BUND Landesverband Niedersachsen

Rücksicht im Wald: Abstand wahren zu Wildkätzchen & Co.

17. Mai 2021 | Artenschutz, Wildkatze, Wildkatze

In diesen Wochen ruft der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) besonders zu Aufmerksamkeit und Rücksicht im Wald auf. Viele Jungtiere, auch von gefährdeten Arten wie der Europäischen Wildkatze, sind jetzt in den Wäldern unterwegs. Besonders bei Wildkätzchen besteht die große Gefahr, dass sie mit Hauskatzen verwechselt und mitgenommen werden. Darum bittet der BUND darum, Katzenjungen in Wäldern nicht aufzulesen.

„Das Mitnehmen von Wildkätzchen bringt für die Tiere großen Stress und Risiken mit sich“, sagt Andrea Krug, Wildtierexpertin des BUND Niedersachsen. „In Menschenhand drohen den jungen Wildkatzen gefährliche Hauskatzen-Krankheiten. Bestenfalls steht ihnen ein langer und mühevoller Weg der Wiederauswilderung bevor. Oft gelingt dieser aber nicht.“ Als geschützte Wildtiere dürfen sie nicht ohne Not aus dem Wald mitgenommen werden. Dennoch wurden in Niedersachsen im vergangenen Jahr 11 Wildkätzchen aufgelesen. „Wir gehen davon aus, dass wir in 2021 noch mehr Hinweise erhalten, da in der Corona-Zeit viele Menschen die Natur vor ihrer Haustür als Erholungsort entdeckt haben“, so Krug. Sie wüssten oft nicht, dass die Europäische Wildkatze hier heimisch ist. Deswegen steige das Risiko einer Verwechslung von Wild- und Hauskatzenjungen. Wer sich nicht sicher ist, kann sich an den BUND oder die zuständigen Förster*innen oder Jäger*innen zu wenden.

Der BUND empfiehlt dringend, zu Jungtieren Abstand zu wahren und sie in Ruhe zu lassen. In der Regel sind die Muttertiere gerade auf der Jagd oder warten in der Nähe ab. „Hunde sollten in den kommenden Wochen im Wald unbedingt angeleint werden, denn sie stellen für die Jungtiere eine echte Gefahr dar“, betont Krug.

 

Hintergrund:
Der BUND setzt sich mit seinem Projekt „Rettungsnetz Wildkatze“ für den Schutz der gefährdeten Europäischen Wildkatze in Deutschland ein. Auch in Niedersachsen untersuchen die Naturschützer*innen die Entwicklung der Bestände und setzen sich für eine Vernetzung der Lebensräume der Wildkatze ein.

 

Mehr Informationen:
www.bund-niedersachsen.de/wildkatze
Überblick über die aktuelle Wildkatzenverbreitung in Deutschland: www.wildkatzenwegeplan.de

Fotos und Verbreitungskarte: www.bund.net/wildkatzenfotos

 

Kontakt:
Andrea Krug, Projektkoordinatorin „Spurensuche Gartenschläfer“, BUND Niedersachsen, Andrea.Krug(at)nds.bund.net

BUND-Pressestelle:
Dr. Tonja Mannstedt, Tel. (0511) 965 69-31, Mobil (0171) 359 86 76, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb