10-Punkte-Plan für eine nachhaltige Ernährungswende in Niedersachsen

Ein Wandel im Ernährungs- und Landwirtschaftssystem ist notwendig, weil das System in seiner heutigen Form nicht zukunftsfähig ist. Insbesondere die intensive Tierhaltung hat problematische Auswirkungen auf Klima, Umwelt, Tiere, Gesundheit und globale Gerechtigkeit. Wichtige Lösungen liegen in einer pflanzenbetonten Ernährungsweise, die im Rahmen der Agrar- und Ernährungspolitik stärker gefördert werden muss. 

Der im Rahmen des Projekts „Weltbaustelle Ernährung“ gemeinsam mit Faba Konzepte e.V. entwickelte 10-Punkte-Plan bündelt mögliche Maßnahmen für eine nachhaltige Ernährungswende in Niedersachsen.

Wegweiser der Ernährungswende

1. Zukunftsfonds für eine pflanzenbetonte Ernährung auflegen

  • Niedersachsen bekennt sich zur Vision einer pflanzenbetonten Ernährung und zur Reduktion der landwirtschaftlichen Tierzahlen.
  • Ein Zukunftsfonds finanziert entsprechende Förderprogramme. 

Ernährungspolitik

2. Niedersachsens Ernährungsstrategie konkretisieren 

  • Der Fokus auf pflanzenbetonte Ernährung wird verstärkt.
  • Konkrete Maßnahmen samt messbarer, terminierter Ziele werden festgelegt. 

3. Gesundheits- und Aufklärungskampagne starten 

  • Eine Kommunikations- und Bildungskampagne vermittelt die Vorteile pflanzlicher Ernährung. 

4. Gemeinschaftsverpflegung als Motor der Ernährungswende 

  • Die DGE-Empfehlungen werden in öffentlichen Kantinen verbindlich umgesetzt.
  • Bis 2030 umfasst das Angebot mind. 50% rein pflanzliche Mahlzeiten. 

5. Lobbyaktivitäten an öffentlichen Einrichtungen prüfen 

  • Eine unabhängige, wissenschaftliche Ernährungsbildung wird sichergestellt. 

Agrarpolitik

6. Förderung für Betriebsumstellungen und Moorschutz 

  • Das Förderprogramm „Diversifizierung bei Abbau der Tierhaltung“ wird ausgeweitet.
  • Die Wiedervernässung von Mooren wird beschleunigt. 

7. Umstellung auf Ökolandbau fördern 

  • Bis 2030 werden 15% der landwirtschaftlichen Nutzfläche ökologisch bewirtschaftet. 

8. Nachhaltige Wertschöpfungsketten fördern 

  • Die regionale Verarbeitung und Vermarktung pflanzlicher Produkte wird unterstützt. 

Über Niedersachsen hinaus

9. Anpassung der Mehrwertsteuersätze 

  • Pflanzliche Lebensmittel werden gegenüber tierischen Produkten steuerlich begünstigt. 

10. Nord-Süd-Perspektive stärken 

  • Niedersachsen verankert in seiner in Ernährungsstrategie faire Lieferketten und Bildung zu globalen Ernährungssystemen.

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