BUND Landesverband Niedersachsen

Artenvielfalt und Biotopverbund

Ein Netzwerk der Natur, das die Lebensräume von Tieren und Pflanzen miteinander verbindet, sodass diese wandern und sich genetisch austauschen können.

Raupe des Lattich-Mönchs | Foto: BUND Niedersachsen Raupe des Lattich-Mönchs | Foto: BUND Niedersachsen

Der Biotopverbund ist eine Vernetzung von Lebensräumen innerhalb eines Gebietes. Hierdurch soll der dauerhafte Fortbestand der Populationen wild lebender Tiere und Pflanzen gesichert werden. Das Ziel ist die Bewahrung, Wiederherstellung und Entwicklung funktionsfähiger ökologischer Wechselbeziehungen.

Mit dem Biotopverbund soll dem Verlust von Arten und ihren Lebensräumen entgegengewirkt werden. Denn durch die Zerschneidung der Landschaft und Strukturverarmung werden bestehende Naturflächen voneinander getrennt, was unter anderem zur Gefährdung von Arten und zum Verlust von Lebensräumen in einer intensiv durch den Menschen genutzten Landschaft führt. Die noch erhaltenen Restflächen des Naturschutzes liegen voneinander isoliert, bildlich als meist kleine Inseln (Verinselung), in der Landschaft. In den großflächig, intensiv genutzten Flächen dazwischen leben meist nur noch wenige ungefährdete, anspruchslose Arten. Eine Ausbreitung vieler Arten und deren genetischen Austausch von Insel zu Insel ist nicht möglich.

Gebiete, die vorrangig den Zielen des Naturschutzes dienen und als Flächen für den Naturschutz gesichert sind (FFH-Gebiete, Naturschutzgebiete) stellen die Kernflächen des Biotopverbunds dar. Doch allein die Anzahl, Größe und Verteilung der heute bestehenden Schutzgebiete ermöglicht den Erhalt in überlebensfähigen Populationen für lediglich 30 – 40 % der heimischen Arten. Daher müssen Verbindungsflächen geschaffen werden, die die Kernflächen räumlich, aber vor allem funktional miteinander verknüpfen können. Wenn hieraus durchgängig zusammenhängende Lebensräume entstehen, entwickeln sich Verbundkorridore. Typische Korridore sind z. B. Fließgewässer mit ihren Auen. Aber auch gut ausgebildete verinselte Habitate können als Trittsteinbiotope von besonderer Bedeutung sein, wenn sie in nicht zu großen Distanzen ein dichtes Netz mit räumlicher Nähe zu Kernflächen bilden.

Ein Biotop ist immer Lebensraum für eine vielfältige Artengemeinschaft unterschiedlicher Tiere und Pflanzen mit ähnlichen Lebensraumansprüchen, die sie hier erfüllt finden. Andere Arten stellen andere Ansprüche an ihren Lebensraum. Ein Biotopverbund muss daher vielfältige, zum Teil multifunktionale Landschaftsbestandteile miteinander verbinden. Im Projekt „Eigene Vielfalt“ soll der Biotopverbund durch gebietseigene Gehölze und Krautsäume gefördert werden. Arten der Wälder/Waldränder und der vielfältigen, kleinstrukturierten Kulturlandschaft sollen hiervon profitieren. Der Fokus liegt auf den Artengruppen der Vögel, Schmetterlinge und Wildbienen.

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