(BUND KG Stade)
Vor 30 Jahren hat sie das 25.000 m² große Grundstück von der Stadt erhalten – damals kaum mehr als eine Wiese mit Bäumen. Heute steht dort ein Haus, selbstgebaut aus ökologischen Materialien. Daneben liegt ein bienenfreundlicher Garten vor einem kleinen Wald. Ein Trampelpfad führt hinein – in ein summendes Dickicht aus Beerensträuchern, Brennnesseln und Schwertlilien. Der BUND Stade hat sich ein Paradies geschaffen. Von hier aus organisiert die Kreisgruppe Aktionen und Veranstaltungen, engagiert sich tatkräftig in der Umweltbildung und der Politik. Zweimal im Monat besuchen Schulklassen das Gelände, lernen Neues über die Natur, Müllvermeidung und Wasserschutz. Auch ökologische Kindergeburtstage bieten die Aktiven an.
Gegründet wurde die BUND-Gruppe vor 45 Jahren. Richtig aktiv wurde sie ab 1985, als Heiner Baumgarten ihr Vorsitzender wurde – ein Amt, das er bis heute mit Begeisterung ausfüllt. Er sorgte zunächst für Räumlichkeiten in der Altstadt, später für das Grundstück im Gewerbegebiet. Seit 2023 ist hier auch die Ökologische Station Stade angesiedelt.
Seit Ende der 1980er beschäftigten sich die Aktiven vor allem mit dem Thema Müllverbrennung, da in Stade eine große Anlage geplant war. Sie entwickelten das „Abfallkonzept 2000“, organisierten Infoveranstaltungen und überzeugten die Obstbauer*innen zum Mitmachen. Mit Erfolg: Der Landkreis setzte das BUNDKonzept fast 1:1 um. „Das war der erste große Knaller“, erinnert sich Baumgarten heute. Diese Aktivitäten machten die Gruppe in der Region bekannt, die Mitgliederzahl stieg von 30 auf 300 in nur fünf Jahren. Heute zählt der BUND in Stade 1.400 Mitglieder, rund 20 davon sind regelmäßig aktiv.
Die Gruppe muss viele Themen gleichzeitig bearbeiten, manche sind eine Herausforderung für die Ehrenamtlichen. „Das Thema LNG zum Beispiel ist sehr komplex, das ist für eine Kreisgruppe kaum zu stemmen“, betont Baumgarten. Lieber erinnert er sich an den erfolgreichen Protest gegen ein geplantes Kohlekraftwerk: Infoveranstaltungen mit Expert*innen aus ganz Deutschland und eine Demo mit über 700 Teilnehmenden – für Stade war das etwas Besonderes. Der Bau verzögerte sich, bis der Kohleausstieg kam.
45 Jahre engagierte Arbeit hat die Kreisgruppe bekannt gemacht. Sie ist präsent, gut vernetzt und pflegt enge Kontakte zur Politik. Ein Pluspunkt: feste Mitarbeitende, gute Erreichbarkeit – telefonisch oder persönlich. Denn im Gewerbegebiet steht die Tür des kleinen roten Häuschens immer offen – für alle, denen Umweltschutz am Herzen liegt.
Mitmachen
Die Kreisgruppe Stade trifft sich am ersten Mittwoch des Monats. Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen!
Aktiv werden im Kreis Stade?
Kontakt: bund@bund-stade.de
www.bund-stade.de/
