Zum Tag der Wale: BUND startet neues Projekt zum Schutz der Schweinswale durch weniger Unterwasserlärm in der Nordsee

15. Februar 2024 | Artenschutz (NI), Meere, Projekt "Ruhe für die Schweinswale" (NI)

 (Ecomare / Sytske Dijksen / CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

Unterwasserlärm belastet Meerestiere wie den Schweinswal schwer: Die Folgen sind Verständigungsschwierigkeiten mit ihren Artgenossen, Orientierungslosigkeit oder sogar ihr Tod. Zum Tag der Wale am 17. Februar fordert der BUND Niedersachsen eine Reduzierung des Unterwasserlärms in der Nordsee. Im Rahmen des neuen Projektes „Ruhe für die Schweinswale“ erarbeitet der Umweltverband Empfehlungen für eine Reduzierung des Unterwasserlärms vor der Küste Niedersachsens. Gleichzeitig werden Meeresnutzer*innen über die Auswirkungen des Lärms informiert und was man dagegen tun kann.

Dr. Tonja Mannstedt, Geschäftsführerin des BUND Niedersachsen: „Unterwasserlärm stellt eine zunehmende Bedrohung für den sensiblen Lebensraum des Wattenmeeres dar. Meerestiere wie der Schweinswal, die sich über Echoortung orientieren, sind davon besonders betroffen. Der Lärmpegel unter der Meeresoberfläche nimmt stetig zu: Schifffahrt, Schallkanonen zur Erkundung des Meeresbodens für die Öl- und Gasförderung, Rammarbeiten für den Bau von Offshore-Windkraftanlagen und LNG-Terminals sind nur einige Beispiele für vermeidbare Lärmquellen. In unserem Projekt möchte der BUND für den Schutz dieser bedrohten Art sensibilisieren. Zudem fordern wir konkrete Schutzmaßnahmen wie größere Nullnutzungszonen im Nationalpark, die den Schweinswalen Rückzugsräume bieten. Auch muss sich das Land auf Bundesebene für striktere Vorgaben, insbesondere für eine Geschwindigkeitsbegrenzung für Wassertaxis und Schiffe zur Offshore-Versorgung, einsetzen.“

Der Schweinswal ist die einzige Walart, die im Wattenmeer heimisch ist. Auf der deutschen roten Liste wird sie als „stark gefährdet“ eingestuft. Gründe dafür sind Fischerei, Umweltverschmutzung, der zunehmende Tourismus und Unterwasserlärm. Allein die Lärmemissionen haben sich zwischen 2014 und 2019 in den EU-Meeresgewässern verdoppelt. Bei den hörempfindlichen Säugetieren löst der Lärm Stress und Verhaltensänderung aus, die unter anderem zu temporären oder permanenten körperlichen Schäden und sogar bis zum Tod führen können. Damit die Tiere wieder in Ruhe leben können, fordert der BUND in 75 Prozent des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer Ruhezonen einzurichten, in denen keine Aktivitäten erlaubt sind, sowie gezielte Schutzmaßnahmen im gesamten Küstenmeer.

Auch der zunehmende Tourismus beeinträchtigt das Leben im Wattenmeer. Daher plant der BUND im Projekt Informationsangebote für Tourist*innen und Freizeitschiffbesitzer*innen. Eine Hörausstellung stellt den Schweinswal vor und vermittelt anschaulich die Auswirkungen des Unterwasserlärms. Parallel dazu erarbeitet der Umweltverband Maßnahmen, die die Lärmbelastung unter Wasser im niedersächsischen Wattenmeer reduzieren und zu einem verbesserten Schutz dieses Lebensraum mit seiner einmaligen Artenvielfalt beitragen können. Dabei arbeitet der BUND mit dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) zusammen. Gefördert wird das dreijährige Projekt von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung sowie der Niedersächsische Wattenmeerstiftung.

Der BUND informiert am 21. Februar von 18-20 Uhr digital sowie am 2. März von 15-17 Uhr im Nationalparkhaus Dornumersiel über das Projekt, die Ursachen von Unterwasserlärm und Möglichkeiten, sich für den Schweinswalschutz einzusetzen. Mehr Infos unter www.bund-niedersachsen.de/ruhe-fuer-die-schweinswale

Weitere Informationen:
Zum Projekt „Ruhe für die Schweinswale“
BUND-Positionspapier zum Wattenmeerschutz

Bei Rückfragen:
Marine Perrin, Referentin Meeresschutz, Projektleiterin, marine.perrin(at)nds.bund.net

BUND-Pressestelle: Elisabeth Schwarz, Tel. (0511) 965 69 – 32, Mobil (01515) 33 111 88, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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