Mit (fast) jeder Mahlzeit, die wir zu uns nehmen, treten wir mit der Welt in einen Austausch. Gerade weil Landwirtschaft, Handel und Ernährung heute globaler als je zuvor stattfinden, stehen wir auch in einer globalen Verantwortung. Wir sind Teil eines globalen Handels mit weitreichenden Konsequenzen - doch wie fair ist dieser Austausch?
Weltweit nimmt der Hunger wieder zu - dabei hat sich die internationale Staatengemeinschaft im Jahr 2015 in der Agenda 2030 zum Ziel genommen, den Hunger zu beenden (SDG 2). Alle Menschen weltweit sollen einen Zugang zu sicheren, qualitativ hochwertigen und ausreichenden Nahrungsmitteln haben. Es besteht dringender Handlungsbedarf zur umfassenden Transformation unserer Ernährungssysteme. Mit unserem Projekt „Weltbaustelle Ernährung“ wollen wir einen Teil dazu beitragen, hier vor Ort in Niedersachsen.
Abschluss des Projekts: Abschlusstagung, 10-Punkte-Plan, Projektbroschüre
Fachtagung und Exkursion
Zum Abschluss des gemeinsamen Projekts „Weltbaustelle Ernährung“ haben der Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen (VEN) und der BUND Niedersachsen am 19. November 2025 eine Fachtagung veranstaltet. In Vorträgen, Workshops und einer Podiumsdiskussion kamen Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen, um gemeinsame Lösungen für eine zukunftsfähige Ernährung in Niedersachsen zu entwickeln. Im Fokus stand dabei die Frage, welche Chancen pflanzliche Eiweißquellen eröffnen.
Appell an die Politik: 10-Punkte-Plan für die Ernährungswende in Niedersachen
Ein im Projekt entwickelter 10-Punkte-Plan für eine nachhaltige Ernährungswende in Niedersachsen wurde am am 17.Dezember 2025 an die zuständigen Ministerien sowie die Mitglieder des Ernährungs- und Landwirtschaftsausschusses des Niedersächsischen Landtags geschickt.
Der Maßnahmen-Plan hat zum Ziel, die Ernährung in Niedersachsen auch mit Blick auf die globalen Auswirkungen, ökologischer und sozialer zu gestalten. Eine zentrale Maßnahme ist es, den Anteil pflanzlicher Produkte zu erhöhen und den Konsum tierischen Eiweißes deutlich zu reduzieren. Die Maßnahmen zielen darauf ab, verlässliche Rahmenbedingungen, Bewusstsein für den notwenigen Wandel sowie eine gesunde Ernährung zu schaffen und die Landwirtschaft bei der Anpassung aktiv zu unterstützen.
Projektbroschüre
Die Projektbroschüre greift die Themen aus dem Projekt auf und bietet Informationen und Perspektiven für eine zukunftsfähige Ernährung in Niedersachsen. Sie bietet zudem Anknüpfpunkte für eigene Aktivitäten vor Ort.
Globale Perspektive, lokales Handeln
Weizenfeld
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Mit dem Projekt „Weltbaustelle Ernährung“ soll in Niedersachsen die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs), insbesondere des SDG-Ziels 2 – Hunger beenden - Ernährung sichern - , gefördert werden. Ziel ist insbesondere auch die Perspektive des globalen Südens in der Öffentlichkeit und bei Entscheidungsträger*innen auf Landes- und lokaler Ebene ins Bewusstsein zu rufen. Das Projekt knüpft dabei an bereits initiierten Prozessen wie der Ernährungsstrategie des Landes Niedersachsen und dem Niedersächsischen Weg an. Dabei wird ein Schwerpunkt auf die Mobilisierung der Zivilgesellschaft zur Schaffung von lokalen Vernetzungsstrukturen im Bereich Ernährung und Landwirtschaft gelegt. In ausgewählten Regionen finden koordinierte Aktivitäten statt, um dort eine langfristige lokale Zusammenarbeit und Engagement zu fördern. Im Rahmen von lokal organisierten Mitmach-Aktionen soll über globale Zusammenhänge informiert und zum lokalen Engagement motiviert werden.
Im Projekt sollen Perspektiven aus dem globalen Süden durch Südpartner*innen und eingebracht und die Zusammenarbeit an der gemeinsamen Umsetzung der SDGs gestärkt (SDG 17) werden. Zusammen mit lokalen und internationalen Partner*innen sollen die globalen Vernetzungen in der Landwirtschaft aufgezeigt werden. Insbesondere die Perspektiven von Menschen aus dem globalen Süden sollen eine breite Aufmerksamkeit erfahren.
Ernährungsbaustellen in Niedersachsen
Wie hängen die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährung vor Ort in Niedersachsen mit dem Hunger auf der Welt zusammen? Welche Ernährungsbaustellen gibt es hier in Niedersachsen? Und wie ernähren wir uns gerechter? Das Anliegen des Projektes ist es, Agierende in Niedersachsen zusammenzubringen und gemeinsame Lösungen für eine gerechte lokale und globale Ernährung zu entwickeln sowie zivilgesellschaftliches Engagement zu mobilisieren und die Vernetzung zu stärken.
Kooperationspartner*innen
Das Projekt wird in Zusammenarbeit mit dem Verband Entwicklungspolitik Niedersachsen und der BUNDjugend Niedersachsen durchgeführt und ist damit wegweisend für die Kooperation von Umweltschutz- und Entwicklungsakteuren in Niedersachsen bei der Umsetzung der SDGs.
Laufzeit
August 2023 bis Dezember 2025
Es wird gefördert mit Mitteln der BINGO Umweltstiftung sowie durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Mitteln des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sowie Brot für die Welt mit Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes.
