Kommunaler Wettbewerb - Köpfchen statt Kunststoff

Die Umweltbelastung mit Plastikmüll ist in den vergangenen Jahren zunehmend in den Fokus des öffentlichen Interesses gerückt. Obwohl heutzutage eine wahre Informationsflut zu dieser Thematik existiert, halten sich weiterhin diverse Fehlvorstellungen: Eine davon ist die Annahme, Unrat aus Kunststoff sei hauptsächlich ein Problem im Meer und an den Küsten. Durch das Projekt „Kommunaler Wettbewerb – Köpfchen statt Kunststoff“ soll daher das Umweltbewusstsein der Bevölkerung gestärkt und der Fokus auf kommunale Strategien zur Kunststoffreduktion sowie ‑vermeidung im Binnenland gelegt werden.

Die Problematik

Kunststoffmüll in der Natur (Foto: BUND/Rosanna Schöneich-Argent)

Für die Herstellung von Kunststoffen werden weitestgehend fossile Rohstoffe verbraucht. Zudem entstehen in jedem Abschnitt des „Lebenszyklus“ von Kunststoffen (d. h. bei der Förderung und dem Transport der Rohstoffe, bei der Produktion, beim Abfallmanagement und als unsachgemäß entsorgter Müll) Treibhausgase, die die Atmosphäre belasten und zum Klimawandel beitragen.

Werden Kunststoffabfälle zur Umweltverschmutzung, empfinden wir Menschen den Unrat im Landschaftsbild als störend und bleiben besonders vermüllten Regionen fern, was dem Tourismussektor schadet. Weitere wirtschaftliche Schäden wie Reparaturkosten und Säuberungsaktionen belaufen sich jährlich auf umgerechnet mehrere Milliarden Euro weltweit. Doch das sind nur die Dinge, die wir monetär beziffern können. Schwierig abzuschätzen sind die Umweltschäden: Tiere verstricken sich in größere Müllteile, verschlucken sie, verletzen sich oder verenden daran. Plastikmüll verwittert mit der Zeit und zersetzt sich in immer kleinere Bestandteile. Dieses sekundäre Mikroplastik gelangt zusammen mit synthetischen Fasern aus unserer Kleidung, Reifenabrieb oder Partikeln aus Körperpflegeprodukten und all den enthaltenen Chemikalien in unsere Umwelt und letztlich nicht nur in tierische und pflanzliche Organismen, sondern auch in unsere Körper. Die komplexen, langfristigen und vor allem negativen ökologischen Folgen beginnen wir gerade erst zu verstehen.

Um dieses vielschichtige Umweltproblem bewältigen zu können, das alle Bereiche der Gesellschaft betrifft, bedarf es verschiedenster Lösungsansätze. Ein wichtiger Baustein dabei spielt die Bewusstseinsbildung der Bevölkerung. Zur Anregung nachhaltiger Strategien umfasst das Projekt „Köpfchen statt Kunststoff“ somit einen Wettbewerb für Städte und Gemeinden sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit durch Bildungsveranstaltungen und öffentliche Aktionen.

Teil des Projekt „Köpfchen statt Kunststoff“ ist ein Wettbewerb für Städte und Gemeinden sowie die Sensibilisierung der Öffentlichkeit zu diesem Thema durch Bildungsveranstaltungen und öffentliche Aktionen.

Der Wettbewerb

Plastikflaschen (Foto: BUND/Rosanna Schöneich-Argent)

Durch verstärkte Forschung und mediale Kommunikation der Ausmaße und Konsequenzen der Umweltverschmutzung mit Plastikmüll wurde in den vergangenen Jahren ein Umdenken im Kunststoffkonsum angestoßen. So gibt es vielerorts bereits private Bemühungen, laufende Projekte und erfolgreiche Initiativen, die sich dem Thema verschrieben haben. Hierbei ist das Potenzial jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Der kommunale Wettbewerb „Köpfchen statt Kunststoff“ bietet daher niedersächsischen Städten und Gemeinden die Gelegenheit, sich mit innovativen Ideen, laufenden Programmen und abgeschlossenen Projekten zur Kunststoffreduktion und -vermeidung im öffentlichen Raum zu bewerben. Mit beratender Unterstützung des BUND können während der einjährigen Wettbewerbsphase sowie darüber hinaus bestehende Konzepte optimiert oder neue Ideen angestoßen bzw. umgesetzt werden. Nach Ende des Jahres werden die Maßnahmen(-pläne) von einer Jury bewertet und ausgezeichnet.

Der Wettbewerb wird von Schulungen zum Umweltbewusstsein „Kunststoff“, Workshops, Vortragsveranstaltungen, landesweiten Mitmach-Aktionen sowie einer Auftakt- und Abschlussveranstaltungen begleitet, die als Networking-Events für niedersächsische Kommunen, Vereine und Initiativen sowie BUND-Gruppen dienen.

Der Kunststoff-Wettbewerb wird in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Städtetag, mit Unterstützung von BUND-Gruppen und im Austausch mit dem BUND-Projekt „Plastikfreie Küste – Inseln als Startpunkt des Wandels“ durchgeführt.

Das Ziel

Ziel des Projektes ist, landesweit Erfahrungswerte in der Planung und Umsetzung konkreter Verminderungs- und Vermeidungsstrategien zu sammeln und dadurch für Kommunen langfristig Anreize zu schaffen, die Menge genutzter Kunststoffe (weiter) zu reduzieren und den Gebrauch sinnvoll zu überdenken. Gleichzeitig soll die Bevölkerung nachhaltig für die Thematik sensibilisiert werden.

Geplante Laufzeit

11.2020 - 10.2022

Gefördert durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung
In Kooperation mit dem Niedersächsischen Städtetag

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