Illustration zum Bau einer Käferlarvenburg. Standortwahl. C Bettina Uhlmann/Bugs Stade

Anleitung für den Bau einer Käferlarvenburg

Totholz sollte in der Natur belassen werden. Wenn bei Rückschnitten Stämme und Zweige anfallen, kann die Käferlarvenburg eine sinnvolle Verwertungsmöglichkeit sein. Der Bau einer solchen Umgebung – etwa auf einer Streuobstwiese oder im eigenen Garten – leistet einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt.

Käferlarvenburgen helfen den Arten der xylobionten Käfer. „Xylobiont“ werden diese Käfer genannt, weil sie sich von Holz ernähren oder Holz bewohnen. Totholz dient den kleinen Käfern als Lebensraum. 

Baummikrohabitate sind wertvoll. Eine Käferlarvenburg kann eine Ersatzstruktur für spezialisierte Arten sein. Die Hälfte aller xylobionten Käferarten ist auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in einen der verschiedenen Grade der Gefährdung eingestuft. Viele Arten sind sehr selten, streng spezialisiert und nur regional verbreitet. Für andere Arten können mit einer Käferlarvenburg auf Streuobstwiesen und im Garten Ersatzhabitate geschaffen werden. Entsprechend der Menge, Art und Dicke des Totholzes wie auch des Standorts und Zersetzungsgrads des abgestorbenen Materials setzt sich eine Artengemeinschaft jeweils aus verschiedenen Tieren zusammen.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie eine Käferlarvenburg selbst bauen und damit der Artenvielfalt helfen können.

Material

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Für eine Käferlarvenburg von rund 2 Metern Durchmesser benötigen Sie folgendes Material:

  • Circa 35 bis 40 lfm Stammholz unterschiedlicher Laubbäume, in einem Durchmesser von 20 bis 40 cm
  • Rund 20 m Holz von stärkeren Ästen
  • 1 bis 2 m³ unbehandelte Hackschnitzel oder Säge- oder Hobelspäne von Laubbäumen

Geeigneten Standort finden

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Sonnige Standorte sind von Vorteil. Im Inneren der Burg können Käferlarven von wärmeren zu kühleren oder bei Regen von feuchteren zu trockeneren Plätzen wechseln.

Grube ausheben

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Eine Grube mit rund 20 bis 40 Zentimetern Tiefe und einem Durchmesser von rund zwei Metern graben. Mit der ausgehobenen Erde werden später Zwischenräume befüllt.

Tipp: Wirkt der Boden eher wasserundurchlässig, empfiehlt es sich, eine Abflussrinne zum Boden der Grube zu bauen. Sie sollte mit grobem Schotter oder alternativ Holzreststücken gefüllt werden.

Kleine Stammstücke in der Grube befestigen

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Zuerst werden auf einer Seite die kürzeren Stammstücke aufgestellt. Zwischen diese werden Aststücke als Abstandshalter eingeschlagen, damit die Stammstücke fixiert werden. Dann werden in eine weitere Reihe größere Stammstücke gesetzt und mit Aststücken als Abstandshaltern befestigt. Tipp: Viele Stammstücke haben Zusatzstrukturen wie Astgabe - lungen und verschlossene Baumwunden. Bewusst gesetzt, erhöhen sie die Strukturvielfalt

Zwischenräume befüllen

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Nun können die Zwischenräume mit Erde aus dem Aushub und anschließend Holzhackschnitzeln gefüllt werden. So werden später die großen Stammstücke stabilisiert.

Tipp: Aushub und Holzhackschnitzel dürfen auch größere Bereiche ausfüllen. Verteilen Sie sie entsprechend Ihrer eigenen Einschätzung und überprüfen Sie die Stabilität der Stammstücke!

Längere Stammstücke verbauen

Die längeren Stammstücke werden eingebaut und zunächst mit Ästen sowie anschließend mit Erde befestigt. In der Mitte befindet sich das zentrale Element der Burg. Hier wird der Hohlraum mit Erde und dann mit dem Holzhackschnitzelgemisch verfüllt.

Zum Abschluss wird der Freiraum aufgefüllt und die obere Schicht mit einem Gemisch aus Erde und Holzhäckseln um etwa 30 Zentimeter aufgefüllt. Dies soll das Eingraben der Weibchen und später der Larven erleichtern

Nach dem Bau

Pflegen Sie die Käferlarvenburg, nachdem Sie sie gebaut haben. Kürzen oder entfernen Sie überschattende Pflanzen am Rand oder nahe Gehölze.

 (Bettina Uhlmann/Bugs Stade)

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