65-Jahre BUND Niedersachsen - Festveranstaltung

Herzlich Dank an die Teilnehmenden unserer Jubiläumsveranstaltung am 20. Juni 2026 im Forum Sankt Joseph in Hannover!


Wir blickten zurück auf 65 Jahre umweltpolitische Arbeit des BUND Niedersachsen - und adressierten unsere Forderungen für eine Zukunft mit mehr Natur- und Umweltschutz.

Nach einer Begrüßung der Ehrengäste und bereits anwesenden Delegierten niedersächsischer Kreisgruppen durch BUND-Landesvorsitzende Susanne Gerstner, würdigten der niedersächsische Ministerpräsident Olaf Lies sowie der BUND-Bundesvorsitzende Olaf Bandt die Arbeit des BUND Niedersachsens.

Im Anschluss wurde ein kurzer Film über die Erfolge des BUND Niedersachsen aus 65 Jahren erfolgreicher Umwelt- und Naturschutzarbeit gezeigt. Thematisiert wurden unter anderem das Engagement der BUND Niedersachsen für die Renaturierung der Hannoversche Moorgeest, der Einsatz für die Gründung von Nationalparks im Niedersächsischen Wattenmeer und im Harz sowie für die Ausweisung der Elbtalaue als Biosphärenreservat. Auch am deutschen Atomausstieg war der BUND Niedersachsen mit zahlreichen Protesten und dem vielseitigen und ausdauernden Engagement seiner Aktiven maßgeblich beteiligt.

Es folgte eine Diskussionsrunde mit Umweltminister Christian Meyer, Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte und BUND-Vorsitzende Susanne Gerstner zum Thema  “Natur, Klima und Zukunft. Wo steht Niedersachsen?". Im Fokus der Diskussion stand die aktuelle Legislaturperiode, mit der Frage, was bisher erreicht wurde und welche Maßnahmen noch umgesetzt werden sollten. Moderation: Dr. Tonja Mannstedt, BUND.

Wie es sich für einen Geburtstag gehört, wurden Glückwünsche, Botschaften und Geschenke von Partnern überbracht. 

Den Abschluss der Festveranstaltung bildete der Poetry-Slammer Matti Linke mit einem grandiosen Performance-Text zum Thema “Ehrenamt”. Ohne den Einsatz unserer vielen Ehrenamtlichen wäre der Umwelt- und Naturschutz in Niedersachsen in seiner jetzigen Form nicht möglich! An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön.

Poetry-Slam

Alle Beiträge auf- oder zuklappen
Text zum Ehrenamt von Matti Linke

Die Arbeit, die der Mensch zu seinem Broterwerb verrichtet, 
ist vielseitig, gemein gesehen facettenreich geschichtet. 
In der Regel eine Tätigkeit zum Wohle der Gesellschaft, 
die auch aufs Konto monatlich das wohlverdiente Geld schafft. 

Aber dann gibt es da eine Tätigkeit, die zwar auch irgendwie Arbeit bedeutet, 
auch vielfältig und sinnvoll ist, aber gründlich durchleuchtet, 
doch ein bisschen anders funktioniert. 

Denn natürlich ist das auch Arbeit, 
wenn man sich morgens überwindet, 
sich die Gummistiefel bindet, 
und trotz allem, was man sonst so tut 
noch Tatendrang empfindet. 
Natürlich ist das auch Arbeit, 
wenn man Pfosten herumträgt, an Ästen herumsägt, 
man Grünflächen schützt und am besten gesund pflegt. 
Wenn man Schilder bemalt und auf Freizeit verzichtet, 
einen Infostand trotz allem Trubel errichtet. 
Und man kann sich auch Angenehmeres vorstellen, 
als Akten zu wälzen und Paragrafen zu büffeln, 
an Verwaltungsvokabeln verzweifelt zu tüfteln. 
Natürlich braucht es Kraft, wenn man Menschen berät oder Nistkästen baut, 
wenn man Müll sammeln geht und nach Jungbäumen schaut. 
Und trotz Kleinteiligkeit noch ganz fest daran glaubt: 
Jeder Handgriff ein Teilstück, das man dringend braucht. 

All das, was sich nicht ohne Kraft und Eifer stemmen ließe 
und doch greift hier beim Ehrenamt eine bestimmte Perspektive. 
Denn statt mancherlei Fokus aufs fehlende Geld, 
fragt sich das Ehrenamt vielmehr: Was fehlt in der Welt? 
Was hat ohne mein Tun sonst die Chance nicht zu bleiben? 
Was übersehen noch die anderen, wenn wir nicht drauf zeigen? 
Nicht: Was soll ich tun, um mich selbst zu erhalten? 
Sondern: Was können wir aktiv gemeinsam gestalten? 
Nicht: Was bringt es wohl für mich? 
Sondern: Was stößt es weiter an? 
Anstatt: Mehr als nötig tu ich nicht. 
Heißt es: Klar, so viel ich kann. 

Das ist im Arbeitsleben natürlich auch zu finden, 
doch gerade deshalb ist das Ehrenamt sympathisch: 
das Eigenengagement ist hier grundsätzlich symptomatisch. 

Vielleicht für ein Projekt lang, vielleicht für ein paar Jahre, 
vielleicht bis in die hohe Zeit der angegrauten Haare. 

Vielleicht weil man sich’s vorstellen kann, 
vielleicht weil man sich’s anders gar nicht vorstellen kann. 
Vielleicht vorerst im Kleinen, vor der eigenen Haustür, 
danach auf dem Weg, der zum Stadtrand hinausführt. 
Zu Blühflächen und bis zu Wiesengeländen, 
von Waldflächen bis hin zu Streuobstbeständen. 
An Mooren vorbei, und an Bächen und Gräben, 
samt Arten, die im Biotopverbund leben. 
Von Schutzräumen, grob getrennt durch Autobahnkreuzungen, 
Fragen, gestellt mit den größten Bedeutungen: 

Wie funktioniert das Zusammenleben, von der Natur und dem Menschen? 
Was ist bedroht und was fehlt, wofür lohnt sich’s zu kämpfen? 

Was ist ökologisch entscheidend, um auch dran zu denken, 
den Blick auf soziale Aspekte zu lenken? 

Welche Chancen wollen wir nicht versäumen und verpassen? 
Welche Zukunft wollen wir denen, die kommen, hinterlassen? 

Hier geht es nicht darum, sich mit Pflichten rumzuschlagen, 
sondern mehr darum ein Teilstück der Verantwortung zu tragen. 
Um den Trotz, den man verspürt, um den Versuch, aus seinem Frust, 
den man hat, etwas zu schaffen, was am Ende nicht verpufft. 

Hier geht es um Veränderung, um Handeln aus Protest, 
durch die Lücken, die die Politik uns einfach hinterlässt. 
Darum den Mut nicht zu verlieren, in einer Welt, getränkt mit Krisen, 
sind wir auf die, die Perspektiven schaffen, angewiesen. 
Denn so wird vor Ort, was man tun muss, erkannt, 
aus Ortskenntnis wächst eine stärkere Haltung, 
von einzelnen Händen zum Netz im Verband, 
und aus Tatkraft gemeinsam die Chance auf Gestaltung. 

Und somit, was der Text hier meiner Hoffnung nach euch zeigt: 
Gibt es eine Sache, die in meiner Zeit hier noch verbleibt: 
Nämlich danke zu sagen, für eure Arbeit, euren Einsatz, 
für die jahrelangen Mühen, eure Tatkraft, die Bereitschaft, 
nicht die Hoffnung zu verlieren, selbst im Kampf gegen Windmühlen, 
im Vorleben von Werten, in denen andere einen Sinn fühlen. 

Um eure Arbeit, mögt ihr sie auch als selbstverständlich betrachten, 
als etwas ganz und gar nicht Selbstverständliches zu achten. 
Denn so gesehen, im Bröckeln, all dem Zerren unserer Welt, 
seid ihr ein Teil der Naht, durch die das große Ganze hält. 

Aber nun, würde ich sagen… Genug der schönen Worte. 

Denn es gibt noch viel zu tun, wir hinken weiter hinterher, 
wie schön wär’s, wenn von vornherein so viel nicht nötig wär. 
Doch die Brandherde sind da, und bereits neue sind am Keimen, 
vielleicht bleiben sie klein, wenn wir nur früh genug drauf zeigen. 
Wer weiß, in welche Zukunftspfade wir uns so begeben, 
wenn wir weiter den Mut verbreiten, selbst was zu bewegen. 
Zu sagen: Hey, du kannst, wenn du dafür ein bisschen Zeit hast, 
was ändern auf der Grundlage von dem, was dich begeistert. 
Und wenn dich etwas ärgert, und du spürst den Drang zu handeln, 
kannst du deinen Frust in etwas Positives wandeln. 

Denn natürlich ist das irgendwie Arbeit, aber doch ein bisschen anders, 
um es kurz zu machen, ich spreche von einer Tätigkeit… 
mit Herz und mehr Verstand, 
tief verwurzelt hier im Land, 
stark dem Leben zugewandt, 
ist doch klar: Das Ehrenamt.

Nutzungshinweise

Copyright: Matti Linke
Im Auftrag des BUND Niedersachsen
Der Text - auch in Auszügen - darf ausschließlich im Rahmen der BUND Niedersachsen - Jubiläumsveranstaltung “65 Jahre BUND Niedersachsen”, die im Juni 2026 statt fand, verwendet werden. Zu anderen Zwecken darf er nicht genutzt werden.

Impressionen

Werden Sie mit uns aktiv! 

In der Rubrik Termine finden Sie Veranstaltungen und Aktionen, bei denen Sie immer willkommen sind. 

Auch zu unseren kommenden Jubiläumsveranstaltungen laden wir Sie herzlich ein! 

Geben Sie gerne auch Freunden und Verwandten Bescheid oder leiten Sie unseren Jubiläumsflyer weiter, der uns und unsere Arbeit vorstellt.

BUND-Bestellkorb