Der BUND Niedersachsen wird in diesem Jahr 65 Jahre alt. Gefeiert hat der Umwelt- und Naturschutzverband das Jubiläum heute mit einer Mitmach-Aktion auf einer Streuobstwiese nahe dem Rittergut Bodenengern im Landkreis Schaumburg. Der stellvertretende Landrat Jan-Philipp Beck würdigte die Bedeutung des Verbandes für den Umwelt- und Naturschutz in der Region. In weiteren Grußworten wurde das langjährige Engagement des BUND Niedersachsen für den Erhalt von Streuobstwiesen hervorgehoben.
Susanne Gerstner, BUND-Landesvorsitzende: „Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Lebensräumen ganz Mitteleuropas. Doch viele Bestände sind gefährdet, weil die notwendige Pflege fehlt, alte Bäume gerodet werden und nicht ausreichend nachgepflanzt wird. Der BUND packt hier ganz praktisch an: Gemeinsam mit unseren Ehrenamtlichen vor Ort erhalten und pflegen wir wertvolle Lebensräume wie diese alte Streuobstwiese. Hier kann man Naturschutz nicht nur erleben, sondern beim Saft pressen und Äpfel kosten auch schmecken und genießen. Bei unseren Mitmachaktionen, Umweltbildungsangeboten und Veranstaltungen bringen wir Menschen zusammen, schaffen Orte für Austausch und Gemeinschaft und vermitteln Kindern und Erwachsenen Freude an der Natur. Ohne das jahrzehntelange Engagement unserer Ehrenamtlichen in Niedersachsen wäre das nicht möglich. Dafür gilt ihnen unser besonderer Dank!“
Seit vielen Jahren engagiert sich der BUND Niedersachsen auf verschiedenen Ebenen für Streuobstwiesen. Der Landesverband entwickelt fortlaufend Projekte, bietet Bildungs- und Informationsangebote an und vernetzt Akteur*innen aus Landwirtschaft, Naturschutz und Politik. Gleichzeitig sind zahlreiche BUND-Kreisgruppen direkt vor Ort aktiv: Sie pflanzen neue Obstbäume, pflegen Streuobstwiesen, organisieren Ernte- und Saftpressaktionen und vermitteln Wissen rund um alte Obstsorten und die richtige Pflege.
Sabine Washof, BUND-Streuobstexpertin: „Bei der heutigen Jubiläumsaktion konnten große und kleine Gäste die Streuobstwiese mit allen Sinnen erleben. Gemeinsam haben wir Äpfel wie Boskoop, Gravensteiner und Ribston Pepping sowie Birnen, wie den Alexander Lukas und Köstliche von Charneux geerntet, Saft gepresst und verköstigt. Unsere Streuobstpädagog*innen vermittelten zudem wertvolles Wissen über die Bedeutung von Streuobstwiesen. Aktionen wie diese zeigen, wie groß das Interesse daran ist, mehr über den Lebensraum zu erfahren und gemeinsam ins Handeln zu kommen.“
Genau da setzt der BUND Niedersachsen mit seinen Projekten an. Aktuell gibt es zwei Möglichkeiten, sich zum Thema Streuobstwiese weiterzubilden: die Streuobstpädagog*innen-Ausbildung und die Ausbildung zur Obstwiesenberater*in. Die Ausbildung zur Streuobst-Pädagog*in findet im nächsten Jahr zum elften Mal statt. Streuobst-Pädagog*innen informieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene über die wichtigen Funktionen des Lebensraums und machen auf deren Gefährdung aufmerksam. In der Ausbildung zur*zum Obstwiesenberater*in lernen die Teilnehmer*innen, worauf es bei der Streuobstwiesenpflege und dem Streuobstwiesenschutz ankommt. Beide Ausbildungen finden im Rahmen des aktuellen BUND-Projekts „Besonders gestreute und gepflegte Räume“ statt. Bewerbungen werden ab sofort entgegengenommen.
Aktiv werden, können Interessierte außerdem bald im Landkreis Schaumburg: Hier soll eine neue BUND-Kreisgruppe gegründet werden. Menschen, die sich vor Ort einbringen und für den Umwelt- und Naturschutz einsetzen wollen, sind herzlich eingeladen, mitzumachen.
Das BUND-Projekt „Besonders gestreute und gepflegte Räume“ wird von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.
Weitere Informationen:
65 Jahre BUND Niedersachsen
Geschichte des BUND Niedersachsen
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