BUND-Gruppe Unterweser - Mehr Flächen für die Natur
(BUND Unterweser)
Draußen ist es schon dunkel, als sich vier Aktive der BUNDKreisgruppe Unterweser um die Tische in den Räumen der Gruppe in Bremerhaven versammeln. Tee und Kaffee stehen in Thermoskannen auf dem Tisch, Schokokekse liegen zum Knabbern bereit. An den Wänden hängen Tierbilder auf Leinwänden und gold-gerahmte Fotos vom Sieverner Bach. Ein Bücherregal mit Infomaterial bedeckt eine ganze Wand. Der Raum steht für 50 Jahre erfolgreiche Naturschutzarbeit.
Gegründet wurde die Kreisgruppe 1975 als „Vereinigung für Naturschutz an der Unterweser“ mit rund 20 Mitgliedern. Schon zu Anfang standen naturkundliche Themen, Gewässer- und Bodenschutz, Botanik und Vogelkunde im Mittelpunkt. Lothar Ernst blickt sich im Raum um. Er sitzt mit am Tisch. Seit 35 Jahren ist er abwechselnd entweder Vorsitzender oder Stellvertreter der Kreisgruppe. „Die Treffen und Themen des BUND Unterweser waren immer geprägt durch eine gute Mischung aus Aktion und Diskussion – erst reden, dann handeln“, erinnert sich Ernst. Beides prägt die Arbeit bis heute.
Die Renaturierung des Sieverner Bachs und anderer wichtiger Flächen beispielsweise. Und der Moorschutz. Auch das „Salzwiesenprojekt Wurster Küste“ ist seit den 90er Jahren ein zentrales Projekt. Zur naturnahen Nutzung wurden hier Flächen erworben. Die Flächensicherung ist eine Strategie, die der BUND Unterweser auch über dieses Projekt hinaus verfolgt. Mittlerweile gehören der Kreisgruppe über 20 Grundstücke – allesamt Biotopflächen, auf denen sich die Natur frei entfalten kann.
Die Pflege bleibt eine Herausforderung. Ernst lacht: „Eigentlich sind Kompensationsflächen oft nur Päppelnaturschutz. Was es wirklich braucht, sind mehr Naturschutzgebiete und Flächenentsiegelungen.“ Mit ihren Grundstücken schafft die Gruppe einzigartige Rückzugsmöglichkeiten für seltene Pflanzen und Tiere in der Region.
Auch politisch mischt sich der BUND Unterweser ein: gegen Atomenergie, gegen den Bau der A20, zum Bauprojekt Energyport im Hafen von Bremerhaven oder zur Verkehrswende. Mit rund 900 Mitgliedern, etwa 40 Aktiven und zehn Vorstandsmitgliedern ist die Gruppe breit aufgestellt. Jede*r bringt sich nach eigenen Stärken ein: bei Führungen zu Vögeln, Fledermäusen oder Pilzen, an Ständen, bei Vorträgen oder Pflegeeinsätzen. Aktuell stehen Standaktionen und Moorpflegeeinsätze auf der Agenda.
„Es gibt immer unterschiedliche Projekte, gemischte Meinungen und verschiedene Stärken. Dadurch gibt es für alles eine*n Ansprechpartner*in. Was unsere Arbeit ausmacht, ist die Gemeinschaft. Wir freuen uns über jede*n, der etwas macht – auch
wenn es nur eine Kleinigkeit ist“, schließt Ernst. lmk
Mitmachen
Die Kreisgruppe Unterweser trifft sich jeden 1. Dienstag im Monat um 17 Uhr zur offenen Vorstandssitzung. Das Büro ist immer dienstags von 15 bis 18 Uhr für Interessierte geöffnet. Wer mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen!
Aktiv werden beim BUND Unterweser?
Kontakt: bund.unterweser@bund.net
