Der Schweinswal gehört zur Familie der Zahnwale, die über 70 Walarten umfasst. Auch wenn die Zahnwale meist klein sind, können Arten wie der Pottwal oder der Schwertwal bis zu 20 Meter lang werden. Schweinswale werden in vier Arten unterteilt - der Kalifornische Schweinswal, der Burmeister-Schweinswal, der Brillenschweinswal und der Gewöhnliche Schweinswal (Phocoena Phocoena), der in der Nordsee vorkommt.
Der Gewöhnliche Schweinswal wird oft mit dem Delfin verwechselt, unterscheidet sich aber durch seine runde Form und seine kurze Schnauze. Seine Flosse ist dreieckig und befindet sich in der Mitte seines Rückens. Auf beiden Seiten seiner Mundwinkel zieht sich ein schwarzer Strich bis zu den Seitenflossen. Im Durchschnitt können Schweinswale 160 cm lang werden, wobei die Männchen eine Länge von bis zu 180 cm erreichen und die größeren Weibchen bis zu 190 cm groß werden können. Im Durchschnitt wiegt ein Schweinswal zwischen 40 und 70 kg. Im Winter kann sein Gewicht jedoch bis zu 90 kg betragen, da er in kalten Gewässern schwimmt.
Männchen werden mit 2-3 Jahren und Weibchen mit 3-4 Jahren geschlechtsreif. Die Paarungszeit liegt zwischen Juli und August und die Tragzeit beträgt 10 bis 11 Monate. Bei der Geburt wiegt das Jungtier zwischen 5 und 7 kg und ist 65 bis 90 cm groß. Es wird zwischen 8 und 12 Monaten von der Mutter gesäugt. Theoretisch kann ein Weibchen alle 1 bis 2 Jahre ein Kalb zur Welt bringen, in der Realität sind die Kalbungsintervalle jedoch höher.
Der Lebensraum des Schweinswals in der Nordsee
Schweinswale sind die einzige Walart, die in deutschen Gewässern heimisch ist. Sie kommen vor allem in flachen bis mitteltiefen Gewässern mit einer Tiefe von bis zu 200 m vor, wo sie ihre Beutetiere finden.
In der deutschen Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) in der Nordsee gibt es drei Hotspots, das Sylter Außenriff vor der Küste Schleswig-Holsteins, das Borkumer Riffgrund nahe der niedersächsischen Küste und die Doggerbank. Diese Gebiete sind aufgrund ihrer biologischen Vielfalt und ihrer Schutzbedürftigkeit als Meeresschutzgebiete anerkannt. Im Frühjahr sind Schweinswale vor allem im westlichen Teil des Wattenmeers im Borkumer Riffgrund und Umgebung zu finden, im Sommer häufiger im Sylter Außenriff. Im Herbst sind sie gleichmäßiger über die Gebiete verteilt, verlassen aber das Küstenmeer für den Winter, um in tiefere Gewässer zu gelangen.
Obwohl Schweinswale ursprünglich vor der Küste Schleswig-Holsteins am häufigsten vorkamen, nimmt ihre Zahl im südlichen Wattenmeer seit den 1990er Jahren zu. Es wird vermutet, dass dies auf eine veränderte Verteilung wichtiger Beutetierarten zurückzuführen ist. Schweinswale können auch in einigen Flüssen wie der Elbe oder der Weser gesichtet werden.
In der deutschen Nordsee werden regelmäßig Zählungen an Bord von Schiffen und Flugzeugen durchgeführt, die einen rückläufigen Trend der Anzahl der Schweinswale zeigen. So haben Studien gezeigt, dass die Schweinswalpopulation zwischen 2002 und 2019 um 1,79 % pro Jahr abgenommen hat.
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