Terra Preta Anbau. Foto: Ursula Feldmann
Ob auf dem Balkon, im Gemeinschaftsgarten mitten in der Stadt oder auf dem eigenen Grundstück – eigenes Gemüse anzubauen, liegt im Trend. Vielen Hobbygärtnern ist es dabei wichtig, möglichst schonend mit natürlichen Ressourcen umzugehen und auf Kunstdünger und torfhaltige Erde zu verzichten. Ein Weg, naturgemäß zu Gärtnern und zum Humusaufbau beizutragen, ist die Nutzung von Terra Preta. Der BUND Niedersachsen macht das klimafreundliche Gärtnern über ein dreijähriges Förderprojekt der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung bekannt.
„Seit unserem Projektbeginn vor 1 ½ Jahren haben wir 15 neue Partner überzeugt, Terra Preta im Gartenbau zu nutzen oder Umweltbildung an Schulen durchzuführen“, freut sich Dr. Mona Gharib vom BUND Niedersachsen. Unter den derzeit 22 Projektpartnern in Niedersachsen finden sich Vereine, Museen, Schulen, Umweltzentren und Hersteller von Erden. „Derzeit machen wir den Praxistest: Unsere Partner haben Vergleichsbeete angelegt und können das Gartenjahr hindurch beobachten, in welcher Erde das Gemüse am besten gedeiht: mit Terra Preta, mit Kompost und ganz ohne Dünger“, so Gharib.
Auf Veranstaltungen in ganz Niedersachsen können sich Interessierte über das klimafreundliche Gärtnern informieren oder die nährstoffreiche Erde selbst herstellen.
Zwei Kooperationspartner öffnen zudem ihre Pforten beim Internationalen Tag der Museen am 22. Mai. In Osnabrück bietet das Museum am Schölerberg gemeinsam mit der regionalen BUND-Gruppe Führungen durch den 5.000 m² großen Museumsgarten an. Auf dem Museumsgelände werden bereits im zweiten Jahr Versuchsbeete mit verschiedenen Erden bewirtschaftet. Auch das Emsland Moormuseum in Geeste thematisiert die Bedeutung von Alternativen im Gartenbau für den Moor- und Klimaschutz mit einem Vortragsprogramm. Informationsstände und eine Besichtigung der Versuchsbeete im anliegenden Siedlerhof runden das Angebot ab.
Informationen zum Tag der Museen am 22. Mai 2016:
- Museum am Schölerberg in Osnabrück, geöffnet von 10-18 Uhr, Führung von 11-12.30 Uhr, Treffpunkt: Besucherservice
- Emsland Moormuseum in Geeste, geöffnet von 10-18 Uhr, Vorträge zu Terra Preta um 11 und 15 Uhr:
- „Von der Moornutzung zum Moorschutz - Gedanken zur Umweltproblematik“, Prof. Dr. Harm Glashoff
- „Vorstellung des landesweiten Terra Preta-Projektes und Terra Preta als ein Torfersatzstoff“, Dr. Mona Gharib
Informationen zum Projekt „Terra Preta in Niedersachsen“ finden Sie unter www.bund-niedersachsen.de/Terrapreta.
Hintergrund:
Terra Preta bedeutet Schwarzerde und wird aus Kompost, zertifizierter Pflanzenkohle, Mineralien und Mist hergestellt. Dabei werden organische Abfälle in hochwertigen Dünger umgewandelt. Fäulnisprozesse werden vermieden und im Vergleich zur Nutzung von Mineraldünger entstehen weniger Kohlendioxid und Methan.
Die nährstoffreiche Schwarzerde fördert die für ein gesundes Pflanzenwachstum wichtigen Bodenlebewesen, speichert Nährstoffe und Wasser und ermöglicht einen dauerhaften Humusaufbau. Damit trägt Terra Preta zu Klimaschutz, Ressourcenschonung und Ernährungssicherheit bei. Die Nutzung der Schwarzerde kann, ähnlich wie die derzeit praktizierte Kompost- und Humuswirtschaft, zu einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Produktionsflächen führen.
