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Kein Müll im Fluss - BUND ruft zu Aktionen gegen Plastik in Flüssen und Seen auf

27. August 2021

Plastikmüll ist nicht nur ein Problem an den Küsten und in den Meeren, auch im Binnenland wird Unrat achtlos an den Ufern von Seen und Flüssen liegengelassen oder ins Wasser geworfen. Um auf die Müllverschmutzung in unseren Gewässern aufmerksam zu machen und anzuregen, den eigenen Kunststoffkonsum zu überdenken, veranstaltet der BUND Niedersachsen im September den Aktionsmonat „Kein Müll im Fluss“. „Jeder eingesammelte Sack mit Flussmüll verringert die Belastung unserer Binnengewässer und der Meere, die durch Einträge von Nährstoffen und Schadstoffen, durch Klimawandel und weitere menschliche Störungen bereits stark leiden“, ist Susanne Gerstner, Geschäftsführerin des BUND Niedersachsen, überzeugt.

Der Mülleintrag in die Nordsee durch Ems, Weser und Elbe ist beträchtlich, weiß Meeresbiologin Rosanna Schöneich-Argent und fügt hinzu: „Das hat weitreichende Folgen für die Gewässer und die dort lebenden Tiere. Sie verstricken und verletzen sich oder verschlucken Müllteile, weil sie diese mit Nahrung verwechseln. So können Plastik und die darin enthaltenen Chemikalien wieder auf unserem Teller landen. Viren, Bakterien und kleinere Lebewesen gelangen wiederum als Mitreisende auf treibendem Plastikmüll in andere Regionen und Länder, wo sie als ortsfremde Arten zum Problem werden. Doch auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind immens: Die Kosten für Reparaturen und Säuberungsaktionen belaufen sich jährlich auf umgerechnet mehrere Milliarden Euro weltweit.“

Der Aktionsmonat findet im Rahmen des BUND-Projektes „Kommunaler Wettbewerb – Köpfchen statt Kunststoff“ statt und startet am 1. September mit einem online Film- und Diskussionsabend in Kooperation mit dem Sender ARTE. Nach der Vorführung des Dokumentarfilms „Plastik überall – Geschichten vom Müll“ haben die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich mit BUND-Projektleiterin Rosanna Schöneich–Argent über das Gesehene und die Kunststoffmüll-Problematik auszutauschen.

Zudem können Interessierte an Müllsammel-Aktionen z. B. in Hannover, Hameln, Wilhelmshaven, Göttingen oder Hamburg teilnehmen sowie sich bei Infoständen und Vorträgen mehr mit dem Thema (Kunststoff-)Müll in Flüssen und Seen beschäftigen. So wird Tim Kiessling von der Kieler Forschungswerkstatt am 3. September über das internationale Citizen Science-Projekt „Plastikpiraten“ sprechen, bei dem Schüler*innen zusammen mit Wissenschaftler*innen die Müllverschmutzung von Flüssen kartieren, und Philip Ehrhorn von The Great Bubble Barrier erklärt am 8. September, wie Müll in Flüssen mit Hilfe eines Blasenschleiers gesammelt werden kann. Außerdem ist Clemens Feigl am 17. September zu Gast. Der Mitgründer von everwave (ehem. Pacific Garbage Screening) referiert über den ganzheitlichen Ansatz des Unternehmens, mit Bildungsarbeit, Vernetzung und Cleanup-Technologien aus Plattformen, Drohnen, Müllsammelbooten und Künstlicher Intelligenz den Mülleintrag in die Umwelt zu stoppen.

Für die Vorträge sowie für den Film- und Diskussionsabend können sich Interessierte bei Projektleiterin Rosanna Schöneich-Argent unter rosanna.schoeneich-argent@nds.bund.net anmelden.

Hintergrund:

Studien beziffern den weltweiten Eintrag von Plastik ins Meer über Wasserwege auf jährlich bis zu 4 Millionen Tonnen. Die im Juli in Kraft getretene EU-Einwegkunststoff-Richtlinie verbietet die Produktion und Verwendung bestimmter Einwegplastik-Produkte. Damit sollen die Müllmengen sowie deren Auswirkungen auf Natur und Umwelt reduziert werden.

Das BUND-Projekt „Kommunaler Wettbewerb – Köpfchen statt Kunststoff“ hat zum Ziel, Vorhaben zur Kunststoffreduktion und -vermeidung im öffentlichen Raum zu sammeln und neue Initiativen anzuregen. Dadurch will der BUND ein Umdenken und einen bewussteren Kunststoffkonsum fördern. Städte und Gemeinden aus Niedersachsen können sich mit innovativen Ideen, laufenden und abgeschlossenen Projekten zur Verringerung des Einsatzes von Kunststoffen und des anfallenden Kunststoffabfalls bewerben. Neben kommunalen Strategien soll auch auf privates Engagement und erfolgreiche Aktivitäten von Bürger*innen aufmerksam gemacht werden. Durch öffentliche Informations- und Bildungsangebote sollen Bürger*innen für das Plastikproblem sensibilisiert werden. Der BUND Niedersachsen führt das Projekt gemeinsam mit dem Niedersächsischen Städtetag durch, gefördert wird es von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung.

Weitere Informationen und das ausführliche Programm zum Aktionsmonat: www.bund-niedersachsen.de/Kein-Muell-im-Fluss
 

Kontakt:
Dr. Rosanna Schöneich-Argent, BUND Landesverband Niedersachsen, rosanna.schoeneich-argent(at)nds.bund.net

BUND-Pressestelle:
Dr. Tonja Mannstedt, Elisabeth Schwarz, Tel. (0511) 965 69 – 31, Mobil (0171) 359 86 76, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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