BUND Landesverband Niedersachsen

BUND-Gruppe Region Hannover - Zukunft gestalten

Voller Leben, bunt und duftend reihen sich Stauden, Gemüsebeete und unterschiedliche Nisthilfen aneinander. Der Boden ist natürlich gedüngt mit Kompost, Gründünger und Terra Preta. Im Garten von Sibylle Maurer-Wohlatz bei Hannover finden Insekten ein reiches Blütenangebot von März bis Oktober.

AKTIV IM BUND

Aus Totholzstücken und Eichenspänen bauen Kinder einen Hirschkäfermeiler

Im Nienburger BUND-Lehrgarten wird an diesem sonnigen Herbstnachmittag hart gearbeitet. Emsig rollen zehn Kinder unterschiedlichen Alters Eichenstämme in eine 50 Zentimeter tiefe Grube, um die Holzstücke dort aufzurichten. Nach und nach entsteht eine kleine Totholzlandschaft, ein Hirschkäfermeiler. 

„Weil Totholz in Wäldern und Gärten so selten geworden ist, ist diese Käferart stark bedroht“, erklärt Brechter Boekhoff, der das Hirschkäferprojekt im BUND Nienburg betreut. „Mit diesen Meilern helfen wir dem Hirschkäfer, seinen Nachwuchs großzuziehen.“ Zwischen die Stämme haben die fleißigen kleinen Helfer*innen Eichenspäne gefüllt und begutachten stolz ihr Werk. Nun heißt es abwarten, denn eine Besiedlung kann Jahre dauern.

Am Anfang war die Benjeshecke

Das Hirschkäferprojekt ist eines von vielen erfolgreichen Naturschutzprojekten der BUND-Kreisgruppe in Nienburg. Gegründet wurde die Gruppe im Jahr 1985. Den Impuls dazu gab vielleicht eine andere Pflanzaktion ihrer  Gründermitglieder: Sie hatten mit ähnlicher Begeisterung in einem Garten Benjeshecken angelegt und wunderten sich über das große Interesse der Anwohner*innen. Als sich ein Jahr später die Atomkatastrophe in Tschernobyl ereignete, begann die Gruppe zu wachsen. Heute zählt sie 550 Mitglieder, Tendenz steigend. „Seit Fukushima ist das Bewusstsein für Umweltthemen wieder deutlich gewachsen“, stellt Jörg Brüning aus dem Nienburger Vorstand fest. Mehr als 10 Prozent der Mitglieder engagieren sich auch aktiv im BUND – bei Veranstaltungen und Aktionen, in Arbeitskreisen und Ausschüssen.

Die Themenpalette der Nienburger ist so breit gefächert wie ein Regenbogen: vom Kampf gegen Atommüll und rostige Fässer im Zwischenlager Leese über eine umweltverträgliche Landwirtschaft ohne Gentechnik und Pestizide, vom Schutz des Lichtenmoores – dank unermüdlicher Lobbyarbeit der lokalen Umweltverbände demnächst ein Naturschutzgebiet – bis hin zum Gewässerschutz an den Blenhorster Teichen und am Kreuzbach, der erfolgreich im Rahmen eines Förderprojektes renaturiert wurde. Sieben thematische Arbeitsgruppen bieten Naturschutzinteressierten in Nienburg die Möglichkeit, sich für ihr Herzensthema zu engagieren.

Anlaufstelle für Familien

Neben Exkursionen in die Natur- und Landschaftsschutzgebiete im Landkreis bietet der BUND Nienburg auch Anlaufstellen in der Stadt, vor allem für Familien. Im Schau- und Lehrgarten informieren Ehrenamtliche seit 25 Jahren Bürger*innen über eine naturnahe Gartengestaltung, Vier-Felder-Wirtschaft und praktischen Artenschutz für Vögel, Kleinsäuger, Wildbienen und andere Insekten – und laden zum Mitmachen ein. Im Wäldchen nebenan können Kinder nach Herzenslust Buden aus Holz zimmern. Und wer möchte, lässt sich zwischen Obstbäumen und bunten Blumen in lauschigen Sitzecken von Naturkunstwerken inspirieren. Auch in der BUND-Kinderwildnis geht es um die Verbindung von Umweltbildung und Naturerleben. In dem mehrfach ausgezeichneten Kinderprojekt wurde mitten in der Stadt ein Platz geschaffen, wo Kinder Natur entdecken und frei gestalten können.

Was die Nienburger BUND-Aktiven verbindet, ist ihr Wunsch, sich hier und jetzt für den Erhalt der Natur einzusetzen. Förster Jörg Brüning machte sich auf den Weg, als seine Kinder geboren wurden: „Ich möchte, dass sie in einer lebenswerten Welt groß werden.“ Erk Dallmeyer erobert seit Kindesbeinen Wiesen und Wälder und nutzt heute seine Liebe zur Natur für einen engagierten Insektenschutz vor Ort. Claudia Reemtsema findet die große Themenvielfalt beim BUND besonders spannend. „Wir verbinden den Schutz unserer Umwelt mit viel Spaß bei den Aktionen“, ergänzen Lothar Gerner und Johanne Sailer, die von Anfang an dabei sind.

Ob Benjeshecke, Hirschkäfermeiler oder naturnahe Bäche – die Begeisterung für die Natur ist nach all den Jahren immer noch da. 

 

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Möchten Sie den BUND bei Pflegemaßnahmen und Aktionen in Nienburg unterstützen? Melden Sie sich gerne bei uns.

http://www.bund-nienburg.de

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