Abschlussbericht zum Projekt „Blaues Band Oberweser: Potenziale erkennen, Maßnahmen initiieren“

Der Bericht dokumentiert die Ergebnisse zum Projekt „Blaues Band Oberweser: Potenziale erkennen, Maßnahmen initiieren“ (Laufzeit 02/2023–04/2025). Ziel war es, entlang der Oberweser von Hann. Münden bis Minden auf einer Länge von ca. 200 km systematisch geeignete Flächen für die Auenrenaturierung zu identifizieren, bereits vorhandene Maßnahmenideen zu bündeln und daraus konkrete, möglichst großräumige Schwerpunkträume für spätere Umsetzungsprojekte abzuleiten. 

Hintergrund und Anlass des Projektes sind die seit 2015 stattfindenden Bemühungen für mehr Flussnatur an der Oberweser sowie die im aktualisierten Auenzustandsbericht (2021) aufgezeigten Defizite und Verluste an intakten Auenlebensräumen, wodurch sich die Chance ergab, im Rahmen des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“ die Oberweseraue länderübergreifend wieder naturnäher zu entwickeln. 

Kern der Untersuchung war eine GIS-gestützte Potenzialflächenanalyse, bei der die gesamte Aue anhand verschiedener Kriterien bewertet wurde. Parallel konnten zahlreiche bereits bestehende Maßnahmenideen gesammelt, vereinheitlicht und auf ihre Eignung hin geprüft werden. So konnten insgesamt 1.186 Einzelmaßnahmen einem Maßnahmentyp des Maßnahmenkatalogs „Blaues Band Deutschland“ zugeordnet und verortet werden. Ebenfalls stand die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren im Vordergrund: In einem umfangreichen Beteiligungsprozess wurden 6 Regionalgespräche durchgeführt, an denen 2024 über 75 und 2025 über 120 Interessenvertreter teilnahmen. 

Als wesentliches Ergebnis konnten 28 Schwerpunkträume entlang der Oberweser abgegrenzt werden, für die jeweils kurze Steckbriefe mit den wichtigsten Informationen erstellt wurden. Insgesamt wurden ca. 21.678 ha Auenflächen ausgewertet; die identifizierten Schwerpunkträume umfassen zusammen 3.783 ha, was rund 17 % des Plangebiets entspricht. Diese Räume werden nicht als verbindliche Festlegung verstanden, sondern als fachlich begründete Kulisse. Aus den 28 Schwerpunkträumen wurden im Rahmen eines weiteren Abstimmungsprozesses vier prioritäre „Erstumsetzungsräume“ identifiziert. Maßgeblich hierfür war insbesondere die Bereitschaft von regionalen Akteuren, eine Maßnahmenträgerschaft zu übernehmen. 

Als weiteres Ergebnis wird ein Kommunikationskonzept vorgelegt, welches Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung und Öffentlichkeitsarbeit beschreibt. Zentrale Ziele sind die Stärkung des Bewusstseins für Auenrevitalisierung sowie die Motivation zur Unterstützung naturnaher Entwicklung. 

Zusätzlich enthält der Bericht fachliche Empfehlungen zur Anbindung und Entwicklung von den an der Oberweser zahlreich vorhandenen Abgrabungsgewässern. Der Bericht erläutert rechtliche Rahmenbedingungen und stellt eine Entscheidungshilfe in Form eines Flussdiagramms bereit. Zudem werden notwendige weiterführende Untersuchungen und Gestaltungsprinzipien beschrieben, die sich an natürlichen Auengewässerformen orientieren. 

Insgesamt liefert der Bericht damit eine methodisch hergeleitete und fachlich abgestimmte Planungsgrundlage für Renaturierungsmaßnahmen an der Oberweser, die unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus dem Beteiligungsprozess konkret abgegrenzte Gebietskulissen aufzeigt und zusätzliche Empfehlungen für die Umsetzung in einem großräumigen Folgeprojekt gibt.

Abschlussbericht zum Projekt „Blaues Band Oberweser - Potenziale erkennen, Maßnahmen initiieren“ (PDF-Format, Download, ca. 5,3 MB)

Übersicht der Anhänge (PDF-Format, zum Download, ca 400 KB)

Anhang

Anhang zu Kap. 1.5: Bestandssituation 

Anhang zu Kap. 2.2: Öffentlichkeitsbeteiligung 

Anhang zu Kap. 2.4.1: Ermittlung und Bewertung von Potenzialflächen

Anhang zu Kap. 2.4.2: Aufarbeitung und Eignungsprüfung Maßnahmenideen 

Anhang zu Kap. 2.4.3: Ermittlung von Projektsynergien 

Anhang zu Kap. 2.4.6: Auswahl von 2 – 4 Schwerpunkträumen für das Hauptvorhaben 

Anhang zu Kap. 3.1: Ergebnisse: Ermittlung und Bewertung Potenzialflächen 

Anhang zu Kap. 3.2: Ergebnisse: Aufarbeitung Maßnahmenideen 

Anhang zu Kap. 3.7: Abgrenzung Schwerpunkträume 

Anhang zu Kap. 3.7.1: Ergebnisse: Auswahl von Schwerpunkträumen 

Anhang zu Kap. 4.0: Kommunikationskonzept 

Anhang zu Kap. 5.2: Anbindung von Abgrabungsgewässern 

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