Streuobstwiesen

Wer kennt sie nicht - die riesigen Mais- oder Rübenfelder. Immer wieder die gleichen Getreidesorten, wohin man blickt. Ein Ansatz, die Artenvielfalt in der Landwirtschaft (die sogenannte Agrobiodiversität) zu erhalten, besteht in der Betreuung oder Neuanlegung von Streuobstwiesen. Oben wächst das Obst - und darunter weiden Kühe oder Pferde.

Streuobstwiesen haben eine herausragende Bedeutung für die Biodiversität und die Agrobiodiversität. Sie sind Lebensraum für viele bedrohte Tierarten (Vögel, Schmetterlinge, Bienen, Säugetiere) und beherbergen viele alte Obstsorten.

Bundesweit ist der Bestand der Streuobstwiesen in den vergangenen Jahrzehnten erheblich dezimiert worden, u. a. weil die Bestände an den Ortsrandlagen den Siedlungserweiterungen zum Opfer gefallen sind.

Naturschutzverbände und Pomologen kümmern sich seit vielen Jahren um die Erhaltung und die Neubegründung von Streuobstwiesen. Die Erhaltung alter Obstsorten in ihrer traditionellen Anbauform ist eine wichtige Aufgabe, mit jeder ausgestorbenen Sorte geht schließlich auch eine Stück Kulturgeschichte unwiederbringlich verloren. Eine Vielzahl an unterschiedliche Obstsorten stellt zudem eine wichtige genetische Ressource bei Viruskrankheiten oder anderem Befall dar.

Da viele Streuobstwiesen noch immer in Siedlungsnähe oder innerhalb großer innerörtlicher Freiflächen zu finden sind und zum Teil auch neu entstehen - zum Beispiel als Kompensationsmaßnahmen, sind sie gleichzeitig ein idealer Anlaufpunkt für Menschen, um sich auf kurzem Wege einem interessanten Stück Natur und Kulturlandschaft zu nähern. 

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