Moorschutz ist Klimaschutz - BUND fordert eine wirksame Strategie für den Schutz und die Entwicklung von Mooren

01. Februar 2023

Niedersachsen trägt als moorreichstes Bundesland eine große Verantwortung für den Moorschutz. Zum Tag der Feuchtgebiete (2. Februar) fordert der BUND Niedersachsen das Land auf, eine Vorreiterrolle beim Schutz der Moore zu übernehmen, den Torfabbau zu verbieten und ausreichende Mittel für die Renaturierung sowie klima- und naturschutzgerechte Nutzung von Moorflächen zur Verfügung zu stellen.

Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen: „Moore sind nicht nur Hotspots der Artenvielfalt, sie schützen auch unser Klima, indem sie große Mengen an Kohlenstoff speichern. Da in Niedersachsen ein Drittel der deutschen Moorflächen liegen, muss das Land seiner besonderen Verantwortung im Moorschutz endlich nachkommen und diese Flächen prioritär schützen und klimagerecht entwickeln. Der geplante Neubau der Autobahn A20 muss endgültig gestoppt werden. Denn allein durch die ersten beiden Bauabschnitte in Niedersachsen würden wertvolle Moor- und Marschgebiete zerstört, 1,8 Millionen Kubikmeter Torf ausgehoben sowie fast 450.000 Tonnen CO2 freigesetzt werden. Wir fordern Ministerpräsident Weil dringend auf, sich gegen den Bau neuer Autobahnen einzusetzen, insbesondere, wenn sie wertvolle Moorböden vernichten.“

In Niedersachsen sind lediglich fünf Prozent der Moorflächen noch intakt, rund 2/3 der Moorböden werden landwirtschaftlich genutzt. Auch ist das Land trauriger Spitzenreiter beim Ausstoß von Treibhausgasen aus entwässerten Mooren. Damit die Flächen ihre Klimaschutz-Funktion zurückgewinnen und ihre Bedeutung als CO2-Speicher sowie Lebensraum wahrnehmen können, braucht das Land schnell eine verbindliche Moorentwicklungsstrategie und wirksame Schutzmaßnahmen. Darin müssen laut BUND Schwerpunkträume zur Wiedervernässung sowie angepasste Nutzungskonzepte im Einklang mit Klima- und Naturschutz im Mittelpunkt stehen. „Um die Klimaziele zu erreichen, müssen geeignete Förderprogramme umgehend zur Verfügung gestellt werden“, fordert Gerstner. „Landwirtschaftliche Betriebe brauchen Planungssicherheit und finanzielle Unterstützung, um ihre Bewirtschaftung auf klima- und naturschonende Bewirtschaftungsweisen wie Paludikulturen umzustellen. Es müssen neue Wertschöpfungsketten und Absatzmärkte für Produkte von nassen Moorböden aufgebaut werden.“

Weiterhin erwartet der BUND, dass die Landesregierung den längst überfälligen Ausstieg aus dem Torfabbau umsetzt. Gerstner: „Es muss endgültig Schluss sein mit neuen Genehmigungen. Wertvolle Moorböden abzugraben, konterkariert die Klimaziele und widerspricht den Zielvereinbarungen zum Moorschutz zwischen Bund und Ländern. Wir nehmen die rot-grüne Koalition beim Wort, dass sie einen weiteren Torfabbau gesetzlich unterbinden wird.“

Der BUND setzt sich seit Jahrzehnten für den Schutz der Moore ein. Die BUND-Einrichtung Diepholzer Moorniederung führt praktische Maßnahmen zur Renaturierung von Hochmooren durch, wodurch die Freisetzung von Treibhausgasen reduziert und die Artenvielfalt auf den Moorflächen gefördert wird. Im Projekt „Moorland“ können Privatpersonen und regionale Unternehmen durch den Kauf von symbolischen Anteilsscheinen ihre unvermeidbaren CO2-Emissionen auf freiwilliger Basis kompensieren und durch Klimaspenden mithelfen, Moorflächen in Niedersachsen wiederzuvernässen.

Weitere Informationen:
Im Januar hat der BUND gemeinsam mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Michael Succow Stiftung den Mooratlas 2023 veröffentlicht. Die Publikation beleuchtet auf 50 Seiten und mit 52 Illustrationen nicht nur die Geschichte der Moore, ihre Bedeutung als einzigartige Lebensräume für das weltweite Klima und die Biodiversität sowie ihre Zerstörung mit lokalen und globalen Folgen. Er zeigt auch, wie Moore geschützt, ihre Funktionsfähigkeit wiederhergestellt und die Potenziale nasser Moore für den Klimaschutz genutzt werden können. Der Mooratlas 2023 kann auf der Homepage des BUND Niedersachsen heruntergeladen werden.

Die 2021 geschlossene Bund-Länder-Zielvereinbarung zum Klimaschutz durch Moorbodenschutz besagt unter anderem, dass sich Bund und Länder dafür einsetzen, dass keine neuen Anträge zum Torfabbau genehmigt werden.

Zum Projekt Moorland®

Kontakt:
Susanne Gerstner, Landesvorsitzende, BUND Landesverband Niedersachsen, susanne.gerstner@nds.bund.net

BUND-Pressestelle:
Elisabeth Schwarz, Tel. (0511) 965 69 – 32, Mobil (01515) 33 111 88, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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