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BUND Landesverband Niedersachsen

„Spurensuche Gartenschläfer“ beginnt im Harz - BUND, Universität Gießen und Senckenberg Gesellschaft starten in die erste Forschungssaison zum rätselhaften Verschwinden der Schlafmaus in Deutschland

04. April 2019 | Artenschutz, Mitmachen, Lebensräume, Gartenschläfer

Pünktlich zum Aufwachen der Gartenschläfer aus dem Winterschlaf legen der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung mit der Erforschung des kleinen Nagers los. Die Schlafmaus mit der unverkennbaren „Zorro-Maske“ gibt Wissenschaft und Naturschutz große Rätsel auf. Aus vielen Regionen Europas und Deutschlands ist der Gartenschläfer spurlos verschwunden. In den vergangenen 30 Jahren ist sein Verbreitungsgebiet um mehr als die Hälfte geschrumpft. Warum, ist noch völlig unklar. In Niedersachsen kommt der Gartenschläfer noch im Harz in seinem natürlichen Lebensraum vor. Aber wie lange noch?

Das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ sucht nach Gründen für das Verschwinden des kleinen Nagers. Geforscht wird in einigen beispielhaften Regionen Deutschlands, in denen die Schlafmaus heimisch ist. In Niedersachsen finden vor allem im Harz und Harzvorland die Untersuchungen statt. „Wir hoffen, damit herauszufinden, warum die Populationen im Südwesten Deutschlands noch relativ stabil erscheinen, während der Gartenschläfer in Mittel- und Ostdeutschland sogar in Naturschutzgebieten massiv zurückgeht“, sagt Andrea Krug vom BUND Landesverband Niedersachsen. „Das Verschwinden der Gartenschläfer ist wirklich besorgniserregend“, ergänzt Sven Büchner, Biologe der Justus-Liebig-Universität Gießen und Gartenschläfer-Experte des BUND „Das Tempo und die räumliche Dimension seiner Bestandsrückgänge ist beispiellos in der Tierwelt in Deutschland.“

In die Gartenschläfer-Forschung werden alle denkbaren Einflussfaktoren einbezogen: Nahrungsgewohnheiten und -angebote, Lebensraumansprüche und Klima, genetische Strukturen, Krankheiten und Parasiten, Fressfeinde und Prädatoren und vieles mehr. Innerhalb von drei Jahren soll diese intensive Forschung Antworten liefern auf die Frage, warum der Gartenschläfer derart drastisch in seinen Beständen zurückgeht. Daraus werden konkrete Schutzmaßnahmen entwickelt, die in der zweiten Projekthälfte umgesetzt werden. Möglich wird eine derart intensive Untersuchung nur mit großer Unterstützung durch ehrenamtliche ‚Spurensuchende‘. „Jede Meldung über unsere Online-Meldestelle auf www.gartenschlaefer.de hilft uns, dem Gartenschläfer ein Stück weiter auf die Spur zu kommen“, so Krug. „Darüber hinaus können Ehrenamtliche aber auch tiefer in die Forschung einsteigen, z. B. bei der Untersuchung von Spuren oder Nistkästen.“

„Unser Ziel ist, diese kleine Schlafmaus in großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets in Deutschland zu erhalten“, betont Büchner. „Der Gartenschläfer ist eine sogenannte ‚Verantwortungsart‘. Ein großer Teil seines Verbreitungsgebietes liegt hier, so dass Deutschland für die Erhaltung dieser Art in hohem Maße verantwortlich ist. Die Erforschung des Verschwindens des Gartenschläfers ist damit Teil der nationalen Anstrengungen für den Schutz der biologischen Vielfalt in Deutschland.“ Gefördert wird die „Spurensuche Gartenschläfer“ im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums und in Niedersachsen durch die Bingo-Umweltstiftung. Das Projekt läuft von Oktober 2018 bis September 2024.  

Weitere Infos:
http://www.gartenschlaefer.de/ und
www.bund-niedersachsen.de/gartenschlaefer/

 

Fotos:
www.bund.net/gartenschlaefer_fotos  

 

Pressekontakt:
Andrea Krug
Artenschutzreferentin
BUND Niedersachsen
andrea.krug(at)nds.bund.net

Dr. Tonja Mannstedt
Pressesprecherin
BUND Niedersachsen
Tel. (0511) 965 69-31
tonja.mannstedt(at)nds.bund.net  

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