BUND Landesverband Niedersachsen

Harzer Gipskarst retten!

Der BUND Niedersachsen möchte die einzigartige Naturlandschaft im Südharz vor dem Raubbau schützen und fordert daher den niedersächsischen Ministerpräsidenten Stephan Weil mit diesem Online-Appell auf, einen weiteren Gipsabbau im Harz zu stoppen. Machen Sie jetzt mit - damit wir bis zum Sommer 2021 10.000 Unterschriften für den Schutz des Harzer Gipskarst sammeln können!

Am Rande des Harzes liegt das bedeutendste Gipskarstgebiet Europas. Die Gipskarstlandschaft Südharz erstreckt sich über Niedersachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Aufgrund der Vielfalt an unterschiedlichen Lebensräumen ist sie ein wichtiges Refugium vieler bedrohter Pflanzen- und Tierarten. Orchideenreiche Wälder und feuchte Schluchten wechseln sich mit Kleingewässern und Mooren, seltenen Felsfluren, Trockenrasen, Streuobstwiesen und Höhlenbiotopen ab. Ein Kleinod des Naturschutzes – vor Zehntausenden von Jahren entstanden und einzigartig.

Doch diese Naturlandschaft ist durch den Abbau von Naturgips bedroht!

Schon heute sind viele ihrer Lebensräume unwiederbringlich zerstört. Mit rund 2,5 Millionen Tonnen pro Jahr wird mittlerweile die Hälfte des Naturgipsaufkommens Deutschlands im Südharz gewonnen. Jetzt beabsichtigt Niedersachsen, weitere Gebiete für den Gipsabbau auszuweisen. So sieht es das Landesraumordnungsprogramm vor, das gerade überarbeitet wird. Die Abbauflächen sollen bis an die Grenzen von besonders geschützten Gebieten wie beispielsweise das Naturschutzgebiet „Gipskarstlandschaft bei Ührde“ erweitert werden. Damit kündigt die Landesregierung den „Gipsfrieden“ auf. Dieser war bereits ein schmerzlicher Kompromiss, dem der BUND seinerzeit nur zugestimmt hat, wenn damit zukünftig keine weiteren Gebiete der Gipsindustrie zum Opfer fallen. Doch genau das soll nun geschehen!

Den Raubbau jetzt stoppen!

Wir wollen diese Zerstörung stoppen, damit eine außerordentliche Naturlandschaft nicht für immer verschwindet. Vor allem, weil es bereits zahlreiche Alternativen für den Einsatz von Naturgips gibt. Ein weiterer Abbau von Naturgips ist schlicht unnötig!

Wir fordern mit unserem Appell die Landesregierung auf, ihre aktuellen Pläne zum Gipsabbau in Niedersachsen zurückzuziehen und endlich Verantwortung für den Schutz der Gipskarstlandschaft im Südharz zu übernehmen.

Das Land Niedersachsen muss jetzt handeln:

  • Die aktuellen Planungen im Landesraumordnungsprogramm zur Erweiterung der Vorranggebiete für den Gipsabbau müssen sofort gestoppt werden.

  • Das Land muss von der Gipsindustrie Alternativen zum Naturgipsabbau fordern, diese fördern und auch in Niedersachsen endlich Strukturen zum Gipsrecycling und -ersatz aufbauen. Nur so kann in der Rohstoffindustrie ein Strukturwandel eingeleitet werden.

  • Niedersachsen muss sich für die Einrichtung eines länderübergreifenden Biosphärenreservats im Südharz einsetzen, um dieses einzigartige Naturerbe zu sichern und das Potenzial für eine touristische und naturverträgliche Entwicklung zu bewahren.

Helfen Sie jetzt, die noch verbliebenen Teile dieser einzigartigen Naturlandschaft vor dem Raubbau zu retten! Senden Sie eine E-Mail an Ministerpräsident Stephan Weil!

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Helfen Sie jetzt, die einzigartige Naturlandschaft des Harzer Gipskarstes vor dem Raubbau zu retten!

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Naturgips und Alternativen

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1. Warum ist der Gipsabbau eine Bedrohung für die Natur?

Der Abbau von Naturgips erfolgt übertägig mit Sprengungen und schwerem Gerät. Er führt zu einem enormen Landschaftsverbrauch. Im Südharz sind auf diese Weise bereits landschaftstypische Karstformen, einmalige Wälder und mit ihnen die Lebensräume seltener Tiere und Pflanzen in großem Umfang unwiederbringlich verloren gegangen. Von der Gipsindustrie nachträglich renaturierte Flächen sind kein Ersatz für eine unversehrte, in Jahrzehntausenden gewachsene Karstlandschaft.

2. Welche umweltverträglichen Alternativen gibt es zum Naturgips?

Die Zerstörung der einzigartigen Gipskarstlandschaft im Südharz durch den Gipsabbau ist nicht notwendig, denn es existieren naturgipsfreie Baustoffe als Alternativen. Rund 40 % des Naturgipses geht in billigste Gipskarton- und Gipsfaserplatten. Diese können auch mit Gips aus Rauchgasentschwefelungsanlagen (REA-Gips genannt) und Kunstgips, vor allem Phosphorgips, hergestellt werden. Darüber hinaus können Platten und viele Spezialgipse recycelt und wiederverwendet werden. In anderen Bundesländern gibt es bereits Werke zum Gipsrecycling.

Auch ein Umdenken im Bauen ist erforderlich: Anstelle von besonders energieintensiven Materialien wie Beton, Zement und Gips müssen zukünftig ökologische Baustoffe wie Lehm, Holz und andere nachwachsende Rohstoffe verwendet werden, wie es in vielen Ländern ohne natürliche Gipsvorkommen üblich ist. Dies muss jedoch finanziell unterstützt werden.

3. Warum setzt die Gipsindustrie weiterhin auf Naturgips?

Der Abbau von Naturgips ist für die Unternehmen günstiger als der Umstieg auf Alternativen, weil die Zerstörung der Natur kaum einen Preis hat. Die teure Sonderentsorgung der Gipsabfälle und weitere Umweltschäden sind nicht im Produkt eingepreist. Ein vom BUND in Auftrag gegebenes Gutachten zeigt, dass bis 2045 ein Ausstieg aus der Naturgipsverwendung möglich ist, weil ausreichend Alternativen zur Verfügung stehen – trotz des beschlossenen Kohle-Ausstiegs und den damit sinkenden Mengen an REA-Gipsen. Auch für die Herstellung von Spezialgipsen, die in der Bau- und Pharmaindustrie sowie für Lebens- und Futtermittel eingesetzt werden, ist kein Naturgips erforderlich. Es gibt heute bereits Lösungen, sie müssen nur genutzt werden!

Ihr Appell an Stephan Weil

Betreff: Gipsabbau bedroht einzigartige Naturlandschaft im Südharz – stoppen Sie jetzt Ihre Abbaupläne!

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,

der Harzer Gipskarst ist eine einzigartige Landschaft aus Wäldern, Quellen, Mooren, Wiesen, Höhlen und Schluchten, die vor Zehntausenden von Jahren entstanden ist. Sie ist ein Refugium vieler bedrohter Pflanzen- und Tierarten und ein Hotspot der Artenvielfalt.

Doch die aktuellen Pläne der Landesregierung zur Ausweitung des Naturgipsabbaus bedrohen diese schützenswerte Naturlandschaft. Das Landesraumordnungsprogramm sieht vor, dass die Vorrangflächen bis an die Grenzen von besonders geschützten Gebieten wie beispielsweise das Naturschutzgebiet „Gipskarstlandschaft bei Ührde“ erweitert werden. Weitere Gebiete würden unwiederbringlich zerstört. Dies ist umso unverständlicher, weil es bereits zahlreiche Alternativen für den Einsatz von Naturgips gibt, wie Gutachten belegen. Ein weiterer Abbau von Naturgips ist schlicht unnötig!

Ich fordere die Landesregierung auf, ihre aktuellen Pläne zum Gipsabbau in Niedersachsen zurückzuziehen und endlich Verantwortung für den Schutz der Gipskarstlandschaft im Südharz zu übernehmen.

Das Land Niedersachsen muss jetzt handeln:

  • Die aktuellen Planungen im Landesraumordnungsprogramm zur Erweiterung der Vorranggebiete für den Gipsabbau müssen sofort gestoppt werden.

  • Das Land muss von der Gipsindustrie Alternativen zum Naturgipsabbau fordern, diese fördern und auch in Niedersachsen endlich Strukturen zum Gipsrecycling und -ersatz aufbauen. Nur so kann in der Rohstoffindustrie ein Strukturwandel eingeleitet werden.

  • Niedersachsen muss sich für die Einrichtung eines länderübergreifenden Biosphärenreservats im Südharz einsetzen, um dieses einzigartige Naturerbe zu sichern und das Potenzial für eine touristische und naturverträgliche Entwicklung zu bewahren.

Retten Sie die noch verbliebenen Teile dieser einzigartigen Naturlandschaft und geben Sie sie nicht dem Raubbau preis!

Viele Grüße, VORNAME NAME

 

Sachsenstein. Foto: Siegfried Wielert Sachsenstein. Foto: Siegfried Wielert  (www.bund-niedersachsen.de)

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