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BUND Landesverband Niedersachsen

Nein zu A 20 und A 39!

In Niedersachsen werden immer mehr Straßen geplant und gebaut. Doch Groß- und Neubauprojekte führen nicht zu mehr Mobilität, sondern nur zu mehr Verkehr. Deshalb lehnt der BUND Bauvorhaben wie die A 20 oder A 39 vehement ab. Für den Klima- und Naturschutz!

Die Küstenautobahn A 20 gehört zu den teuersten Projekten im Bundesverkehrswegeplan 2030 mit Gesamtkosten von 3,2 Milliarden Euro. Sie soll auf einer Länge von 161 Kilometern von der geplanten Elbquerung bei Drochtersen über Bremervörde und den Wesertunnel zur A 28 bei Westerstede nördlich von Oldenburg führen und den nordwestlichen Raum besser integrieren. Laut Verkehrsgutachten ist der zu erwartende Verkehr jedoch viel zu gering, um dieses Projekt zu rechtfertigen, zumal die weitgehend parallel laufende A 1 zwischen Bremen und Hamburg bereits durchgehend sechsspurig ist.

Überflüssig, unökologisch und unbezahlbar

Am schlimmsten ist jedoch: Die neue Trasse verursacht einen Flächenverbrauch mit Kompensationsmaßnahmen von über 4.700 Hektar in Niedersachen und Schleswig-Holstein. Zahlreiche Natura 2000-Gebiete werden beeinträchtigt und Moorböden versiegelt, die für den Klimaschutz und die Bindung von CO2-Emmissionen von großer Bedeutung sind. Denn ein Teil der A 20 führt über Moorboden, der vollständig entnommen und durch Sand ersetzt werden soll. Aus diesen Gründen lehnt der BUND den geplanten Neubau der A 20 ab. Dennoch hält das Land an dem Großprojekt fest und geht sogar mit 45 Millionen Euro Planungskosten in Vorleistung – ungeachtet der Risiken eines Straßenbaus durchs Moor, die sich jüngst im weiteren Verlauf der A 20 zeigten: Im September 2017 ist in Mecklenburg-Vorpommern die Fahrbahn auf einer Länge von rund 50 Metern weggebrochen und mehr als vier Meter tief ins Moor abgesackt. Im Februar 2018 stürzten weitere 50 Meter der Autobahn in das darunterliegende Moor.

Ähnlich ist die Situation an der geplanten A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Auch hier wäre ein Neubau angesichts des geringen Verkehrsaufkommens überflüssig und weder aus ökonomischer noch aus ökologischer Sicht zu rechtfertigen. Die Trasse würde zahlreiche EU-Schutzgebiete wie FFH- und Natura 2000-Gebiete beeinträchtigen und wäre somit bei korrekter Anwendung des Naturschutzrechts gar nicht zulässig.

Kostengünstiger und nachhaltiger als ein Neubau ist in beiden Fällen der Ausbau bestehender Straßenabschnitte, sollte es tatsächlich einen Bedarf für eine Straßenerweiterung geben. Der vom BUND vorgeschlagene, stellenweise 3-streifige Ausbau der Bundesstraße B4 zwischen Lüneburg und Wolfsburg würde beispielsweise nur ein Viertel des geplanten Neubaus der A 39 kosten. Die umweltverträglichste Lösung ist freilich eine andere: Um die Nordseehäfen besser an die Wirtschaftszentren in Niedersachsen anzubinden, muss der Güterverkehr auf die Schiene und Wasserstraße verlegt werden. In diesem Zusammenhang muss dann auch die Scharnebecker Schleuse des Elbe-Seiten-Kanals neu gebaut werden.

Klage wurde abgewiesen

Der BUND hat gegen den niedersächsischen Planfeststellungsbeschluss zum Neubau der A 20 als Elbunterquerung im Abschnitt Drochtersen bis zur Landesgrenze geklagt. Im November 2016 wurde die Klage vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig abgewiesen. Enttäuschend fand der BUND vor allem, dass seine berechtigten Einwände in den mündlichen Verhandlungen durch Plan- und Protokollerklärungen ohne eine weitere Öffentlichkeitsbeteiligung in letzter Sekunde geheilt werden konnten. Dabei ging es vor allem um die strittige Beurteilung der wasserrechtlichen Probleme und die fehlerhafte Aufteilung der Umweltverträglichkeitsprüfung auf zwei Hälften des nur gemeinsam zu errichtenden Tunnels durch die Elbe.  

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