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BUND Landesverband Niedersachsen

Raus aus der Gefahrenzone - BUND fordert bessere Vorsorge für das Weltnaturerbe Wattenmeer

28. Juni 2019 | BUND, Energie, Energiewende, Flüsse & Gewässer, Lebensräume, Meere, Mobilität, Mobilität, Wasser, Flüsse, Meere

Das Weltnaturerbe Wattenmeer feiert Geburtstag. Vor 10 Jahren wurde das Gebiet wegen seiner weltweit herausragenden Bedeutung für den Erhalt der biologischen Vielfalt von der UNESCO ausgezeichnet. Zum Jubiläumsfest am 30. Juni in Wilhelmshaven zieht der BUND eine durchwachsene Bilanz: Gleichwohl einiges zum Schutz des Wattenmeeres erreicht wurde, ist es höchste Zeit, sich den zahlreichen Herausforderungen zu stellen. Besonders gravierend ist dabei der mangelnde Schutz des sensiblen Naturraumes von der See her. Hier fordert der BUND eine bessere Vorsorge.

„Die jüngsten Schiffshavarien in der Nordsee haben deutlich vor Augen geführt, wie schlecht das Weltnaturerbe Wattenmeer vor Gefahren geschützt ist“, sagt BUND-Landesgeschäftsführerin Susanne Gerstner. „Der BUND fordert dringend strengere Vorgaben für einen sauberen und sicheren Schiffverkehr.“ Frachtschiffe mit Gefahrgut müssen ihre Routen abseits des Wattenmeeres legen und für alle Frachtschiffe muss eine gedrosselte Geschwindigkeit in Wattenmeernähe gelten. Das Tankwaschen in der Nordsee ist umgehend zu beenden und der Eintrag von Verschmutzungen, zum Beispiel aus der Abgasreinigung der Schiffe, muss gestoppt werden. Alle Schiffe, die Ästuare befahren oder das Wattenmeer queren, sollten den "Blauen Engel" führen.

Der Klimawandel wird das Wattenmeer in den kommenden Jahren dramatisch beeinflussen. Die gesamte Region kann noch mehr als bislang zur Umsetzung des Pariser Abkommens beitragen und muss darauf hin arbeiten, bis 2030 eine CO2-Neutralität zu erreichen. „Erneuerbare Energiequellen sind dabei im Einklang mit dem Meeresnaturschutz auszubauen“, betont BUND-Meeresexpertin Bettina Taylor. „Innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Schutzgebieten dürfen keine Energieerzeugungsanlagen errichtet werden. Auch Kabeltrassen müssen dringend eingeschränkt und gebündelt werden, um die sensiblen Lebensräume im Wattenmeer zu schützen.“ Gas- und Ölförderungen sowie geplanten weiteren Erkundungen in niederländischen und deutschen Küstengewässern erteilt der BUND eine klare Absage.

Das Weltnaturerbe Wattenmeer ist ein einzigartiger Lebensraum, für den Deutschland, Dänemark und die Niederlande gemeinsam Verantwortung tragen. „Das bestehende trilaterale Netzwerk muss weiter ausgebaut werden, um als Katalysator zu wirken: für einen stärkeren Schutz, eine bessere Abwehr der vielfältigen Gefahren und eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes. Deutschland hat bis 2022 den Vorsitz der trilateralen Zusammenarbeit übernommen und sollte die Chance nutzen, die länderübergreifende Kooperation verstärkt mit Leben zu füllen“, betont Gerstner. Das geplante Partnerschafts-Zentrum könne die Koordinierung des Netzwerkes, den Wissens- und Erfahrungsaustausch und die Initiierung konkreter Projekte übernehmen. Hierfür sei eine entsprechende finanzielle Unterstützung erforderlich.

Auf dem Jubiläumsfest am Sonntag wird der BUND gemeinsam mit weiteren Umweltverbänden der drei Wattenmeerstaaten Dänemark, Deutschland und Niederlande ein „Memorandum of Understanding for Trilateral Partnership“ zur Unterstützung des Weltnaturerbes Wattenmeer unterzeichnen.



Hintergrund:

Mit einem „Call for Action“ hatten die Naturschutzverbände der Wattenmeer-Region bereits im September 2018 auf die zahlreichen Bedrohungen des Wattenmeeres hingewiesen und die Landesregierungen zum gemeinsamen Handeln aufgefordert. Den Call finden Sie im Anhang.




Rückfragen zum Thema an:

Susanne Gerstner
Geschäftsführerin
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 – 15, mobil (0175) 565 08 52
susanne.gerstner@nds.bund.net

Dr. Bettina Taylor
BUND Meeresschutzbüro
Tel. (0421) 7900 234, mobil (0152) 040 471 80
bettina.taylor@bund.net


Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
BUND Landesverband Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69 - 31
tonja.mannstedt@nds.bund.net
 

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