Wolf. Foto: Meli1670 - Melanie

Konflikte und Lösungen

Der Rückkehr des Wolfes in Niedersachsen ist umstritten. Weidetierhalter fürchten um ihre Tiere und manche Jäger sehen in ihm einen Konkurrenten. Ein Nebeneinander von Mensch und Wolf erfordert viel Aufklärungsarbeit und den konsequenten Einsatz erprobter Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren.

Der Wolf war Jahrhunderte lang aus unserer Kulturlandschaft verschwunden. Die Menschen haben verlernt, mit den Wölfen zu leben. Seine Rückkehr stellt die Weidetierhaltung ohne Zweifel vor große Herausforderungen. Das erfordert von uns allen die Bereitschaft umzudenken, etwa beim Herdenschutz. Der BUND arbeitet intensiv daran mit, für ein Zusammenleben mit dem Wolf Lösungen zu finden, die auch für die Nutztierhalter tragbar sind. Um Ängste und Vorurteile  der Menschen auszuräumen, ist es wichtig, Aufklärungsarbeit zu leisten und in den Bundesländern Managementpläne für den Wolf aufzustellen, in denen Hilfen und Entschädigungen für Tierhalter geregelt werden.

Weidehaltung sichern

Das Beutespektrum der heimischen Wölfe reicht von Reh-, Rot- und Schwarzwild über Hasen bis hin zu Mäusen und Vögeln. Wenn Weidetiere nicht ausreichend geschützt sind, kann es aber auch zu Übergriffen auf Schafe, Ziegen, Pferde und Rinder kommen. Der BUND setzt sich für die Koexistenz von Wolf und Weidetieren ein und fordert dafür seit langem rechtssichere rechtliche Grundlagen. 

Durch die Verwendung von wolfssicheren Zäunen hat die Zahl der Risse von Nutztieren in den Wolfsgebieten in den letzten Jahren deutlich abgenommen. Hier muss die Politik den Tierhalter*innen finanzielle Unterstützung anbieten. Der BUND fordert die vollständige Kostenübernahme für Herdenschutzmaßnahmen durch die öffentliche Hand, unbürokratische Entschädigungszahlungen bei Rissen und die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Schäfer*innen, z. B. durch die Einführung einer Weidetierprämie.

Für alle Regelungen ist es erforderlich, dass das Wolfsbüro als Ansprechpartner zur Verfügung steht und dafür personell ausreichend ausgestattet ist. Entschädigungszahlungen bei Wolfsübergriffen sowie finanzielle Hilfen beim Herdenschutz können bei der Landwirtschaft durch die „Richtlinie Wolf“ beantragt werden.

Abschuss ist kein Ersatz für Herdenschutz

Für nicht ausreichend gesicherte Weidetiere stellt der Wolf in Niedersachsen zweifelsohne eine Gefahr dar. Dabei ist die extensive Beweidung die natur- und tierschutzgerechteste Form der Landnutzung, ihre Leistungen für Natur und Landschaft sind unersetzlich. Diese Form der Beweidung muss dringend erhalten und weiter ausgebaut werden. Wolfsabschüsse sind aber kein Ersatz für Herdenschutz. 

Präventiver Herdenschutz muss immer an erster Stelle stehen. Zusätzlich sollten Wölfe, welche Herdenschutz überwinden und Nutztiere reißen, entnommen werden. Inakzeptabel ist für den BUND die anlasslose Jagd auf Wölfe in Form von allgemeinen Jagdzeiten, Bestandsobergrenzen oder auch wolfsfreien Zonen. Diese tragen nicht zur Verringerung von Nutztierrissen bei und unterziehen die Population einem unnötigen Aderlass.

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