Der BUND Niedersachsen begrüßt den aktuellen Beschluss des Niedersächsischen Landtags zur Stärkung des Biotopverbunds als wichtiges politisches Signal – mahnt jedoch deutlich mehr Verbindlichkeit und Tempo bei der Umsetzung an. Angesichts des weiterhin ungebremsten Artensterbens reicht der Schutz noch vorhandener, lückiger Restlebensräume längst nicht mehr aus. Neben dem wirksamen Schutz bestehender Schutzgebiete braucht es dringend einen funktionierenden Biotopverbund sowie die Wiederherstellung zerstörter und beeinträchtigter Lebensräume.
Susanne Gerstner, Vorsitzende des BUND Niedersachsen, erklärt: „Ein ausreichend dichtes, gesichertes Netz an Lebensräumen für unsere Tier- und Pflanzenarten ist essenziell für den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Obwohl der Biotopverbund seit 2020 im Gesetz verbindlich verankert ist und einen zentralen Baustein des Niedersächsischen Weges darstellt, hat sich die Umsetzung bis heute erheblich verzögert. Damit das Lebensraumnetz endlich in der Fläche ankommt, braucht es eine höhere Verbindlichkeit in der Planung, mehr finanzielle Mittel und geeignete Förderinstrumente.“
Trotz gesetzlicher Verpflichtung und politischer Einigung wurde das Ziel, einen Biotopverbund auf 15 Prozent der Landesfläche und 10 Prozent der Offenlandfläche bis Ende 2023 umzusetzen, bislang verfehlt. Daher muss der Biotopverbund in der anstehenden Überarbeitung des Landes-Raumordnungsprogrammes und in den regionalen Raumordnungsplänen höchste Priorität bekommen. Zudem braucht es ausreichend Budget und geeignete Fördermaßnahmen vor Ort, die wirksam für den Naturschutz und gleichzeitig attraktiv für die Bewirtschafter*innen sind. Dem Beschluss müssen jetzt konkrete Taten folgen.
Die Umsetzung des Biotopverbundes zahlt auch auf die EU-Wiederherstellungsverordnung ein: Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, geschädigte Ökosysteme wirksam zu verbessern, und setzt dafür klare Ziele und Fristen. Mit dem nun startenden Beteiligungsprozess zum nationalen Wiederherstellungsplan sind Bürger*innen, Verbände und weitere Akteure gefragt, konkrete Vorschläge einzubringen.
Gerstner abschließend: „Die Wiederherstellungsverordnung ist eine große Chance – für die Natur und für die Menschen. Investitionen in die Renaturierung von Mooren, Flüssen und Auen stärken nicht nur die Artenvielfalt, sondern verbessern auch den natürlichen Klimaschutz, den Wasserrückhalt und den Hochwasserschutz. Die Zusammenarbeit zwischen Politik, Naturschutz und Landwirtschaft im Niedersächsischen Weg hat sich über viele Jahre bewährt - deshalb hat Niedersachsen beste Voraussetzungen, hier eine Vorreiterrolle einzunehmen!“
Weitere Informationen:
Niedersächsischer Weg
Allianz für Artenschutz
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