ort-Betreuung wie die Naturschutz- und Ökologischen Stationen. Es ist ein hervorragendes Beispiel, wie die Kooperative Naturschutzstation Wendland-Drawehn diese Aufgabe wahrnehmen will. Als Land fördern wir die Zusammenarbeit von BUND, NLWKN und Landkreisen mit rund 518.000 Euro. Die Vor-Ort-Betreuung der Schutzgebiete und die Beratung für einen verbesserten Biotop- und Artenschutz in der Agrarlandschaft setzen wir so in der Fläche um. So bringen wir den Niedersächsischen Weg in die Fläche: Naturschutz und Landwirtschaft, die aufeinander eingehen. Ich danke allen Beteiligten für Ihren Einsatz!“

Susanne Gerstner, BUND-Landesvorsitzende: „In der deutlich erweiterten Förderkulisse sehen wir eine hohe Anerkennung unserer Arbeit. Dafür danken wir dem Land und den vielen Partnern vor Ort, die uns in den vergangenen Jahren unterstützt haben. Unsere Arbeit trägt bereits viele Früchte. Wir haben neue Gewässerlebensräume für Bachmuschel, Fische und Libellen geschaffen. Gemeinsam arbeiten wir an einem Wassermanagement für die Landgraben-Dumme-Niederung, das Landnutzer*innen und Naturschutz in Zeiten der Klimakrise gleichermaßen zu Gute kommt. Besondere Verantwortung trägt die Region für den Schutz des Ortolans. Wir werden uns dafür einsetzen, die Lebensräume für diese und zahlreiche weitere Brutvogelarten der Agrarlandschaft zu erhalten und zu verbessern. Erfolge gelingen nur in enger Zusammenarbeit mit den Landkreisen, dem NLWKN und vor allem den Landeigentümer*innen und Nutzer*innen. Der Bauernverband und der Landschaftspflegeverband sind dabei zentrale Partner.“

NLWKN-Direktorin Anne Rickmeyer: „Die mehrjährige, enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit von BUND und NLWKN in der naturschutzfachlichen Betreuung der Landgraben-Dummeniederung und die gute Kooperation mit regionalen Akteuren, wie dem Bauernverband Nordostniedersachsen oder den Unterhaltungs- bzw. Wasser- und Bodenverbänden, hat die Grundlage für das gemeinsame Konzept der Kooperativen Naturschutzstation geschaffen. Ich freue mich, dass BUND und NLWKN hier ihre Kräfte bei der Vor-Ort-Betreuung von Schutzgebieten auch zukünftig bündeln. Der NLWKN wird sich hierbei als großer Flächeneigentümer entsprechend seiner Vorbildfunktion besonders um die Pflege und Entwicklung landeseigener Naturschutzflächen kümmern, sich aber auch beim Schutz landesweit hochgradig gefährdeter Arten wie der Wiesenweihe engagieren. Außerdem steht NLWKN-Mitarbeiter Stefan Beilke als ‚Kümmerer vor Ort‘ auch fachbehördlich beratend zur Verfügung.“

In der Betreuungskulisse der neuen Ökologischen Station liegen zahlreiche Flächen im Landkreis Lüchow-Dannenberg und im östlichen Teil des Landkreises Uelzen, darunter wertvolle FFH-, Natura 2000- und EU-Vogelschutzgebiete wie die Landgraben- und Dummeniederung, das Gewässersystem der Jeetzel mit Quellwäldern, die Nemitzer Heide oder die Ostheide.

 

Bei Rückfragen:
Petra Dittberner, Ökologische Station Landgraben-Dumme-Niederung des BUND, Mobil (0171) 493 17 29, dittberner(at)bund-ldn.de

BUND-Pressestelle:
Elisabeth Schwarz, Tel. (0511) 965 69 – 32, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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