Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren und unser Angebot zu personalisieren.

BUND Landesverband Niedersachsen

Schäfereien für Naturschutz wichtig - BUND informiert Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast über Schäfereien zum Moorschutz in Niedersachsen

20. Juli 2018 | Artenschutz, Landwirtschaft, Lebensräume

Auf ihrer Sommerreise hat Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast heute die BUNDSchäferei in der Diepholzer Moorniederung am Neustädter Moor und das Europäische Fachzentrum Moor und Klima (EFMK) in Wagenfeld im Landkreis Diepholz besucht. Am Beispiel der BUND-Schäferei in Wagenfeld hat die Ministerin sich über die Leistungen von Schäfereien für Moor- und Klimaschutz und den Erhalt alter Nutztierrassen in Niedersachsen informiert. Hier bot ihr die BUND-Hüteschäferei mit der Rasse der hornlosen weißen Heidschnucke, auch Moorschnucke genannt, Einblick in die enge und erfolgreiche Zusammenarbeit landwirtschaftlicher Betriebe mit dem Naturschutz. Vom Aussichtsturm am Neustädter Moor und auf der Fahrt mit der Moorbahn zum EFMK bekam die Ministerin spannende Informationen für die praktische Umsetzung der wichtigen Kooperation am Beispiel des Moorschutzes.

Bei ihrem Besuch sagte Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Ich freue mich darüber, dass das Land mit der Förderung dieses Projektes einen Beitrag zur Sicherung der Pflege dieser wertvollen Flächen in der Diepholzer Moorniederung leistet.“ Der Hintergrund: Die Sicherung der langfristigen Pflege wichtiger Hochmoore in der Diepholzer Moorniederung durch die BUND-Schäferei Teerling wurde im vergangenen Jahr mit rund 762.000 Euro aus der ELER-Naturschutzfördermaßnahme „Entwicklung und Erhaltung von Lebensräumen und Arten“ unterstützt.

Nur mit Schäferinnen und Schäfern und ihren Tieren sind wichtige Maßnahmen zum Erhalt der vielfältigen Kulturlandschaften durchzuführen, so der Verband. Das gilt insbesondere als Voraussetzung für die Regeneration von Hochmooren und für das Offenhalten von Trockenrasen durch Hüteschafhaltung. Die Deichsicherung und die Erhaltung des Landschaftsbildes mit weidenden Tieren für die touristische Attraktivität von Grünlandregionen Niedersachsens spielen ebenso eine wichtige Rolle.

„Für diese gesellschaftliche Leistung wie Naturschutz und Hochwasserschutz brauchen die Schäfereien eine verlässliche Entlohnung“, fordert Heiner Baumgarten, Vorsitzender des BUND Niedersachsen e.V.. „Bei den hohen Kosten für eine artgerechte und naturnahe Haltung, die in diesen Schäfereien durchgeführt wird, ist eine derartige Leistung bei den heutigen Marktpreisen für Schaffleisch nicht konkurrenzfähig. Hier muss das Land mit verstärkter Förderung sichern“, so Baumgarten weiter. „Ohne Unterstützungen wie mit einer auskömmlichen Weideprämie wird der Strukturwandel zu einer  Strukturerosion. Es ist damit zu rechnen, dass von den bundesweit knapp 1.000 Berufsschäferinnen und -schäfern in 2016 in wenigen Jahren nur noch 50 % übrig bleiben. Mit dem Verlust von Schafbeweidung verlieren wir aber auch wichtige Lebensräume und damit Biodiversität“, erklärt Baumgarten.

Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast: „Die Schafhaltung leistet einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft und für den Küstenschutz.“ Dieser Beitrag werde durch die Gewährung der EU-Direktzahlungen, die auch für extensiv genutzte oder gepachtete Weideflächen gezahlt werden, sowie durch Agrarumweltmaßnahmen des Landes Niedersachsen honoriert, so die Ministerin weiter. Gleichwohl ist die angespannte wirtschaftliche Situation der Schafhalter auch im Landwirtschaftsministerium bekannt, so dass mittelfristig mit Blick auf die kommende EUFörderperiode ergänzend nach einer Maßnahme gesucht werde, die solide finanziert werden kann und gleichzeitig eine maximale Wirkung entfalte. Dazu müsste zunächst die Ausgestaltung der neuen Förderperiode abgewartet werden.

Zur Übersicht

BUND-Bestellkorb