Durch die weitere Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich mit der hier beschriebenen Verwendung von Cookies durch den BUND einverstanden. An dieser Stelle können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen bzw. eine erteilte Einwilligung widerrufen. Der Einsatz von Cookies erfolgt, um Ihre Nutzung unserer Webseiten zu analysieren.

BUND Landesverband Niedersachsen

Quartiere an und in Gebäuden

Wann sind Fledermäuse in welchem Quartier?

Im März und April suchen Fledermäuse nach Sommerquartieren. Ab Mai begeben sich die Fledermausweibchen in die Wochenstubenquartiere. Dort kommen bis zur ersten Junihälfte die Jungtiere zur Welt, die bis Anfang August ausgewachsen sind. Über den Sommer hinweg können Fledermäuse je nach Wetterlage und Bedarf unterschiedliche Quartiere benutzen (z.B. Männchenquartier, Paarungsquartier, Wochenstuben). Von Oktober bis März halten sich Fledermäuse in ihren Winterquartieren auf. Quartiere können über Jahre hindurch immer wieder besetzt werden.  

Wie sieht ein gutes Quartier aus?

Fledermäuse haben es gern dunkel und mögen keine Zugluft. Sie brauchen raue Oberflächen zum Landen und auch innerhalb des Quartiers. Im Umkreis von etwa einem Meter vor und unter der Einflugöffnung sollten keine Büsche, Bäume, Antennen oder sonstiges im Weg sein. Es wurde beobachtet, dass Quartiere an Hausecken schneller belegt wurden als an der Wandmitte. 

Fledermäuse reagieren empfindlich auf Lichtquellen. Deshalb sollte man darauf achten, dass die Einflugöffnung nicht von Scheinwerfern angestrahlt wird und sich keine Bewegungsmelder unmittelbar in der Nähe befinden, die von Fledermäusen ausgelöst werden könnten.

Besonders gut eignet sich Lärchenholz für den Bau von Quartieren. Es ist sehr wetterbeständig ist und hält auch ohne Holzschutzmittelbehandlung lange. Denn in Fledermausquartieren sollte man keine Holzschutzmittel verwenden. Insbesondere die Stoffe Lindan, Dieldrin oder Pentachlorphenol sind schädlich für die Tiere. Holschutzmittel auf Permethrin-Basis können verwendet werden, wenn unbedingt nötig. Das Holz sollte aber vollständig getrocknet sein und nicht mehr riechen, wenn die Fledermäuse einziehen.  

Sommerquartier

Die »Spaltenbewohner« unter den Fledermäusen finden in und an Gebäuden ihre Sommerquartiere. Sie richten sich zum Beispiel unter Dach- und Wandverkleidungen ein, hinter Fensterläden, in Rollladenkisten und unter losem Mauerwerk. Hier bringen sie auch die Jungen zur Welt und ziehen sie auf. In dieser Zeit benötigen die Tiere besondere Ruhe. 

Ideale Sommerquartiere sind deshalb ungestörte dunkle Dachräume, besonders wenn es dort Nischen zum Verstecken gibt. Als Öffnungen zu den Dachräumen eignen sich durchgängige Lüftungsrohre aus Ton, Lüftungsziegel ohne Sieb, Dachluken, an den Enden offene Dachreiter und Dachfenster. 

Die meisten Fledermäuse bevorzugen kleinere Zwischenräume. Sie hängen eher selten frei am Gebälk. Mit sägerauem Holz kann man Nischen etwas unterhalb des Dachfirstes oder zwischen den Dachsparren schaffen. 
Um den Dachboden sauber zu halten, kann man ihn mit Katzenstreu ausstreuen und im Winter einmal säubern. 

Winterquartier

Im Herbst ziehen die Fledermäuse in kühle, frostfreie Höhlen, Stollen und Keller. Dort verbringen sie ihren Winterschlaf. Eine gute Temperatur für ein Winterquartier liegt bei 3 bis 9 Grad - zu warme und zu kalte Orte meiden die Fledermäuse. Zusätzlich muss die Luftfeuchtigkeit  hoch genug sein, damit die Tiere nicht austrocknen. 

Die Einflugöffnungen zum Winterquartier sollten 3 cm hoch und 5 bis 30 cm breit sein.  Falls die Decke relativ glatt ist, sollten raue Oberflächen (z.B. aus Holz) geschaffen werden, an denen die Fledermäuse hängen können.

Gefährlich für Fledermäuse im Winterschlaf ist es, wenn sie gestört werden und dadurch aus ihrem Schlaf aufwachen. In einer Stunde, die sie wach verbringen, verbrauchen sie so viel Energie wie sonst innerhalb einer ganzen Woche Winterschlaf. Deshalb ist es äußerst wichtig, die Tiere im Winter nicht zu stören. 

Bechsteinfledermaus verläßt ihre Höhle. Foto: BUND Region Hannover Bechsteinfledermaus verläßt ihre Höhle. Foto: BUND Region Hannover

Streuobstwiesen mit naturbelassenen alten Bäumen können für einige Fledermausarten ebenso ein Zuhause bieten.

Fledermaus-Höhle. Foto: Habeck Fledermaus-Höhle. Foto: Habeck

BUND-Bestellkorb