BUND Landesverband Niedersachsen

Aktiv gegen Plastikmüll - BUND, Greenpeace und Wassersportvereine befreien Hannovers Gewässer von Müll

19. September 2021 | Flüsse & Gewässer, Kunststoff, Lebensräume, Naturschutz in der Stadt

Unser Plastikkonsum und der oftmals achtlose Umgang mit dem dabei entstehenden Abfall sind in den letzten Jahrzehnten zu einer wachsenden Belastung für die Natur und Umwelt geworden. Menschlicher Unrat ist nicht nur ein Problem an den Küsten oder in den Ozeanen. Anlässlich des World Cleanup Day sammelten Ehren- und Hauptamtliche von BUND Niedersachsen und Greenpeace Hannover am Wochenende über 20 Kubikmeter Müll aus Leine, Ihme und Maschsee sowie an den Ufern der Ricklinger Kiesteiche.

„Unsere Aktion ‚Wellemachen gegen Plastikmüll‛ soll auf die Folgen unseres Flussmülls für Mensch, Tiere und Natur aufmerksam machen“, sagt Nick Hutchings von Greenpeace Hannover. „Es ist großartig, wie sehr diese Aktion im Laufe der letzten Jahre gewachsen ist. Die große Unterstützung aus Stadt und Region zeigt, dass die Leute das Problem erkennen und aktiv werden wollen. Die gesammelten Müllmengen zeigen jedoch auch: Von einem flächendeckenden Umweltbewusstsein ist man noch weit entfernt.“

„Niedersachsens Seen und Flüsse sind stark von Unrat und Plastikmüll belastet und stellen eine Bedrohung für die Ökosysteme in den Gewässern dar“, betont Axel Ebeler, stellv. Vorsitzender des BUND Niedersachsen. „Eine Kehrtwende ist dringend erforderlich: Einweg-Produkte müssen auf ein Minimum reduziert werden. Es ist eine gemeinsame Aufgabe von Unternehmen, Kommunen und Verbraucher*innen, vermehrt plastikfreie Alternativen zu nutzen, unsere Ressourcen zu schonen, weniger Müll zu erzeugen und ihn vor allem richtig zu entsorgen!"

Unterstützt wurden die Aktiven der beiden Umweltschutzorganisationen von vielen helfenden Hände des Landes-Kanu-Verband Niedersachsen e.V., von der Tauchgruppe Wassersport Hannover e.V., dem Fischereiverein Hannover e.V. und dem Leinewelle e.V. Zu Wasser und an Land waren die Sammler*innen am 18. September zwischen 11 und 16 Uhr unermüdlich unterwegs. Neben Verpackungsmüll aus dem Alltag waren beeindruckende Funde unter anderem ein 2-Sitzer Sofa, Autoteile, Einkaufswagen und mehr als 100 Kilogramm Windeln.

Am darauf folgenden Tag wurde die „Beute“ unter dem Titel „Fangfrisch aus Hannover“ am Maschseeufer präsentiert. Informationsstände von BUND und Greenpeace sowie die mobile Kunststoff-Recyclinganlage des Projekts Plasticycle von PLATZProjekt e.V. luden Interessierte ein, sich über Kunststoff, (Meeres-)Müll und Möglichkeiten der Plastikreduktion im Alltag zu informieren. „Wir möchten aufrütteln, informieren und motivieren“, erklärt Rosanna Schöneich-Argent vom BUND Niedersachsen. „Auch wenn so ein zusammen getragener Müllberg unansehnlich ist, löst Wegschauen das Problem nicht – im Gegenteil! Wir müssen dem Problem der Verschmutzung unserer Gewässer ins Auge schauen.“ Umso mehr freuten sich die Umweltaktiven über zahlreiche interessierte und motivierte Gespräche mit Passant*innen.

Die Umweltverbände danken dem Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover (aha), der Stadtentwässerung Hannover und der Initiative HOP!- Hannover ohne Plastik herzlich für die Unterstützung der Aktion.

Hintergrund:

Seit fünf Jahren veranstaltet die Greenpeace-Gruppe Hannover die Aktion „Wellemachen gegen Plastikmüll“, um auf die Müllverschmutzung im Inland und vor Ort aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit Wassersportvereinen wird dabei einen Tag lang Herumliegendes und Weggeworfenes an, auf und in Hannovers Gewässern gesammelt und im Anschluss öffentlich ausgestellt.

Die in diesem Jahr gemeinsam von Greenpeace und BUND organisierte Veranstaltung ist Teil des BUND-Aktionsmonats „Kein Müll im Fluss“, der vom 1.-30. September im Rahmen des BUND-Projektes „Kommunaler Wettbewerb – Köpfchen statt Kunststoff“ stattfindet. Mit einem interaktiven Programm aus Müllsammelaktionen und Info-Veranstaltungen, unterschiedlichen Fachvorträgen und Online-Filmabenden wird auf die Umweltverschmutzung mit Plastik, insbesondere von Seen, Teichen, Bächen, Flüssen und Kanälen, aufmerksam gemacht und zu einem Umdenken angeregt.

Weitere Informationen: www.bund-niedersachsen.de/kunststoff

Fotos: www.bund-niedersachsen.de/pressefotos/

Kontakt:

Dr. Rosanna Schöneich-Argent, BUND Landesverband Niedersachsen, rosanna.schoeneich-argent(at)nds.bund.net

BUND-Pressestelle:
Dr. Tonja Mannstedt, Tel. (0511) 965 69 – 31, Mobil (0171) 359 86 76, presse(at)nds.bund.net, www.bund-niedersachsen.de

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