Zahnwale erzeugen die lautesten Töne in der tierischen Welt. Wie Menschen haben sie verschiedene Stimmlagen:
- Eine tiefe und knarrende Stimmlage genannt Vocal Fry.
- Eine Bruststimme, die mit der menschlichen Sprechstimme verglichen werden kann
- Eine Stimmlage, die bei höherer Frequenz erzeugt wird, genannt Falsett
Zahnwale nutzen die Vocal-Fry-Stimmlage zur Echoortung und damit zum Aufspüren und Fangen ihrer Beute. Um diese Töne zu erzeugen, brauchen sie wie viele andere Säugetiere auch Luft. Um die Vocal-Fry-Stimmlage zu erzeugen, benötigen die Stimmlippen des Zahnwals nur sehr wenig Luft, die sich in einem Muskelsack sammelt, welcher sich nur kurz öffnet. Die Stimmlippen befinden sich in der Nase des Zahnwals und ermöglichen es ihm, Töne mit sehr hohem Druck und in höchster Lautstärke zu erzeugen, auch wenn sich das Luftvolumen bei steigendem Druck in tiefen Gewässern verringert. Somit ist die Vocal-Fry-Stimmlage ideal für die Echoortung.
Zur Echoortung erzeugen Schweinswale hochfrequente Klicklaute (130 kHz), die sich über kürzere Entfernungen ausbreiten als niederfrequente Töne. Diese in eine bestimmte Richtung gesendete Signale werden auch zur Kommunikation genutzt, die von Artgenossen über eine Entfernung von bis zu 1000 m wahrgenommen werden können. Darüber hinaus allerdings nicht mehr. Schweinswale erzeugen verschiedene Klickwiederholungs-Muster, die mit bestimmten Verhaltensweisen verbunden sind. Es wird vermutet, dass Schweinswale diese hochfrequente Kommunikationsmethode entwickelt haben, um Raubtiere zu meiden, die auf niedrigeren Frequenzen besser hören.
Die Echoortungsklicks werden unter anderem zum Fangen von Beutetieren eingesetzt. Dabei verkürzen sich die Abstände zwischen den Lauten und entwickeln sich nur wenige Millisekunden vor dem Fang zu einer Buzz-Sequenz. Studien zeigen sogar, dass die Buzzes nach dem Fang der Beute nicht aufhören, sondern für kurze Zeit weiterlaufen. Obwohl der Grund dafür noch nicht bekannt ist, wird vermutet, dass Schweinswale diese Töne weiterhin erzeugen, um flüchtende Fische zu fangen oder in der Umgebung nach weiterer Beute zu suchen.
Zusätzlich zu ihrer Fähigkeit sehr laute und hochfrequente Töne zu erzeugen, haben Zahnwale auch einen großen Hörbereich. Schweinswale nehmen zum Beispiel hochfrequente Töne wahr und haben in einem Bereich von 4 bis 150 kHz das empfindlichste Gehör aller untersuchten Meeressäuger. Ihr Gehör ist zwischen 100 und 140 kHz am empfindlichsten, was sich mit dem Frequenzbereich der Echoortung (130 kHz) überschneidet.
Für weitere Informationen:
- Madsen et al., 2023 – Toothed whales use distinct vocal registers for echolocation and communication
- Sørensen, P.M. et al., 2018 – Click communication in wild harbour porpoises (Phocoena phocoena)
