BUND Landesverband Niedersachsen

Kleiner Bilch in Not

Die Bestände des Gartenschläfers gehen stark zurück. Warum, ist noch völlig unbekannt. In einem bundesweiten Projekt geht der BUND geht dieser Frage auf den Grund. Auch in Niedersachsen setzt sich der Umweltverband für den Schutz des kleinen Bilches ein.

Gartenschläfer. Foto: Jiří Bohdal Gartenschläfer. Foto: Jiří Bohdal

Der Gartenschläfer (Eliomys quercinus) ist das in den letzten Jahrzehnten wohl am stärksten im Bestand zurückgegangene Nagetier Europas.  Und obwohl Deutschland eine besondere Verantwortung für die Erhaltung der Gartenschläfer hat, existieren kaum aktuelle Daten zur Verbreitung der Tiere. Auch in Niedersachsen sind natürliche Vorkommen nur im Nationalpark Harz bekannt. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Beobachtungen in einzelnen, waldnah gelegenen Gebäuden (z.B. Jugendherberge, Waldhütten). Hier setzt der BUND gemeinsam mit der Senckenberg Gesellschaft und der Universität Gießen in seinem aktuellen Projekt "Spurensuche Gartenschläfer " an: Mit Hilfe von standardisierten Untersuchungen wird dem Ausmaß und den Ursachen des Artrückgangs auf die Spur gegangen.

Auf dieser fun­dierten Wissens- und Datengrundlage werden im Zuge des Projektes ein bundesweites Schutzkonzept sowie regionale spezifische Maßnahmenkataloge entwickelt und umgesetzt. Parallel dazu werden Schutzmaßnahmen bereits von Anfang an über die gesamte Laufzeit des Projekts um­ge­setzt. Dazu gehört, Versteckmöglichkeiten durch Höhlenbäume oder Nistkästen zu schaffen und zum Verzicht auf Rattengift aufzurufen, dem viele Tiere zum Opfer fallen.

Freiwillige gesucht

Für das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ werden zurzeit freiwillige Helfer gesucht!

Bei der Freiwilligenarbeit geht es hauptsächlich darum herauszufinden wo das Verbreitungsgebiet des Gartenschläfers liegt. Dafür werden in ganz Südniedersachsen Spurentunnel ausgelegt, mit deren Hilfe man die Anwesenheit eines Gartenschläfers nachweisen kann. Erfahren Sie hier mehr über die Freiwilligenarbeit. Viele ehrenamtliche Helfer machen bereits mit! Haben Sie auch Interesse das Projekt aktiv zu unterstützen? Dann melden Sie sich:

BUND Projektleiterin „Spurensuche Gartenschläfer“ Andrea Krug

Tel. (0511) 96 56 9 - 39
andrea.krug(at)nds.bund.net

Viele helfende Hände – Stand der Projektarbeit

In dem Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“ untersucht der BUND gemeinsam mit der Senckenberg-Gesellschaft und der Universität Gießen das Verschwinden des Gartenschläfers. Durch standardisierte Untersuchungen soll den Ursachen und dem Ausmaß des Bestandsrückgangs auf die Spur gekommen werden. Das sechsjährige Projekt startete im Oktober 2018 und wird von zahlreichen freiwilligen Helfern unterstützt. Diese engagieren sich unermüdlich und helfen dabei im Rahmen des Projekts Spurentunnel und Nistkästen aufzustellen und regelmäßig zu kontrollieren.

Die Spurentunnel dienen dazu die Anwesenheit eines Gartenschläfers festzustellen. Ziel ist es das Verbreitungsgebiet der kleinen Schlafmaus in Niedersachsen herauszufinden. Die Tunnel können an geeigneten Orten in Wäldern, Gärten, Hecken und Gehölzen angebracht werden. Beim Hindurchlaufen hinterlassen die kleinen Nager Tintenspuren. Bisher wurden im Harz 114 Spurentunnel aufgestellt, die dafür gesorgt haben die Verbreitung des Gartenschläfers dort nachzuweisen. Die Untersuchungen sollen in Zukunft auf ganz Südniedersachsen ausgeweitet werden. Wenn Sie einen Gartenschläfer in ihrer Region sichten, können sie das bei der Meldestelle des Projekts „Spurensuche Gartenschläfer“ melden. Bisher sind dort 31 erfolgreiche Meldungen eingegangen. Jede Sichtung hilft dem kleinen Bilch auf die Spur zu kommen.

Spezielle Nistkästen für Bilche bieten nicht nur die Möglichkeit dem Gartenschläfer eine ideale Versteckmöglichkeit zu schaffen, sondern sie ermöglichen es auch wissenschaftliche Erkenntnisse über die Nahrungsgewohnheiten der Tiere zu gewinnen. Dazu müssen sie regelmäßig kontrolliert und der frische Kot der Tiere eingesammelt werden. Dieser wird anschließend von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Justus-Liebig Universität untersucht. Durch Nahrungsanalysen soll ein Überblick gewonnen werden woraus genau das Nahrungsspektrum der Tiere besteht. So kann herausgefunden werden was der Gartenschläfer in unterschiedlichen Lebensräumen frisst und ob es einen möglichen Zusammenhang zum plötzlichen Verschwinden des Nagers gibt. Bisher wurden für die Untersuchungen insgesamt 50 Nistkästen regelmäßig auf Kot kontrolliert. 25 davon wurden extra im Rahmen des Projekts mit Unterstützung der Niedersächsischen Landesforst neu aufgehängt. Bisher wurde in 7 Nistkästen der Gartenschläfer als regelmäßiger Bewohner festgestellt.

Viele Freiwillige unterstützen das Projekt bereits tatkräftig. Wollen Sie auch mithelfen? Melden Sie sich unter:

BUND Projektleiterin „Spurensuche Gartenschläfer“ Andrea Krug

Tel. (0511) 96 56 9 - 39
andrea.krug(at)nds.bund.net

Das sechsjährige Projekt hat im Oktober 2018 begonnen. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und aus Mitteln der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert.

Gefördert durch die Bingo Umweltstiftung Niedersachsen Gefördert durch die Bingo Umweltstiftung Niedersachsen

Ansprechpartnerin

Andrea Krug

Tel. (0511) 96 56 9 - 39
Andrea.Krug(at)nds.bund.net

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