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BUND Landesverband Niedersachsen

Rettungsnetz Wildkatze

Heimlich schleicht eine der letzten Raubkatzen Europas durch unsere Wälder, unerkannt und versteckt. Durch ihre überwiegend nächtliche Lebensweise bekommt man sie kaum zu Gesicht, aber noch ist sie da, die Europäische Wildkatze.

Wildkatze. Foto: Thomas Stephan Wildkatze. Foto: Thomas Stephan

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) engagiert sich bereits seit 2004 mit seinem Projekt „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“ für den Schutz der stark gefährdeten Samtpfoten und die Vernetzung ihrer Lebensräume – naturnahe Laubmischwälder. Nachdem die Landesverbände des BUND Thüringen, Hessen und der Bund Naturschutz in Bayern e.V. (BN) das Projekt erfolgreich gestartet hatten, folgten im Jahr 2007 der BUND in Niedersachsen und 2008 der Landesverband Baden Württemberg, um das Rettungsnetz zu unterstützen. Die BUND Landesverbände Reinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Sachsen, Saarland und Nordrhein-Westfalen setzen sich ebenfalls für die gefährdeten kleinen Tiger ein.

Nähere Informationen zu den regionalen Aktivitäten im Rettungsnetz finden Sie auch auf den jeweiligen Internetauftritten der genannten Landesverbände. 

Vom Harz bis in die Heide - Ein Rettungsnetz für niedersächsische Wildkatzen

Deutschlands Lebensräume für wilde Tiere und Pflanzen schrumpfen fortwährend. Straßen und Schienentrassen, Siedlungen, Industrieflächen und ausgeräumte Ackerflächen trennen die Lebensräume und damit die Bestände vieler seltener Tier- und Pflanzenarten. Diese Zerschneidung der Landschaft ist eine der größten Gefahren für die biologische Vielfalt in Deutschland.

Um bedrohte Waldtierarten wie die Wildkatze zu schützen, müssen wir ihnen Lebensräume zurückgeben und die bereits isolierten Wälder miteinander verbinden. Nur so können sie ihren natürlichen Wanderungen nachkommen und sich genetisch austauschen. Bleiben sie isoliert, bedrohen Inzucht und genetische Verarmung das Überleben der verbliebenen Populationen.

Die Vision des BUND: Deutschlands Wälder werden miteinander vernetzt. Durch grüne Korridore entsteht ein ein Waldverbund von 20.000 Kilometern Länge.

Vorbild für die Vernetzungsvorhaben ist der vom BUND entwickelte Wildkatzenwegeplan. Er verbindet Wälder, in denen Wildkatzen leben, mit potenziellen Wildkatzenlebensräumen. Unter dem Dach des "Rettungsnetz für die Wildkatze" wurden bereits drei Korridore in verschiedenen Bundesländern gepflanzt.

  • Neben Thüringen und Rheinland-Pfalz wurde in Niedersachsen mit dem Projekt "Leise Pfoten - Wilde Wege" ein Korridor im Landkreis Holzminden umgesetzt.
  • Mit dem Projekt "Wildkatzensprung" geht der BUND auch in Niedersachsen nun in die zweite Umsetzungsphase.
  • Zusätzlich lief von 2010 bis 2012 die Informations- und Kommunikationskampagne "Biotopvernetzung - Netze des Lebens", die aus dem EU Förderprogramm Life+ finanziert wurde.

Entwicklung eines niedersächsischen Wildkatzenwegeplanes

Die Ergebnisse des deutschlandweiten Wildkatzenwegeplanes des BUND Bundesverbandes wurden auf die Verhältnisse in Niedersachsen übertragen. Ein niedersachsenweiter Wildkatzenwegeplan im Maßstab 1:25.000 wurde im September 2009 fertig gestellt. Den zugehörigen Abschlussbericht können Sie bei Downloads herunterladen und die Shapes des Wegeplanes unter bund.nds(at)bund.net anfordern.  

Im Rahmen von Diplom- und Praktikumsarbeiten nahmen Studierende einen Abschnitt des wichtigen Wanderkorridors "Grünes Band" zwischen Harz und Oderwald in den Landkreisen Goslar und Wolfenbüttel genauer unter die Lupe.

Sie erarbeiteten notwendige Maßnahmen zur Vernetzung der Waldgebiete. Diese sollen im Zuge der Einrichtung eines Biotopverbundsystems gemeinsam mit Behörden, Landnutzern, der Forst und der Jägerschaft realisiert werden. Ein besonders positiver Effekt der geplanten Vernetzungen: Viele weitere Tierarten können diesen grünen Wanderwegen folgen, z.B. das ebenfalls stark isolierte Harzer Rotwild, Luchs und Dachs, Laufkäfer und Fledermäuse.  

Warum sind Korridore wichtig? Ein kleiner Film erklärt es:

 

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