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BUND Landesverband Niedersachsen

Die Wildkatze erobert weitere Wälder in Niedersachsen - BUND und NLWKN stellen neue Ergebnisse vor

21. November 2018 | Artenschutz, Lebensräume, Projekt Netzwerk Wildkatze, Wildkatze

Wildkatze auf einem bemoosten Ast. Foto: Thomas Stephan / BUND

Seit zwei Jahren erforscht der BUND gemeinsam mit dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) großflächig das Vorkommen der Europäischen Wildkatze in Niedersachsen. Die Ergebnisse der diesjährigen genetischen Untersuchung stimmen zuversichtlich: Die Wildkatze lebt wieder in zahlreichen Wäldern der Lüneburger Heide und angrenzender Regionen und breitet sich immer weiter nach Norden aus.

„Uns gelang in diesem Jahr erstmals der Nachweis einer Wildkatze in Bispingen im Herzen der Lüneburger Heide – dies ist der nördlichste Nachweis dieser Art in ganz Deutschland!“, berichtet Andrea Krug, Wildkatzenexpertin beim BUND Niedersachsen. „Die Nachweise im Südlichen Heidekreis und in der Südheide belegen, dass sich die Ausbreitungsgrenze der Wildkatze allmählich nach Norden verschiebt“, ergänzt Dr. Andreas Jacob vom NLWKN. Rund 300 Lockstöcke stellten Ehrenamtliche in den Wäldern zwischen Teutoburger Wald im Westen Niedersachsens und Lüchow-Dannenberg an der Elbe auf, die von Januar bis März wöchentlich kontrolliert wurden.

Neben den Niedersächsischen Landesforsten und den Klosterforsten erhielt der BUND hierbei auch Unterstützung von anderen Naturschutzverbänden. Das Untersuchungsgebiet umfasste die Landkreise Uelzen und Lüchow-Dannenberg sowie Teile der Landkreise Osnabrück, Heidekreis, Celle, Gifhorn und Nienburg.

Über die Hälfte der aufgestellten Lockstöcke blieb ohne Wildkatzenhaare. „Das Fehlen der Wildkatze in diesen Gebieten kann an mangelnden Wanderkorridoren zwischen den Wäldern liegen“, sagt Krug. Diese Waldlebensräume liegen inselartig verteilt, umgeben von einem Netz aus immer dichteren Verkehrswegen, Siedlungsbändern und intensiv genutzten Agrarlandschaften. Ein Nachweis gibt der Biologin jedoch Hoffnung. Bis in die Wälder am Grünen Band im Landkreis Lüchow-Dannenberg hat es zumindest eine Wildkatze geschafft. „Dieser Fund zeigt, dass es nur noch ein Katzensprung bis zur Göhrde und über die Elbe ist, wo ebenfalls gute Lebensräume für die Wildkatze existieren“, so Dr. Marc Overbeck von den Niedersächsischen Landesforsten.

HINTERGRUND
Die Europäische Wildkatze (Felis silvestris)

Die einst in fast allen Wäldern Deutschlands heimische Mäusejägerin steht seit vielen Jahren auf der Roten Liste der bedrohten Arten. In weiten Teilen Deutschlands war sie bereits ausgestorben. Die letzten Wildkatzen lebten in meist isolierten Waldgebieten. Mittlerweile erholt sich die Population. Doch noch immer sind viele der Lebensräume zu klein, so dass die Wildkatzen dort nicht dauerhaft überleben können. Viele Katzen werden zudem Opfer des Straßenverkehrs.

Das BUND-Projekt
Der BUND erforscht bereits seit Jahren die Lebensweise und Verbreitung der seltenen Art in seinem „Rettungsnetz Wildkatze“. Ziel des länderübergreifenden Projekts ist ein Verbund aus Wäldern durch grüne Korridore aus Büschen und Bäumen. Diese Biotopvernetzung hilft nicht nur der Wildkatze, sondern auch vielen anderen Arten des Ökosystems Wald.

Zur Erfassungsmethode
Die mit Baldrian besprühten Lockstöcke ziehen umherstreifende Katzen an, die sich an dem rauen Holz reiben und daran Haare hinterlassen. Durch eine genetische Analyse lässt sich anschließend genau feststellen, von welcher Tierart die Haare stammen: von Reh, Dachs, Haus- oder Wildkatze. Darüber hinaus kann sogar das einzelne Individuum anhand der Haare identifiziert werden. Gesammelt werden an das Forschungsinstitut Senckenberg in Gelnhausen geschickt. Dort wird im Labor analysiert, um welches Tier es sich handelt. Die Daten werden in eine bundesweite Gendatenbank eingespeist.

Unterstützt durch:
Niedersächsische Landesforsten
Klosterforsten Management GmbH

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