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BUND Landesverband Niedersachsen

Neue Chancen für Naturschutzprojekte in den Flussauen - BUND strebt Blaues Band an der Oberweser an

13. Dezember 2018 | BUND, Landwirtschaft, Lebensräume, Wasser, Flüsse, Meere

Blick vom Weser Skywalk, Beverungen. Foto UIH Ingenieur- und Planungsbüro / Schackers

Mit dem neuen Bundesprogramm „Blaues Band Deutschland“ will die Bundesregierung mehr Natur an Flüssen schaffen. Dazu wird es ab 2019 erstmals Fördermittel für Renaturierungsmaßnahmen in großen Flussauen geben. Damit hiervon auch die Oberweser profitiert, hatte der BUND gemeinsam mit Partnern den Initiativkreis Oberweser gegründet und 2016 erstmals eine länderübergreifende Flusskonferenz durchgeführt. Am vergangenen Dienstag wurden die dort debattierten Ziele auf regionaler Ebene weiter präzisiert. Über 50 Teilnehmer*innen aus Landkreisen, Kommunen, Umweltverbänden, Fischereiorganisationen, Wassersport und Landwirtschaft nahmen an dem Regionalgespräch im Schloss Bevern teil.

Mit Blick auf das erhoffte bundesweite Auen-Förderprogramm standen Projektideen zur Renaturierung von Auenflächen, also jenen Flächen, die auch noch bei extremen Weser-Hochwassern überflutet werden können, im Mittelpunkt der Regionalkonferenz. „Naturnahe Flüsse und Auen sind die Lebensadern unserer Landschaft, bedeutende Verbundachsen für Tiere und Pflanzen, aber auch Orte der Ruhe und Erholung für uns Menschen. Diese wertvollen Lebensräume will der BUND an der Oberweser mit Hilfe des Blauen Bandes erhalten“, sagte BUND-Landesgeschäftsführerin Susanne Gerstner. Timo Riecker vom Bundesamt für Naturschutz lobte die Initiative. Ein Zusammenschluss von so vielen unterschiedlichen Akteuren über Ländergrenzen hinweg, die sich gemeinsam für mehr Flussnatur engagieren, sei bundesweit einzigartig.

Den Willen zur Unterstützung entsprechender Aktivitäten unterstrich Joachim Wöhler als Vertreter des Niedersächsischen Umweltministeriums. So seien die an der Oberweser entfalteten Aktivitäten ganz im Sinne des vom Land Niedersachsen geschaffenen „Aktionsprogramms Niedersächsische Gewässerlandschaften“. Aktuell werde geprüft wie das Land beispielsweise durch eine Kofinanzierung von „Blaue Band"-Projekten zur Umsetzung von Renaturierungsmaßnahmen in der Weseraue beitragen kann. Die Landrät*innen der Landkreise Holzminden, Höxter und Hameln-Pyrmont betonten die Bedeutung einer naturnahen Oberweserlandschaft für die Regionalentwicklung und ihren verbindenden Charakter. Renaturierungen bieten große Potenziale für eine ökologische Verbesserung im Einklang mit einer Stärkung naturtouristischer Angebote.

Projektbeispiele aus der Weseraue veranschaulichten Potenziale für mehr Flussnatur: Eine Revitalisierung von Hochflutrinnen, die bei Hochwasser die Weseraue durchziehen, schafft wichtige Lebensräume für auentypische Pflanzen und Tiere, neue Weichholzauenwälder wirken dem Insektensterben entgegen. Als zweites Beispiel wurde das Modellvorhaben des BUND-Auenzentrums mit der Deichrückverlegung in der Lenzener Elbtalaue vorgestellt: Hier wurde der Natur eine 420 ha große Überflutungsfläche zurückgegeben, in der ganzjährig weidende Pferde für das Offenhalten von Teilflächen sorgen und eine besondere Attraktion für die Gebietsbesucher darstellen.

Inspiriert von den Beispielen sammelten die Teilnehmer*innen etwa 70 eigene Projektideen: von der Schaffung von Flussinseln bis hin zur Renaturierung der Mündungsbereiche kleiner Bäche und Flüsse sowie der Entwicklung artenreicher Wiesen und Weiden. Diese Vorschläge wird der BUND im Initiativkreis Oberweser weiter auswerten und für die gesamte, über 200 km lange Oberweserstrecke zwischen Hannoversch Münden im Süden und Minden im Norden zusammenzuführen. Ziel ist es, ein Förderprojekt im Rahmen des „Blaues Bandes“ zu entwickeln. Regionalgespräche mit anderen Weser-Anrainer-Landkreisen sollen in den kommenden Monaten folgen.



HINTERGRUND:
Mit dem Ziel, Renaturierungsmaßnahmen des „Blauen Bandes“ in Zukunft auch an der Nebenwasserstraße Oberweser stattfinden zu lassen, hat sich 2015 der „Initiativkreis Oberweser“ gegründet. Dieser besteht aus: BUND Landesverband Niedersachsen e.V., BUND Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V., BUND Auenzentrum Burg Lenzen/Elbe, Bezirkskonferenz Naturschutz Ostwestfalen-Lippe, Stiftung für die Natur Ravensberg, Hochschule Ostwestfalen-Lippe - Fachbereich Landschaftsarchitektur und Umweltplanung, Zukunftszentrum Holzminden-Höxter u.a.



Rückfragen zum Thema an:
Susanne Gerstner, Landesgeschäftsführerin, BUND Landesverband Niedersachsen, susanne.gerstner(at)nds.bund.net

Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, BUND Landesverband Niedersachsen, Tel. (0511) 965 69 – 31, tonja.mannstedt(at)nds.bund.net

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