Projektabschluss: BUND zeigt, wie Gewässerränder ökologisch aufgewertet werden können

27. August 2026 | Flüsse & Gewässer, Projekt "Kurs auf Blau-Grün" (NI), Landwirtschaft

Abschlussveranstaltung "Kurs auf Blau-Grün" Abschlussveranstaltung "Kurs auf Blau-Grün"

Nach drei Jahren endet das Projekt „Kurs auf Blau-Grün – Gewässerränder gemeinsam gestalten“ des BUND Niedersachsen. Zur Abschlussveranstaltung im Bürgerhaus Mahndorf in Bremen kamen heute Gäste aus Politik, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbänden der Gewässerunterhaltung. Nach Grußworten und der Vorstellung der Ergebnisse wurde in einer Podiumsdiskussion über die künftige ökologische Aufwertung von Uferbereichen in Niedersachsen debattiert.

Dr. Tonja Mannstedt, politische Geschäftsführerin des BUND Niedersachsen: „Nur drei Prozent der Fließgewässer in Niedersachsen erreichen einen guten ökologischen Zustand. Gleichzeitig verfügt das Land über eines der dichtesten Gewässernetze Deutschlands – dieses Potenzial gilt es durch die Anlage naturnaher Uferbereiche besser zu nutzen. Gewässerrandstreifen sind wichtige Lebensräume und Wanderkorridore für Tiere und Pflanzen, tragen zur Artenvielfalt bei und schützen Bäche und Flüsse vor Nähr- und Schadstoffeinträgen durch die Landwirtschaft. Mit Kurs auf Blau-Grün zeigt der BUND, wie es im Dialog und mit guter Beratung gelingen kann.“

Im Projekt hat der BUND gemeinsam mit Akteur*innen aus Naturschutz, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Verwaltung und Politik in drei Modellregionen erprobt, wie sich Gewässerränder aufwerten und naturnäher entwickeln lassen. In insgesamt 15 Gewässerforen mit 122 Beteiligten wurden ökologische Aufwertungsmöglichkeiten identifiziert, konkrete Maßnahmen angestoßen und Umsetzungshürden diskutiert. Für die drei Modellgewässer Grove, Fulde und Harle entstanden gemeinsam entwickelte Leitbilder, die zeigen, wie artenreiche und naturnahe Gewässerränder künftig aussehen können. 

Auch praktische Maßnahmen wurden umgesetzt: An der Grove wurden rund zwei Hektar Ackerfläche auf einer Länge von etwa 570 Metern als Ackerbrache stillgelegt. An der Fulde entstand ein rund zwei Kilometer langer Blühstreifen. Aus den Erfahrungen in den Modellregionen hat der BUND Handlungsempfehlungen entwickelt. Diese sollen ergänzend zu den gesetzlichen Vorgaben und auf freiwilliger Basis zur ökologischen Aufwertung von Gewässerrandstreifen beitragen.

Manuel Bahn Nerhoff, BUND-Projektleitung: „Die Handreiche zeigt, welche politischen und organisatorischen Rahmenbedingungen nötig sind, damit aus einzelnen erfolgreichen Projekten mehr Naturschutz in der Fläche wird. Dazu gehören einfachere und verlässlichere Fördermöglichkeiten, eine bessere Abstimmung von Zuständigkeiten und Planungen, langfristige Beratungs- und Kooperationsstrukturen sowie eine gesicherte Pflege ökologisch wertvoller Gewässerränder. Entscheidend dabei ist, dass die Fördermaßnahmen eine ökologische Aufwertung ermöglichen, die über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus geht. Gleichzeitig soll die Handreiche für Akteur*innen vor Ort praktikabel und attraktiv sein.“

Mit dem Niedersächsischen Weg hatten Landesregierung, Landwirtschaft und Naturschutzverbände bereits 2020 vereinbart, die heimischen Fließgewässer besser zu schützen und Gewässerrandstreifen auszuweiten: Einsatz und Lagerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf Gewässerrandstreifen wurden verboten, Landwirt*innen erhalten dafür einen finanziellen Ausgleich. Das Projekt setzte hier an, um zusätzliche ökologisch wertvolle Strukturen an Gewässern zu schaffen. Durch einen frühzeitigen Austausch mit Akteur*innen vor Ort, der Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten und den richtigen Rahmenbedingungen wurden Erfolge vor Ort möglich. 


Hintergrund:
Das Projekt „Kurs auf Blau-Grün – Gewässerränder gemeinsam gestalten“ läuft von Oktober 2023 bis September 2026. Der BUND Niedersachsen arbeitete dabei mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und dem Landvolk Niedersachsen sowie Vertreter*innen von Wasser- und Bodenverbänden, Kommunen, Fachbehörden und Naturschutz zusammen. Gefördert wird das Projekt von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung. 

Bilder von der Abschlussveranstaltung (folgen im Laufe des Tages):
www.bund-niedersachsen.de/pressefotos 

Mehr Infos:
Kurs auf Blau-Grün
 

BUND-Pressestelle:
Lara-Marie Krauße, Tel. 01515 - 33 111 88, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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