BUND Landesverband Niedersachsen

Weser-Elbe: Aktion Wasser

Engagierte Aktive belegen bei BUND-Wasseruntersuchungen eine „trübe Brühe“

2019: Großes Engagement und schlechte Werte

Probennahme. Foto: BUND / Bernd Quellmalz

An dem BUND-Projekt „Aktion Wasser – für lebendige Gewässer und sauberes Grundwasser“ haben sich auch 2019 wieder zahlreiche Menschen aus der Region Weser-Elbe beteiligt und Gewässer und Grundwasser auf Nährstoffbelastungen untersucht. Die Ergebnisse der ehrenamtlichen Bürgerwissenschaftler*innen zeigten vielerorts einen mäßig belasteten bis schlechten Zustand der untersuchten Gewässer und des Grundwassers.

Zu den dezentralen Wasseruntersuchungen brachten Bürger*innen insgesamt 176 Wasserproben aus ihren Garten- und Hausbrunnen mit, um sie auf Nitrat untersuchen zu lassen. Von den an 36 Probestellen untersuchten Gewässern befanden sich 65 % in einem unbefriedigenden und schlechten Zustand. Von den 176 untersuchten Wasserproben aus Haus- und Gartenbrunnen wiesen 31 % Werte zwischen 10 und 50 mg/l und 11 % sogar Werte von über 50 mg/l Nitrat auf. Schwerpunkte der Belastung haben sich bei den Wasseruntersuchungen des BUND zum Beispiel geestnah bei Spieka und Oxstedt, aber auch in Schiffdorf und Bremen-Farge gezeigt. Dagegen konnten die Bürgerwissenschaftler*innen in den Niederungsgebieten bei Osterholz-Scharmbeck sowie in Marschgebieten überwiegend geringere Belastungen feststellen. Insbesondere in der lehmig-tonigen Marsch wird Nitrat nicht so schnell ausgewaschen wie in sandigen Geestböden. Auffällig im Landkreis Wesermarsch waren in den untersuchten Binnengewässern bei Iffens am Jadebusen die vergleichsweise hohen Salzgehalte von bis zu 1,6 Promille (Süßwasser: deutlich unter 0,9 Promille, Brackwasser: um 1-20 Promille), während die Nitrat-Werte unauffällig waren.

2018: Messungen zeigen hohe Belastung

Nitrat-Test im Rahmen des BUND-Projektes Aktion Wasser. Foto: Gerd Bertholdt Nitrat-Test im Rahmen des BUND-Projektes Aktion Wasser. Foto: Gerd Bertholdt

Viele Gewässer und das Grundwasser in der Region Weser-Elbe sind in schlechtem Zustand: Dies konnte der BUND mit zahlreichen ehrenamtlich Aktiven bei der „Aktion Wasser“ bereits im ersten Projektjahr 2018 bestätigen. Vor allem Nährstoffe wie Nitrat, Ammonium wurden von den vom BUND ausgestatteten und geschulten Bürgerwissenschaftler*innen untersucht, aber auch Wassertiere bestimmt. Zumeist mit erschreckenden Ergebnissen: 88 Prozent der 62 untersuchten Gewässer-Proben wiesen einen schlechten Zustand auf, nur 2 Prozent einen guten.

Die freiwilligen Wasserschützer*innen des BUND riefen bei Veranstaltungen auch die Bürger*innen der Region auf, Proben aus den eigenen Hausbrunnen auf Nitrat untersuchen zu lassen. Die Ergebnisse zeigen eine mäßige bis sehr kritische Belastung: menschengemacht vor allem durch die intensive Form der Landwirtschaft in Niedersachsen. 59 Prozent der Wasserproben wiesen Nitrat-Werte von 10 bis 89 mg/l auf; 9 Prozent lagen sogar bei 50 mg/l oder mehr – jenseits des offiziellen Grenzwerts für Trinkwasser. So hoch belastetes Wasser sollte weder getrunken noch für Planschbecken genutzt werden. Nitrat wird in Magen und Darm, aber auch beim Stehenlassen von Nahrung durch Bakterien zu giftigem, krebserregendem Nitrit umgewandelt: gefährlich für Menschen, insbesondere für Kinder und Säuglinge.

Einsatz für sauberes Wasser geht weiter

Einsatz für sauberes Wasser. Foto: Bernd Quellmalz Einsatz für sauberes Wasser. Foto: Bernd Quellmalz

Natur und Artenvielfalt stellt die überhöhte Nährstoffbelastung vor große Probleme: Die Wasserqualität muss sich schnellstens verbessern. Mit der „Aktion Wasser“ machen die BUND-Gruppen Cuxhaven, Osterholz, Unterweser und Wesermarsch zusammen mit den Aktiven die Belastung von Gewässern und Grundwasser sichtbar. So soll für Wasserschutz sensibilisiert, vor allem aber der öffentliche Druck auf Entscheidungsträger erhöht werden. Denn bei der Politik besteht Handlungsbedarf.
An Weser und Elbe gehen die Untersuchungen bis Ende 2020 weiter. Wenn Sie bei der „Aktion Wasser“ mitmachen möchten oder Rückfragen haben, wenden Sie sich einfach an Marlen Bratz.

Weitere Infos und detaillierte Messergebnisse: www.bund-weser-elbe.de/aktionwasser

Kontakt
BUND-Regionalgeschäftsstelle Weser-Elbe
Borriesstraße 19
27570 Bremerhaven

Ansprechpartnerin:
Marlen Bratz
Tel.: 0176 / 23181773   
E-Mail: marlen.bratz(at)nds.bund.net

Internet: www.bund-weser-elbe.de

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