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BUND Landesverband Niedersachsen

AKW in Niedersachsen

Der deutsche Atomausstieg wurde im Jahr 2011 nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossen. Dabei wurden lange Restlaufzeiten für die Atommeiler vereinbart. Noch immer fließt Tag für Tag Atomstrom in das niedersächsische Stromnetz. Dabei wäre das gar nicht nötig.

In Niedersachsen stehen zwei der insgesamt sieben deutschen Atommeiler, die heute noch in Betrieb sind. Die Atomkraftwerke in Lingen und Grohnde bei Hameln werden erst in den Jahren 2022 und 2021 abgeschaltet. Die beiden Atomkraftwerke Stade und Esensham werden derzeit zurückgebaut.

Trauriges Schlusslicht

Atomkraftwerk Emsland in Lingen  (ChNPP / Wikimedia / Creative Commons )

Das Atomkraftwerk Emsland in Lingen, auch Lingen II genannt, wird zusammen mit den AKW Isar 2 und Neckarwestheim 2 der letzte Meiler sein, der in Deutschland vom Netz geht. Der Druckwasserreaktor mit einer Leistung von 1.329 Megawatt wird mit Urandioxid-Brennelementen betrieben, die er direkt aus der nahe gelegenen Brennelementefabrik – der einzigen in Deutschland – bezieht. Die Fabrik ist im Jahr 1979 in Betrieb gegangen, das AKW folgte 1988. Es wird von der Kernkraftwerke Lippe-Ems GmbH betrieben, deren Eigentümer die Energiekonzerne RWE und PreussenElektra sind. In der Brennelementefertigungsanlage produziert die Firma Advanced Nuclear Fuels GmbH Brennstäbe für deutsche und ausländische Atomkraftwerke.  

Nur 40 Kilometer südlich der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover liegt das zweite niedersächsische Atomkraftwerk: Grohnde. Als eines der größten Atommeiler weltweit mit 1.360 MW liefert es seit 1985 Atomenergie für PreussenElektra. Auch die Stadtwerke Bielefeld sind an dem AKW beteiligt, das über Jahrzehnte hinweg Schauplatz großer Anti-Atom-Proteste und schwerer Auseinandersetzungen war. Auch heute noch demonstrieren Menschen friedlich gegen das Atomkraftwerk.

Energie, die keiner braucht

Der BUND hat im Mai 2018 einen Abschaltplan für Atom- und Kohlekraftwerke vorgelegt, der zeigt, dass deutlich mehr Kraftwerke vom Netz genommen werden können, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden. In Niedersachsen wären dies 6 Steinkohlekraftwerke sowie die Atomkraftwerke Grohnde und Emsland.

Die Atomkraftwerke in Norddeutschland stehen der Energiewende im Weg: Sie blockieren die Nutzung des schon verfügbaren Stroms aus erneuerbaren Energien. Windräder müssen wegen angeblicher Netzengpässe immer wieder heruntergeregelt werden und können den erzeugten Strom nicht einspeisen, weil die Netze durch Atomstrom verstopft sind. Was liegt also näher, als die Produktion von Atomstrom früher als geplant zu beenden?

Der BUND fordert daher, das Atomkraftwerk Emsland zwei Jahre früher als bisher geplant vom Netz zu nehmen. Die Übertragung von Strommengen alter Meilern auf neuere Anlagen wie das Atomkraftwerk Emsland muss verboten werden. 

 

BUND-Abschaltplan für Atom- und Kohlekraftwerke

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