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BUND Landesverband Niedersachsen

Vom Leben der Wildbienen

Beim Stichwort "Biene" denken die meisten von uns zuerst an die Honigbiene. Doch die Honigbiene ist nur eine Bienenart unter vielen. Allein in Niedersachsen leben etwa 360 verschiedene Wildbienenarten. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise in dieser faszinierenden Lebenswelt!

Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) ♀. Foto: Luisa Stemmler Knautien-Sandbiene (Andrena hattorfiana) ♀. Foto: Luisa Stemmler

Honigbiene ist nur eine Art unter vielen. Sie wird vom Menschen gehalten und gezüchtet. Alle anderen Bienenarten, die frei in der Natur leben, werden zusammengefasst als Wildbienen bezeichnet. Allein in Niedersachsen leben etwa 360 verschiedene Wildbienenarten. Sie unterscheiden sich in Aussehen, Lebensweise und bewohntem Lebensraum. Auch die allseits bekannten und beliebten Hummeln gehören zu den Wildbienen.

Unter den vielen verschiedenen Arten gibt es Seiden- und Maskenbienen, Woll- und Pelzbienen. Die bildhafte Namensgebung verweist bereits auf die Vielfalt von Erscheinungsbildern und Lebensweisen der Wildbienen. Sandbienen leben zum Beispiel im Erdreich, Mauerbienen suchen bevorzugt Unterschlupf in Hohlräumen. Blattschneiderbienen bauen ihre Nester aus von ihnen gesammelten Pflanzenblattstückchen und Schneckenhausmauerbienen suchen sich gerne leere Schneckenhäuser als Wohnraum aus.

Warum Wildbienen für uns alle wichtig sind

Andrena haemorrhoa Rotschopfige Sandbiene. Foto: Klaus Kuttig Andrena haemorrhoa Rotschopfige Sandbiene. Foto: Klaus Kuttig

Eines haben alle Wildbienen gemeinsam: Sie übernehmen eine entscheidende Funktion in unseren Ökosystemen. Sie bestäuben zahlreiche Wild- und Kulturpflanzen. Alle Wildbienen sind reine "Vegetarierer" und deshalb intensive Blütenbesucher. Da sie auch ihren Nachwuchs mit Nektar und Pollen versorgen, sind viel mehr Blütenbesuche als zur Eigenversorgung notwendig.

Ohne Wildbienen würde es viele uns vertraute Blütenpflanzen wie Glockenblumen, Hahnenfuß, Wiesen-Flockenblumen und Malven viel seltener geben. Auch Äpfel, Kirschen, Erdbeeren und Tomaten würden wir in geringeren Mengen ernten. Unter den Insekten sind Bienen die wichtigste Bestäubergruppe.  

Die Biene und ihr Stachel – kein Grund zur Panik

Wildbienen sind sehr friedfertige Zeitgenossen. Sie stechen sehr selten und nur, wenn sie akut bedroht werden. Zudem besitzen lediglich die weiblichen Tiere einen Stachel, die männlichen Individuen sind „unbewaffnet“.

Da die meisten Wildbienenarten allein leben, ist ihre Veranlagung zur Verteidigung nur schwach und rein defensiv ausgeprägt. Solche Wildbienen sind im Grunde nur für sich selbst und ihren eigenen Bruterfolg verantwortlich und müssen, anders als die staatenbildenden (Honig-)Bienen oder Hummeln, keine Nahrungsreserven des Staates und keine Königin verteidigen. Daher fliegen sie keine gezielten Angriffe gegen Störenfriede, sondern verteidigen sich nur als letztes Mittel gegen den Tod mit einem Stich. Es gibt also viele gute Gründe, beim Anblick einer Biene ganz gelassen zu bleiben!

Sollten es dennoch einmal gestochen werden, so verursacht ein Stich der meisten Wildbienen lediglich einen kurzen und leichten Schmerz. Bei vielen Arten ist der Stachel zu schwach, um überhaupt die Haut eines erwachsenen Menschen zu durchdringen. Außerdem bleibt bei einem Stich der Stachel mitsamt des Giftbeutels nicht in der Einstichstelle zurück – die abgegebene Giftmenge ist daher deutlich geringer als beim Stich einer Honigbiene. Da Stiche von Wildbienen für Menschen mit Bienengift-Allergie lebensbedrohlich sein können, sollte im Notfall ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.  

Mehr Informationen zum Leben der Wildbienen finden Sie hier:

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