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Wenig Fortschritt bei nachhaltiger Mobilität in Niedersachsen - Bundesländerindex Mobilität untersucht Luftqualität und Klimaschutz

29. Oktober 2020 | BUND, Energiewende, Klimawandel, Landwirtschaft, Mobilität

Das Land Niedersachsen hat sich in Sachen nachhaltiger Mobilität zwar leicht verbessert und belegt im heute veröffentlichten Bundesländerindex Mobilität und Umwelt Platz 13 der 16 Bundesländer. Doch das Land findet sich beim Klimaschutz und der Luftqualität weiterhin auf den letzten Plätzen wieder. Hier sieht der BUND Niedersachsen enormes Verbesserungspotenzial.

„Niedersachsen erreicht in der Studie lediglich 43 von 100 möglichen Punkten. Das zeigt, dass noch viel Arbeit auf dem Weg zur Verkehrswende vor den handelnden Politiker*innen liegt“, sagt der BUND-Landesvorsitzende Heiner Baumgarten. Der BUND Niedersachsen sieht im Ergebnis des Bundesländerindexes ganz deutlich das Resultat einer unter Umweltgesichtspunkten unzureichenden Verkehrspolitik der vergangenen Jahrzehnte, die in Zeiten der Klimakatastrophe ganzheitlich auf neue, solide Füße gestellt werden muss. „Es scheint, als sei der Verkehr als wesentliche Ursache für Lärm, Schadstoffe, Flächenverbrauch und die Klimakatastrophe noch immer nicht in den Köpfen aller Landespolitiker*innen angekommen. Für die Gesundheit der Bürger*innen müssen endlich effektive Maßnahmen für die Luftqualität und den Lärmschutz in unseren Städten umgesetzt werden.“

Besonders katastrophal fällt in Niedersachsen die Bilanz beim Klimaschutz aus: 2,2 Tonnen verkehrsbedingte CO2-Emissionen pro Einwohner gehören zu den höchsten Werten im Ländervergleich. Hier hat sich das Land weiter verschlechtert. Niedersachsen bleibt erneut das einzige Bundesland ohne konkretes Klimaschutzziel, ein Klimaschutzgesetz lässt weiterhin auf sich warten. Der Verkehr ist ein zentraler Verursacher des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes und ist bundesweit für ein Fünftel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Kaum verbessert hat sich auch die Luftqualität in Niedersachsen. Dabei ist erwiesen, dass Schadstoffe wie Stickoxide oder Staub- und Rußpartikel das Risiko für Atemwegserkrankungen erhöhen und Allergien verstärken.

Lediglich beim Flächenverbrauch ist Niedersachsen erstmals in die Gruppe der 5 Spitzenreiter aufgestiegen: Aktuell werden 309 m² pro Kopf für Verkehrszwecke genutzt. Bei der Berechnung sorgen wachsende Einwohnerzahlen für eine effizientere Flächennutzung. Höchstens 4 Hektar pro Tag sollen im Jahr 2030 noch verbaut werden. Hier ist Niedersachsen zielstrebiger als bislang. Damit sich der Flächenverbrauch weiterhin positiv entwickelt, müssen Fernstraßenbauprojekte dringend überdacht werden. Der BUND Niedersachsen fordert daher ein Moratorium für den Bau der Autobahnen A20 und A39, bis eine Neubewertung unter Berücksichtigung ihrer negativen Klimawirkung vorliegt.

„Nur wenn die Politik auf allen Ebenen, also Bund, Land und Kommunen endlich ihrer Verantwortung gerecht werden, kann die Verkehrswende ernsthaft in der Stadt und auf dem Land an Fahrt gewinnen“, so Baumgarten weiter. Laut dem BUND ist unabdingbar, den Verkehrsverbund aus Fuß-, Rad- und öffentlichem Verkehr mehr Raum zu geben und ihn besser finanziell auszustatten. Anstatt für Straßen immer neue Flächen aufwändig, kostspielig und umweltzerstörend zu versiegeln, muss die vorhandene Verkehrsinfrastruktur optimiert und verbessert werden. Eine veränderte, faire Aufteilung des bestehenden Straßenraums ist mit Blick auf die Verkehrswende unumgänglich.

Der Bundesländerindex Mobilität & Umwelt 2020/2021 spiegelt die mobilitätsrelevanten Statistiken und die verkehrspolitischen Weichenstellungen aller 16 Länder. Die Daten stammen aus amtlichen Quellen. Erstellt wird der Ländervergleich vom Forschungsinstitut Quotas im Auftrag der Allianz pro Schiene, des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. Die politischen Zielsetzungen recherchierte Quotas anhand der Veröffentlichungen der Bundesländer und gab den Verkehrsministerien die Möglichkeit zur Einordnung. Alle fünf Kategorien gehen mit einem Anteil von jeweils 20 Prozent in den Bundesländerindex ein.



Weitere Informationen:
Bundesländerindex Mobilität & Umwelt (pdf; 5,2 MB)

Webseite des BUND Niedersachsen zu Mobilität: www.bund-niedersachsen.de/mobilitaet/


Rückfragen zum Thema an:
Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender, BUND Landesverband Niedersachsen, heiner.baumgarten(at)bund.net

Pressekontakt:
Dr. Tonja Mannstedt, Pressesprecherin, BUND Landesverband Niedersachsen, Tel. (0511) 965 69 – 31, tonja.mannstedt(at)nds.bund.net

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